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Starkstromleitung: 380 Kilovolt sorgen für Spannung

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Entlang der bestehenden Trasse am Ostrand von Meschenich soll eine Höchstspannungsleitung gebaut werden. Foto: Philipp Haaser
Eine neue Höchstspannungsleitung, die Windenergie von der Nordsee nach Süddeutschland transportieren soll, erregt die Gemüter der Meschenicher. Die Bezirksvertreter Rodenkirchens fordern nun einen Ortstermin.  Von
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Meschenich

Im Kölner Süden könnte es in Zukunft öfter knistern und brummen. Jetzt schon sorgt die Planung der neuen Höchstspannungsleitung, die unmittelbar östlich an Meschenich vorbeiführen soll und auch durch Geräusche bemerkbar sein wird, für Spannungen im übertragenen Sinn. Die Bezirksvertretung Rodenkirchen fordert einen Ortstermin mit Vertretern der zuständigen Bezirksregierung, Verwaltungsmitarbeitern, Umweltschutz-Experten, Anwohnern und der Firma Amprion, die den Ausbau der Trasse durchführt. Ihre Mitglieder sehen die derzeitige Planung kritisch, ebenso wie Stadtverwaltung und Anwohner.

Derzeit läuft das Genehmigungsverfahren für den Bau der neuen Masten und Leitungen. Bürger aus Meschenich und anderen betroffenen Stadtteilen wie Weiden haben weit mehr als 1000 Eingaben eingereicht, die Amprion momentan bearbeitet. Die Bezirksregierung Köln entscheidet abschließend über das Vorhaben des Privatunternehmens. „Uns ist schon klar, dass wir nicht zuständig sind“, sagte Marion Heuser (Grüne) in der vergangenen Sitzung der Bezirksvertretung. Trotzdem brachte sie mit ihren Kollegen den Antrag ein, um einen Ortstermin mit allen Beteiligten zu erwirken. Die Planung sei noch in vollem Gange, die Verlegung der Trasse also noch diskutierbar, so die Begründung.

Wenig Spielraum für Alternativen

„Es ist dicht, das wissen wir“, sagt Joëlle Bouillon, Sprecherin von Amprion, und zeigt Verständnis für die Einwände. Gleichzeitig sieht sie jedoch wenig Spielräume. Das Unternehmen sei gehalten, bestehende Trassen für den Netzausbau zu nutzen. Bei einer Verlegung der Masten auf andere Grundstücke würden „neue Betroffenheiten“ geschaffen. „Wir haben die vage Hoffnung, dass alle Beteiligten vor Ort zur Einsicht bewegt werden können. Vielleicht lassen sich da geringe Korrekturen durchsetzen“, sagt der Grünen-Fraktionsvorsitzende Manfred Giesen.

Entlang der bestehenden Trasse soll eine neue Höchstspannungsleitung gebaut werden.
Entlang der bestehenden Trasse soll eine neue Höchstspannungsleitung gebaut werden.
Foto: Philipp Haaser

Die anderen Fraktionen zeigten sich skeptisch. Man solle vermeiden, fälschlicherweise den Eindruck zu vermitteln, da sei etwas zu machen, sagte Christoph Schikowsky (CDU). Bezirksbürgermeister Mike Homann bot schließlich an, sich um die Organisation eines Ortstermines zu kümmern. Dem stimmten die Bezirksvertreter einstimmig zu.

Den aktuellen Plänen zufolge soll die neue Leitung, die eine Lücke im Stromnetz zwischen Koblenz und Wesel schließt, eine von zwei parallel verlaufenden, bestehenden Leitungen ersetzen. „Die neuen Masten werden 78 statt bisher 41 Meter hoch sein und weiter auseinander stehen“, erläuterte Edmund Makrutzki vom Stadtplanungsamt den Bezirksvertretern. Außerdem werde sich ihre Zahl halbieren.

Anwohner fürchten Elektro-Smog

Anwohner fürchten den Elektro-Smog, also elektromagnetische Strahlung, die von den Masten ausgeht. Am südlichen Rand von Meschenich führt die geplante Leitung gar über Wohnhäuser. Die Gefahr der Leitungen für Mensch und Umwelt ist umstritten, kann jedoch nicht ausgeschlossen werden. Studien, die eine Gesundheitsschädigung durch die 380-Kilovolt-Leitungen zweifelsfrei nachweisen, gibt es allerdings nicht. Amprion verweist auf die offiziellen Grenzwerte, die eingehalten würden.

Der Stadtentwicklungsausschuss hatte sich kritisch zu den Plänen geäußert und die Prüfung eines Erdkabels angemahnt. Im Herbst soll die sogenannte Erörterung im Rahmen des Planfeststellungsverfahrens Anwohner, die sich mit einer Eingabe zu Wortgemeldet haben, Vertreter von Amprion sowie Stadtverwaltung und Bezirksregierung an einen Tisch bringen.

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