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Gericht: Nach Tritten lange im Wachkoma

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Ein Bauarbeiter muss sich vor Gericht für die Verletzungen, die er seinem Kumpel zugefügt hat, verantworten. Foto: dpa
Obwohl sein Opfer schon wehrlos auf dem Boden lag, hat ein Bauarbeiter mehrmals auf seinen Mitbewohner eingetreten. Die Aggression ging zuvor jedoch eindeutig vom nun im Wachkoma befindlichen Freund aus.  Von
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Sürth

Fünf Monate lag Janis T. (36, alle Namen geändert) in seiner lettischen Heimat im Wachkoma, nachdem ihm sein bester Freund aus Kindheitstagen, Juri B. (32), im September vergangenen Jahres bei einer Auseinandersetzung auf der Sürther Hauptstraße schwerste Kopfverletzungen zugefügt hatte. Janis T. ist inzwischen wieder bei Bewusstsein, muss allerdings künstlich ernährt und beatmet werden. Es sieht nicht so aus, als könne das Opfer jemals im Prozess gegen Juri B. aussagen.

„Mindestens zehn- bis fünfzehnmal“, so die Anklage, soll Juri B. seinen Freund, mit dem er sich eine Einzimmerwohnung in Weiß teilte, gegen den Kopf getreten haben, nachdem er ihn zu Boden geschlagen hatte. Wegen versuchten Totschlags wird dem Bauarbeiter vor dem Landgericht der Prozess gemacht.

„Mein Mandant ist auch heute noch fassungslos über das, was geschehen ist“, gab Anwalt Günther Teworte eine Erklärung ab, in der er unterstrich, dass der Angeklagte am ersten Tag nicht zur Sache aussagen wolle. Mit kaum vernehmbarer Stimme antwortete dieser dann aber auf die von den Beteiligten gestellten Fragen. In Deutschland habe er sich mit dem späteren Opfer erst fünf Wochen aufgehalten, beide hätten eine Anstellung als Fassadenisolierer gefunden. Pro Woche habe er „zwischen 450 und 1000 Euro verdient“.

Mit seinem Kumpel, der als aggressiv galt, wenn er getrunken hatte, habe es öfter Probleme gegeben, sagte B. aus. Tatzeugen sahen, wie sich Opfer und Täter auf der Sürther Hauptstraße gestritten hatten. Dabei ging die Aggression wohl eindeutig vom Opfer aus, dessen Blutalkohol deutlich über zwei Promille lag. Ein Zeuge, der die Fußtritte beobachtete, sprach von einer „unglaublichen Grausamkeit, mit der der Mann zugetreten hat“. Auch als er ihm zurief, er werde die Polizei alarmieren, habe dies den Angeklagten nicht von weiteren Tritten abgehalten.

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