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Forstbotanischer Garten: Eltern gegen neue Spielgeräte

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Die besonders Sportlichen klettern den schiefen Baumstamm hinauf. Foto: Süsser
Neue Spielgeräte auf einem Spielplatz sind eigentlich ein Grund zur Freude. Im Forstbotanischen Garten fürchten Kinder und Eltern jedoch, dass der beliebte Sandspielplatz mit unpassenden Geräten verbaut wird - und sie beschweren sich.  Von
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Es ist ein friedliches Bild, fast ein Strand-Idyll, wenn die „Waldstrolche“ vom Waldkindergarten in der Sandkuhle hocken und in ihr Spiel vertieft sind. „Ich koche“, sagt ein Steppke. „Wir sind Raumschiff-Flieger“, meinen zwei andere Jungs, die gerade einen großen Stein erkunden, der am Rand der Sandfläche liegt. Ein paar Kinder klettern auf einen schräg gestellten Baumstamm und beweisen allerhand Mut, als sie aus zwei Metern Höhe herabspringen.

Erzieher Kai Balzer passt auf, dass nichts passiert. Mit viel Fantasie spielen, buddeln und schippen die Kinder in den beiden Sandflächen inmitten des 20 Hektar großen Friedenswaldes. Das Naherholungsgebiet an der Schillingsrotter Straße grenzt mit seinen riesigen Wiesenflächen an den eigentlichen Forstbotanischen Garten an.

Ans Draußen-Sein gewöhnt

Warm eingepackt sind die „Waldstrolche“ und ans Draußen-Sein gewöhnt. Ihre Unterkunft, zwei blau angemalte ehemalige Bauwagen beim Parkplatz am Friedenswald, nutzen sie nur, wenn es wirklich in Strömen regnet. Vormittags gehören ihnen die beiden Sandflächen oftmals ganz allein, besonders, wenn das Wetter schlecht ist.
An Nachmittagen und an den Wochenenden sieht das ganz anders aus, dann ist der Sandspielplatz mitunter rappelvoll, auch Beach-Volleyballer nutzen ihn. Viele Eltern kommen mit ihren Sprösslingen hierher – wegen des Freiraums, der Entspannung, der natürlichen Gestaltung und der „Einzigartigkeit“ dieses Spielplatzes, wie der zweifache Vater Patrick Kopischke sagt. Er und andere Eltern ärgern sich nun, dass sich dieser Natur-Charakter verändern wird.

Die Waldzwerge sind ins Spielen vertieft und entwickeln gern eigene Ideen.
Die Waldzwerge sind ins Spielen vertieft und entwickeln gern eigene Ideen.
Foto: Süsser

Voraussichtlich sollen noch in dieser Woche neue Spielgeräte in den Sandkuhlen aufgestellt werden – ein großer Seilzirkus, ein Häuschen mit Rutsche und ein „Wackeldackel“. Ein Spender, der anonym bleiben will, hatte zuvor 9000 Euro an die Bezirksvertretung Rodenkirchen gegeben, die Bürgervereinigung weitere 1500 Euro für neue Spielgeräte. Das Stadtteilparlament hat die Schenkung vor kurzem angenommen. Die Abteilung für Kinderinteressen und Jugendförderung beim Amt für Kinder, Jugend und Familie steuerte 28 000 Euro für die Umgestaltung der beiden Sandflächen bei. Kinder bräuchten doch nicht unbedingt vorgefertigte Geräte zum Spielen, meint Patrick Kopischke. „Müssen Kinder immerzu an allen Orten bespaßt werden?“, fragt sich Svenja Doering. An anderen Spielplätzen werde das Geld viel dringender gebraucht, findet Ruth Huber, vor allem in diesen Zeiten knapper Kassen. Es hat sich eine Elterninitiative für den Erhalt der Natursandfläche gebildet, innerhalb von fünf Tagen seien fast 400 Unterschriften gesammelt worden, sagt Patrick Kopischke als Sprecher der Initiative. Die Offene Schule Köln, der Verein „miteinander leben“, Leiterinnen von Grundschulen und Kindergärten hätten sich der Initiative angeschlossen.

Stark frequentierter Spielplatz

Nicht ganz verstehen kann Dorothea John die Aufregung. Sie leitet die Abteilung Kinderinteressen und Jugendförderung. Die Spielgeräte seien politisch beschlossen worden und inzwischen seien sie auch bestellt. Der große Seilzirkus, auch Kletterpyramide genannt, werde in der kleinen Sandmulde aufgestellt, ein Holzhäuschen mit Rutsche und die Wackelfigur in der großen. Dort befinden sich schon andere Spiel- und Turngeräte aus Holz. Nur ein Fünftel der Fläche sei bebaut, der Rest bleibe als Sandfläche bestehen. Der Seilzirkus biete außerdem vielen Kindern die Möglichkeit, darauf zu turnen, meint sie. Schließlich sei der Spielplatz „unheimlich frequentiert“ und ein Treffpunkt für Familien.

Inzwischen hat ein Gespräch mit Vertretern von Verwaltung, Politik der Bürgervereinigung und der Initiative stattgefunden. „Der Seilzirkus kommt, weil er schon bestellt ist; für die beiden kleinen Spielgeräte wurde wenigstens ein besserer Platz in der großen Sandfläche gefunden“, meint der Initiativensprecher. Und es sei zur Sprache gekommen, Sand für eine zusätzliche, unverbaute Fläche aufzuschütten. „Das ist doch eine schöne Aussicht.“ Ob das angesichts der knappen Haushaltsmittel eine realistische Option ist, sei dahingestellt, so Patrick Kopischke weiter.

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