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Nord-Süd-Bahn: Frühstart der Linie 17 hat Folgen

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Der neue Abzweig der Nord-Süd-Stadtbahn über die Fahrbahnen der Rheinuferstraße. Die Linie 17 soll Erfahrungen bringe, wie bei späterem vollen Betrieb über die Strecke Staus vermieden werden können. Foto: Philipp Haaser
Die meisten Menschen im südlichen Köln sind froh, dass die Linie 17 nun früher als gedacht den Betrieb aufnimmt. Doch Bezirkspolitiker und Bürgerverein warnen vor zusätzlichen Staus und Parkplatznot. Probleme gibt es jetzt schon.  Von
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Die Entscheidung des Rates, den Betrieb der Linie 17 vorzeitig aufzunehmen, stößt im Kölner Süden zwar überwiegend auf Zustimmung. Ungeteilt ist diese jedoch nicht: Vor allem die Bürgervereine der südlichen Stadtteile fordern, mit dem Start der neuen Linie endlich die Verkehrssituation als Ganzes zu betrachten.

Rodenkirchens Bezirksbürgermeister Mike Homann (SPD) zeigt sich erleichtert über den Beschluss, der am 30. April in einer turbulenten Ratssitzung mit den Stimmen von CDU, Grünen und FDP gefasst wurde – entgegen jeglichen Erwartungen. „Jeder war überrascht“, sagt Homann, der sich besonders für die Geschäftsleute und Anwohner rund um die Severinstraße freut.

Rodenkirchen freut sich auf Linie 17

Seine Stellvertreterin Monika Roß-Belkner (CDU) bemerkt, dass es eben doch oft anders komme als man denke – zum Glück. Sie habe den Eindruck, das Projekt sei im Stadtteil gewünscht. Der steigenden Bedeutung der öffentlichen Verkehrsmittel werde mit der Entscheidung Rechnung getragen. Manfred Giesen von den Grünen im Bezirk Rodenkirchen spricht gar von einer „kleinen Sensation“. Auch, dass mit der Linie 17 nun mehr Züge am Rheinufer im Einsatz sind, welche die überfüllten Bahnen morgens entlasten können, werten die Politiker als Erfolg für ihren Bezirk.
Parkplatz schon jetzt überfüllt

Mit dem bereits jetzt häufig überfüllten Parkplatz am Bahnhof in Sürth und dem Abschnitt unterhalb der Südbrücke, auf dem die neue Trasse der Linie 17 die Rheinuferstraße queren wird, zeichnen sich aber zugleich schon zwei Probleme ab, für die rasch Lösungen gefunden werden müssen. An der Südbrücke werden derzeit die Gleise für die neue Trasse verlegt. Eine Ampel soll hier in Zukunft die Kreuzung von Stadtbahn und Autoverkehr auf der Rheinuferstraße regeln. Beim Beschluss zur zweiten Ausbaustufe der Nord-Süd-Bahn, zu der die Trasse der Linie 17 gehört, hat sich der Rat aus Kostengründen gegen einen Tunnel für die Bahn und gegen eine Unterführung für die Autofahrer entschieden.

Rechtzeitig Erfahrungen sammeln

Hier soll die Linie 17 die Rheinuferstraße queren.
Hier soll die Linie 17 die Rheinuferstraße queren.
Foto: KStA-Grafik

Dennoch wird derzeit vorsorglich eine Brückenkonstruktion in das Erdreich unter den Fahrbahnen eingebaut, damit zu einem späteren Zeitpunkt eine möglicherweise nötige Unterführung unter den Gleisen angelegt werden kann. Laut Homann würden jedoch die dafür veranschlagten zusätzlichen Kosten in Höhe von 60 Millionen Euro die Kosten-Nutzen-Rechnung für den Bauabschnitt sprengen, das Geld der Landesregierung stünde in diesem Fall nicht mehr zur Verfügung.

Roß-Belkner und Giesen betonen, dass durch den vorgezogenen Start der Linie 17 an dieser Stelle rechtzeitig Erfahrungen gesammelt werden könnten, wie zusätzliche Staus zu vermeiden seien. Karl Wolters von der FDP betont, dass nicht jeder Autofahrer auf die Bahn umsteigen könne.

Parkplatznot am Sürther Bahnhof

Hartmut Hammer vom Bürgerverein Bayenthal-Marienburg fürchtet zusätzlichen Verkehr durch die Wohngebiete zwischen Bonner Straße und Rheinuferstraße, zumal 2015 auf der Bonner Straße Bauarbeiten beginnen. „Das sind jetzt schon keine Schleichwege mehr, so viele Autos, wie hier täglich durchfahren“, sagt er. Er fordert, den Verkehr um das Viertel herumzuführen, indem etwa durch Einbahnstraßen und Abbiegevorschriften das Abkürzen schwieriger werde.

Mit den Park-and-Ride-Plätzen entlang der Strecke sollen Autofahrer zum Umstieg in die Bahn animiert werden. Während der Parkplatz in Godorf wenig ausgelastet ist, parken so viele Autofahrer am Sürther Bahnhof, dass dort wochentags oft kein freier Platz zu finden ist. Laut Homann werde bereits an einem Konzept für die Umgebung des Sürther Bahnhofes gearbeitet. Ziel sei nicht zuletzt, den Verkehr an der Rheinuferstraße zu verringern.

Straßenbahn fährt nicht bis Godorf

Auch Manfred Giesen sieht in der Parkplatzsituation ein Problem. Entgegen der Ansicht der KVB, der Parkplatz werde hauptsächlich von Weißer Bürgern zum Umsteigen genutzt, ist sich der Grünen-Vertreter sicher, dass Pendler von außerhalb hier ihr Auto abstellen und die Bahn in die Innenstadt nehmen werden. Eine Erweiterung des Parkplatzes sei deshalb sinnvoll.

Übereinstimmend bedauern die Fraktionen, dass die zusätzlichen Straßenbahnen nur bis zum Bahnhof Sürth und nicht, wie von der Bezirksvertretung Rodenkirchen gewünscht, bis Godorf fahren werden. Giesen versichert, „trotz enormer Widerstände bei der KVB nicht lockerzulassen“; Karl Wolters (FDP) zeigt Verständnis für die Godorfer, die sich „teilweise zurecht benachteiligt“ fühlten.

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Klaus Kaden von der Godorfer Interessengemeinschaft Goding ist entsprechend enttäuscht. „Wir wollten uns dem Anliegen der benachbarten Stadtbezirke nicht verweigern“, sagt er, „und haben deshalb auch den offenen Brief der Schulpflegschaften unterstützt. Wir erwarten aber dafür, dass auch rasch etwas für unseren Stadtteil getan wird.“ Von einer besseren Anbindung hätten auch die Godorfer profitiert, etwa hätten der Schulweg zur Realschule oder der Weg zum Arzt – in Godorf findet sich keine einzige Praxis – erleichtert werden können. Köln höre wohl für viele vor Godorf auf, beschreibt Kaden die Stimmung im Stadtteil.

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