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Seminar: Kinder lernen vom Detektiv

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Die Kinder probierten auch Strumpfmasken aus. Foto: Philipp Haaser
Detektiv Alex Schrumpf hat mit seinen Detektiv-Seminaren mittlerweile über 10 000 Kinder begeistert und über seinen Beruf informiert. Bei seinem Besuch in der Stadtteilbibliothek Rodenkirchen konnten die Kinder selbst ermitteln.  Von
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In die Stadtteilbibliothek ist eingebrochen worden. Der Täter hat ein rotes Brecheisen benutzt, trug eine Strumpfmaske und hat einen gut zu erkennenden Schuhabdruck hinterlassen – in einer mit Sand gefüllten Kiste, die Detektiv Alex Schrumpf eigens zu diesem Zweck mitgebracht hat. Klar, auch die anderen Spuren hat er hier platziert. Einen echten Einbruch gab es natürlich nicht. Aber Alex Schrumpf ist tatsächlich Detektiv, mit einer eigenen Kanzlei in Wiesbaden. Und das ist für die Kinder in der Stadtteilbibliothek mindestens so aufregend wie ein echtes Verbrechen.

Er will aber weder mit Fernsehdetektiven noch mit dem Schmuddelimage in Verbindung gebracht werden. „Ich bin eher ein Kritiker der Branche“, sagt er. Und als jemand, der immer wieder in das Schicksal anderer Menschen eingreife, sei ihm die Arbeit mit Kindern ein wichtiger Ausgleich. Etwa 10 000 Kinder hat Schrumpf in den vergangenen 15 Jahren mit 800 Detektiv-Seminaren erreicht. Bibliotheken und Vereine gehören zu seinen Auftraggebern.

Realistischer Einblick in Detektiv-Beruf

Er schaut mit seinem Spurensicherungskoffer aber auch bei Kindergeburtstagen vorbei. „Meine Mission ist, den Kindern zu zeigen, dass wir keine Sonderrechte haben. Ich will einen realistischen Einblick in meinen Beruf geben“, sagt Schrumpf. Deshalb erklärt er den rund 30 Kindern in der Stadtteilbibliothek auch, was der Unterschied zwischen Polizisten und Detektiven ist, warum er keine Waffe hat („Ich bin sehr glücklich, dass wir in Deutschland ein sehr strenges Waffengesetz haben“), dass er oft „fürs Rumgucken“ bezahlt wird, dass er bei seinen 1400 Fällen bislang erst viermal Handschellen einsetzen musste, und dass „jeder Depp Detektiv werden darf“. Deshalb fänden sich sicher auch einige schwarze Schafe unter seinen Kollegen. Schrumpf erzählt aber auch von seiner dreijährigen Ausbildung, die er im Alter von 19 Jahren begonnen hat, weil er nicht wusste, was er sonst machen sollte. Von seinen Fortbildungen und seiner Tätigkeit als Ausbilder für junge Detektive.

An den Tischen zwischen den Bücherregalen der Bibliothek sitzen in etwa gleich viele Jungen wie Mädchen. Von den 3500 bei den deutschen Handelskammern registrierten Detektiven sind um die 90 Prozent Männer. Doch auch in seinen Fortbildungskursen steige der Anteil von Frauen stetig, sagt Schrumpf. Auch seine Mutter helfe manchmal beim Observieren. „Eine unauffälligere Mitarbeiterin kann ich mir nicht wünschen.“

Begeisterte Kinder

Begeistert probieren die Kinder die Handschellen aus, ein Junge zieht sich eine Nylonstrumpfhose über das Gesicht. Der mit Gips ausgegossene Schuhabdruck geht rund. Ein Mädchen hilft beim Spurensichern, muss aber ganz sorgfältig vorgehen. Das Brecheisen darf sie nur an den äußeren Enden anfassen, um keine Fingerabdrücke zu verwischen. Auch das Vermessen eines Schuhabdrucks ist nicht so einfach. Ein wenig Rechnen ist nötig, um aus den gemessenen 29 Zentimetern die Schuhgröße 42 schließen zu können.

Woher kommt die Begeisterung für seinen Beruf? Krimis seien ja auch bei Erwachsenen beliebt, sagt Schrumpf, Detektive tauchen in zahllosen Fernsehsendungen auf. „Dann einen echten Detektiv zu sehen, ist schon interessant“, sagt er. Ganz unschuldig an der Verklärung dürfte er in Zukunft nicht mehr sein. Noch in diesem Jahr veröffentlicht er einen Krimi.

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