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Kommentar: Ängste der Godorfer ernst nehmen

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Im Gruppenraum des Flüchtlingswohnheimes in Godorf werden die Kinder an drei Tagen in der Woche nachmittags betreut. Foto: Philipp Haaser
In seinem Kommentar zur geplanten Erweiterung des Übergangswohnheims für Flüchtlinge in Godorf plädiert KStA-Autor Philipp Haaser dafür die Ängste der Bürger im Viertel ernst zu nehmen.  Von
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Godorf

Manche Themen werden so ungern angefasst wie ein modriger Putzlappen. Die Erweiterung des Flüchtlingsheimes in Godorf gehört für Politiker und Verwaltung anscheinend dazu. Die Aussprache in der Bezirksvertretung ist kurz. Eine Unterschriftenliste des Bürgervereins liegt seit mehr als einem Jahr in der Schublade. Die Informationsveranstaltung, die in Godorf stattfinden soll, wird äußerst kurzfristig angekündigt. Und die Leiterin des Heimes erfährt von der Erweiterung erst durch Arbeiter, die den Baugrund untersuchen sollen.

Sicher graut es vielen vor latentem oder ganz konkretem Rassismus, der in einer offenen Debatte zutage treten könnte. Doch die Entscheidung deshalb möglichst ohne großes Aufsehen einfach durchzudrücken, ist keine Alternative. Die Godorfer fühlen sich ohnehin mit vielen Problemen alleine gelassen. Dieser Eindruck wird sich verstärken. Das Flüchtlingsheim wird von einigen als Belastung empfunden, aus verschiedenen Gründen. Manche lassen sich leicht widerlegen, andere gründen auf diffusen Ängsten und wiederum andere sind berechtigt.

Argumente und wechselseitiger Austausch wären die Mittel der Wahl, wollten Politik und Verwaltung die Bürger ernst nehmen. Auf der anderen Seite müssen sich die Godorfer auf sachliche Argumente einlassen, Probleme mit der Heimleitung zusammen angehen und, statt stur an nebulösen Vorstellungen über das Innenleben des Heimes festzuhalten, einen Schritt hinein machen. Dazu könnten mehr Menschen bereit sein, als mancher Entscheidungsträger vermutet.

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