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Innovative Website: Schluss mit einsamen Taxifahrten

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Taxifahrten mit nur einem Gast will transferio künftig verhindern - auch interantional. Foto: dpa
Das Taxi ist eine der schnellsten und bequemsten Möglichkeiten sein Ziel zu erreichen - aber auch teuer. Zwei Rodenkirchener Geschäftsleute haben eine Mitfahrzentrale für Taxifahrten entwickelt, die die Kosten senken soll.  Von
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Die Geschichte begann vor sechs Jahren auf dem Flughafen von Riga. Tom Zumkeller schnappte sich ein Taxi in Richtung Innenstadt - wie viele andere Ankömmlinge auch. "Eigentlich müsste man sich zusammentun und ein Taxi teilen", dachte er damals zum ersten Mal. Geld könne dadurch gespart werden, und das "Taxi-Sharing" würde nebenbei der Umwelt gut tun. Weniger Fahrten bedeuten schließlich weniger Kohlendioxid-Ausstoß.

Auch der Vielflieger und Geschäftsfreund Martin Lindenthal stellte immer wieder fest, dass an Flughäfen oft nur jeweils ein Fahrgast ins Taxi steigt und die sparsam besetzten Karossen quasi in Kolonnen in die gleiche Richtung - eben die City - abrauschen.

Eine Mitfahrzentrale für Taxis

Gemeinsam tüftelten die beiden Rodenkirchener an einem Konzept und gründeten vor zweieinhalb Jahren "transfairo.com" mit dem Untertitel: "Share the transfer". Das ist eine Internet-Plattform für alle, die sich ein Taxi, ein Mietauto oder eine andere Transportmöglichkeit von und zu den Flughäfen der ganzen Welt teilen möchten, eine "Mitfahrzentrale für Taxis". Dabei können sich interessierte Kunden registrieren lassen und im Netz geeignete Transferpartner für gemeinschaftliche Flughafen-Fahrten suchen und finden. Die Buchungen können auch lange im Voraus erfolgen - genau wie Buchungen von Flug und Hotel.

Erst seit kurzem können Interessierte dieses Internet-Angebot nutzen, bis spätestens März soll es auch eine "App", also eine bedienerfreundliche Anwendung für Smart-Phones, geben. Das Einstellen und Registrieren sei kostenlos, die Suche nach einem Transferpartner ebenfalls, sagt Martin Lindenthal. Die ersten drei erfolgreichen Vermittlungen für gemeinsames Flughafen-Fahren seien gratis, für jede weitere würden 0,79 Cent anfallen. "Das Flugticket ist ja oft billiger als die Taxifahrt", meint Lindenthal, der beruflich bedingt häufig vom Münchener Airport in die Innenstadt muss - für etwa 65 Euro Taxikosten einfach. Pro Flug seien vier Fahrten nötig - von Zuhause zum Flughafen, von dort zum Geschäftstreffen und dann wieder zurück.

50 000 Euro für Taxis pro Monat

Ein Umstieg auf preisgünstigere Busse und Bahnen liegt nahe, aber ein Taxi sei viel bequemer und fahre direkt zum Ziel, findet Martin Lindenthal. Der Inhaber einer Werbeagentur bevorzugt den Komfort eines Taxis. Unter seinen Firmenkunden habe er sich einmal umgehört. Ein mittleres Unternehmen mit 3000 Mitarbeitern müsse demnach 50 000 Euro pro Monat für Taxikosten aufwenden.

Transfairo unterscheide sich von den Sharing-Angeboten, die es bislang etwa in München und Berlin gebe, meint der 43-jährige Tom Zumkeller. Diese würden auf Bestellung und Anruf eine Mitfahrgelegenheit in Taxen vermitteln, aber das Einstellen der geplanten Reisen im Internet, verbunden mit einer Registrierung als Share-Transfer-Kunde, sei in seiner Art ganz neu.

„Wir haben Beförderungspflicht“

60 000 Euro seien in die umfangreiche Programmierung investiert worden. Die Finanzierung sei ausschließlich mit Eigenmitteln erfolgt, beteuern Zumkeller und Lindenthal. "In unserer Begeisterung für die neue Mobilität haben wir allerdings den Aufwand ziemlich unterschätzt", meinen sie. Die Taxibranche reagiert auf neuartige Taxi-Sharing-Angebote bisher nicht direkt freundlich, und es hat bereits Klagen der Taxiverbände gegeben. Die Macher von "transfairo" wiegeln ab. Die günstigeren Tarife durch gemeinschaftliches Fahren würden so manchen preisbewussten Reisenden, der auf Bus und Bahn umgestiegen ist, wieder zum Taxifahren bewegen, argumentieren sie.

Beim Taxiruf Köln gibt man sich derweil unaufgeregt und abwartend. Alexander Tritschkow, der Vorsitzende, hält es für legitim, wenn sich Mitbürger um Mobilitätsfragen kümmern. Fahrgemeinschaften seien allerdings praktisch schlecht durchsetzbar, weil die Fahrzeuge oft schon voll belegt seien, glaubt er. "Wenn es aber Verabredungen von Kunden gibt, wären wir die letzten, die nicht fahren würden. Wir haben ja Beförderungspflicht", sagt der Vorstandssprecher des Kölner Taxirufs. Es gebe derzeit so viele neue Anbieter auf dem Gebiet der Mobilität, die weitere Entwicklung müsse man einfach abwarten.

www.transfairo.com

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