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Folklore: In der roten Tracht der Heimat

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Die aufwendig verzierten roten Trachten der Tänzerinnen stehen für die griechische Region Thessalien.  Foto: Süsser
Eine Tanzgruppe aus dem Kölner Süden repräsentiert auf der Bühne die griechische Region Thessalien. Die Tanzgruppe „Thessalicher“ wird zu Auftritten eingeladen bei Straßenfesten, in Altenheimen, bei privaten Feiern.  Von
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Rondorf

„Wenn wir Griechen feiern, dann essen wir, trinken, singen und tanzen wir viel und gern“, sagt Fani Stergiou. „Natürlich auch die Männer – nur meiner nicht“, fügt sie hinzu und lacht herzhaft. Stergiou ist die Vorsitzende des Kultur-Vereins „Thessalicher“ und damit des einzigen griechischen Vereins, den es im Kölner Süden gibt, und zwar seit 25 Jahren.

Vergleichsweise neu ist die folkloristische Tanzgruppe unter dem Dach des Vereins, die sich seit gut zwei Jahren im Haus der Familie in Rondorf regelmäßig zum Training trifft. Nektaria Efstathiou hat etwa 20 Mädchen und Jungen – die Anzahl wechselt – unter ihre Fittiche genommen und übt mit ihnen traditionelle Tänze ein: Kalamatianos, Sta Tria, Koftos oder Klistos.

In diesen Tagen trainieren Eleni, Anastasia, Magdalini, Ekaterini und die anderen besonders hart, denn am Samstag, 15. Juni, treten sie beim großen Folklorefest der Griechischen Gemeinde in der Liebigstraße 120 in Ehrenfeld auf, als eine von 15 Tanzgruppen. Das Fest, das um 14 Uhr beginnt, ist eine Benefizveranstaltung zugunsten des gemeinnützigen Vereins „Ärzte der Welt“ in Griechenland. „Viele können sich in unserer Heimat nicht einmal mehr den Arzt leisten“, sagt Fani Stergiou. „Diejenigen, die vorher wenig hatten, haben nun wirklich gar nichts mehr“, berichtet sie.

Die Jungen und Mädchen, die bei „Thessalicher“ tanzen, sind zwischen zehn und 19 Jahre alt, alle im Bezirk Rodenkirchen geboren und wohnen in Rondorf, Meschenich, Hochkirchen und Wesseling. Sie vertreten beim Tanzfest aber nicht den Kölner Süden, sondern die Region Thessalien in Griechenland. „Dort haben wir unsere Wurzeln“, sagt Anastasia. Und dort wohnen Großeltern, Tanten und Onkel, Cousins und Cousinen. „Es ist schon doof, wenn wir unsere Familien nicht immer sehen können“, meint Eleni. Aber die meisten reisen regelmäßig in die Heimat nach Thessalien, natürlich an Ostern – dem größten griechischen Fest.

Die Herkunft der Tänzerinnen und Tänzer ist an ihren roten Trachten zu erkennen. „Zwischen 200 und 2000 Euro kostet eine Tracht“, erklärt Fani Stergiou. Die Kostüme der Jugendlichen seien freilich preiswerter. Extra angefertigt seien sie oder eine Leihgabe aus der griechischen Heimatgemeinde. Die Jugendlichen erklären die Bedeutung der Stickereien auf den Kleidern und finden, dass das traditionelle Tanzen für sie eine Selbstverständlichkeit sei. „Wir sind eben Griechen“, meint Ekaterini. „Alle tanzen bei einem Fest, das müssen wir doch auch können“, so die Mädchen.

Die Tanzgruppe „Thessalicher“ wird zu Auftritten eingeladen bei Straßenfesten, in Altenheimen, bei privaten Feiern. Die Jugendlichen tanzen und sie singen auch. „Das kommt gut an“, sagt Magdalini. Alle Freundinnen akzeptierten das traditionelle Hobby. Nur die Jungs seien manchmal ein wenig skeptisch. Überhaupt seien Jungen in der Tanzgruppe Mangelware. Zwar gebe es vier Tänzer, aber es sollten mehr sein, sagt Trainerin Nektaria Efstathiou. Stolz sind die Tänzer auf ihre Zweisprachigkeit – damit sie die griechische Muttersprache nicht verlernen, nehmen sie einmal in der Woche am Sprachunterricht in der Rondorfer Grundschule teil.

Interessierte an der Tanzgruppe von „Thessalicher“ sind zum Zuschauen eingeladen. Das Training findet mittwochs statt, um 18.30 Uhr im Haus der Familie, Reiherstraße 21. Weitere Auskünfte gibt es unter der Rufnummer 02332/807 36.

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