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Hochhauslauf: Rekordversuch im Treppenhaus

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26 Stockwerke zählt das Haus in der Straße An der Fuhr.  Foto: Enseling
Beim großen Hochhauslauf anlässlich der Meschenicher Gesundheitswoche schafften alle Teilnehmer die 26 Stockwerke bis ans Ziel. Start für die 416 Treppenstufen lange Strecke war an der Eingangstür des Hauses An der Fuhr 4.  Von
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Meschenich

Wie bekommt man Kinder dazu, auf den bequemen Fahrstuhl zu verzichten und stattdessen den gesünderen Weg durch das Treppenhaus zu wählen? Ganz einfach: Man veranstaltet ein Wettrennen, die Treppe hoch bis zum obersten Stockwerk.

Beim Hochhauslauf, dem Höhepunkt der Gesundheitswoche in Meschenich, waren 63 junge und 16 erwachsene Teilnehmer am Start. Von der Eingangstür des Hauses An der Fuhr 4 ging es nach oben. Wer von unten hinaufspähte, dem konnte schwindelig werden: 26 Stockwerke hat das Haus, 416 Treppenstufen trennten Start und Ziel. Trotzdem wollten auch die kleinen Sportler aus der nahen Kindertagesstätte mitmachen.

Selbstbewusste Läufer

Renato war besonders aufgeregt. Ob er es denn nach ganz oben schaffen werde? „Ja, meine Schuhe sind ganz schnell“, antwortete er stolz. Der Sechsjährige hatte einen Becher mit Apfelschorle in der Hand und eine Gegenfrage parat: „Weißt Du, warum ich so viel trinke? Weil ich dann noch schneller werde.“

Auch anderen Teilnehmern mangelte es nicht an Selbstbewusstsein: Lässig lehnte die zehnjährige Nora an der Eingangstür. Wie schnell sie den Weg nach oben schaffen werde? „So in fünf Minuten“, sagte die Schülerin bestimmt. Das wäre eine ziemlich gute Leistung für ein Mädchen ihres Alters. Denn bei zwei Minuten lag der Rekord, den Männer der Freiwilligen Feuerwehr beim ersten Hochhauslauf im vergangenen Jahr aufgestellt hatten.

Vor zwei Jahren hatte Sozialraumkoordinator Ludger van Elten die Idee gehabt, einen solchen Treppenlauf zu veranstalten, weil er im Fernsehen einen ähnlichen Wettbewerb im Empire State Building gesehen hatte. Er fand schnell Unterstützung: Der Sportclub Meschenich half bei der Organisation. Viele andere Vereine und die Stadt sorgten mit weiteren Sportangeboten an sechs Tagen für ein Rahmenprogramm, das die Initiatoren Gesundheitswoche nannten. Ziel des Veranstaltungspakets war es, den Menschen ein Gesundheitsbewusstsein zu vermitteln und zwar so, dass es Spaß macht.

Rekordversuch im Treppenhaus

Besonders ein Hochhauslauf passt gut in ein Viertel, in dem viele Menschen in riesigen Häusern leben, es aber an manchen Dingen mangelt: „Hier in Meschenich gibt es nicht einen Radweg“ sagte Michael Kliem, Arzt der benachbarten Praxis. Auch er unterstützte die Sozialraumkoordinatoren bei der Veranstaltung. „Michael Kliem wird gleich versuchen, den Rekord zu brechen“, rief der Sozialraumkoordinator, und der Arzt lachte schallend. „Ich bin hier der viertälteste Teilnehmer“, sagte er und sein Blick verriet, für wie absurd er den Gedanken hielt, er könne einer der schnellsten sein.

Während die Erwachsenen ihre Leistungen realistisch einschätzen konnten, wussten die Kinder oftmals nicht so genau, was sie auf dem Weg nach oben erwartete. Die Läufer starteten einzeln mit etwas Zeitabstand nacheinander. Ein Mädchen lief Stockwerk um Stockwerk tapfer die Treppen hinauf, bald kamen Tränen unter ihren Brillengläsern hervor. „Kannst Du nicht mehr?“, fragte Hermine Spithaler, ehrenamtlicher Mitarbeiterin der Caritas, die junge Läuferin. „Nein, ich habe Angst, hier ganz alleine“, antwortete das Mädchen. „Treppenhauskoller“ diagnostizierte Spithaler und riet dem Mädchen, auf die nächsten Läufer zu warten und mit ihnen gemeinsam weiter zu laufen.

Ein kleiner Junge machte bereits auf dem ersten Treppenabsatz kehrt. Er hatte es sich offensichtlich anders überlegt. Kurzerhand drehte eine Erzieherin der Kindertagesstätte den Kleinen wieder um und schickte ihn erneut die Treppe hoch. So kamen schließlich alle Teilnehmer oben an. Der Rekord wurde zwar nicht geknackt, aber die zehnjährige Nora versetzte das Veranstaltungsteam in Erstaunen: Nur 3 Minuten und 28 Sekunden brauchte sie nach ganz oben.

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