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Fussballturnier: Rania soll weiter Fortschritte machen

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Der FC-Fanclub Kölle United spendet für die fünfjährige Rania. Foto: Philipp Haaser
Der FC-Fanclub Kölle United spendet den Erlös seiner Tombola für die Fünfjährige Rania, die als Frühgeborene zur Welt kam. Das Geld soll helfen, dass sich die Tochter der alleinerziehenden Undine Opitz normal entwickelt.  Von
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Meschenich

„Das ist ja kein Riesenverein“ – Undine Opitz findet beeindruckend, was der FC-Fanclub Kölle United alles auf die Beine stellt für das Vereinsturnier am kommenden Wochenende in Meschenich. Michael Kilbinger, der Vorsitzende des Klubs, wiederum ist beeindruckt, was Undine Opitz alles tut, damit ihre Tochter Rania sich normal entwickelt. Eine Spendenaktion hat beide nun zusammengeführt.

Die Erlöse der Tombola des Turniers gehen in diesem Jahr an die alleinerziehende Mutter, deren Tochter 16 Wochen zu früh auf die Welt gekommen war. „Wir wollten etwas Gutes tun mit unserem Turnier, nicht einfach nur Spaß haben“, sagt Kilbinger. Der Fanclub suchte nach einer Familie, die etwas zusätzliches Geld gebrauchen kann. Der Verein „Wir für Pänz“ vermittelte ihn an Opitz.

Rania ist heute fünf Jahre alt. Sie tollt durch die Wohnung, während ihre Mutter und Kilbinger über das Turnier sprechen. Dann erzählt Undine Opitz Ranias Krankengeschichte. Sie holt ein Foto hervor, das Rania als Säugling wenige Stunden nach der Geburt per Kaiserschnitt zeigt, mit dünner, dunkelroter Haut. Immer wieder musste Rania in den folgenden Jahren operiert werden, zum ersten Mal in der Woche nach der Geburt wegen eines Darmdurchbruchs. Nach acht Monaten mussten die Ärzte das kleine Herz operieren. Eine Hirnblutung folgte. Rania hat viel Zeit im Krankenhaus verbracht.

Große Fortschritte gemacht

Die Nahrungsaufnahme fällt ihr auch heute noch schwer. Bis zu ihrem zweiten Lebensjahr wollte Rania nichts zu sich nehmen, musste sich immer wieder übergeben. Auch heute noch nimmt sie einen Großteil ihrer Nahrung über eine Sonde auf.
„Sie ist ein bisschen zu klein“, sagt Opitz über ihre Tochter heute. Ranias Gesicht mit den zwei wachen Augen ist zwar etwas hager. Doch sonst wirkt sie wie eine normale Fünfjährige. Sie klebt sich säuberlich zurechtgeschnittene Papierschnipsel auf ihre Arme. „Es gibt sicher Kinder, denen es schlechter geht“, sagt Undine Opitz. Die Spendenaktion sei ihr fast ein wenig unangenehm, weil Rania in den vergangenen Monaten noch einmal Riesenfortschritte gemacht habe.

Das liegt auch am umfangreichen Therapieprogramm, das sie absolviert. Einmal pro Woche fahren Mutter und Tochter zum therapeutischen Reiten. Immer wieder machen sie Kurzurlaub in Belgien, damit Rania dort an einer speziellen Therapie für Frühgeborene teilnehmen kann. Hörvermögen, Sprechen, Konzentration und Gleichgewichtssinn sollen so verbessert werden. Als sie vom letzten Aufenthalt zurückkehrten, überraschte Rania ihre Mutter, als sie zum ersten Mal auf ihren Roller stieg und damit die Vier-Zimmer-Wohnung durchquerte. „Hüpfen, Treppensteigen und Rollerfahren kann sie erst seit wenigen Wochen“, sagt Undine Opitz.

FC-Cheerleader, Ruthemöller und Hennes zu Gast in Meschenich

Der FC-Fanclub Kölle United veranstaltet am Samstag, 6. Juli, die dritte Auflage des Franz-Kremer-Gedächtnis-Cup auf dem Sportplatz an der Zaunhofstraße in Meschenich. Von 9 bis 22 Uhr wird gekickt und gefeiert. 16 Hobby-Mannschaften, überwiegend aus der Fanclub-Szene, treten gegeneinander an.

Die Schirmherrschaft hat Ex-FC-Kapitän Dirk Lottner übernommen. Ex-Trainer Erich Ruthemöller hat seinen Besuch angekündigt. Die Cheerleader des Fußballvereins treten auf, und Geißbock Hennes wird vorbeischauen. Im vergangenen Jahr unterstützte der Fanclub das Kinderhospiz in Olpe mit 2800 Euro. (phh)

Doch die Therapien sind kostspielig. Etwa 600 Euro gibt Opitz jeden Monat für Fahrtkosten und Therapiestunden aus. Sie verdient als Teilzeitkraft im Vertrieb einer Kölner Firma nicht gerade üppig. Für Rania zahlt die Pflegekasse, weil sie über eine „eingeschränkte Alltagskompetenz“ verfügt. Mit Kindergeld, Wohngeld und Unterhalt des Ex-Mannes reicht es gerade so. Da kommt die finanzielle Unterstützung der Meschenicher doch sehr gelegen. Insofern hat Fanclub-Chef Kilbinger, selbst Vater von zwei Kindern, recht, wenn er sagt: „Es gibt immer eine Familie, der man helfen kann.“ Er hofft auf gutes Wetter und auf ähnlich viele Besucher wie im vorigen Jahr. 1500 Zuschauer waren 2012 gekommen.
Da macht es auch nichts, wenn Rania sich eigentlich nicht so sehr für Fußball interessiert. Vielleicht freut sie sich ja über den Besuch von Geißbock Hennes.

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