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Stollwerck-Gelände: Quartier-Spielplatz verrottet

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Schön grün – aber nicht mehr der Spielplatz, der laut Baugenehmigung im Hof der Wohnanlage stehen müsste.  Foto: Philipp Haaser
Für den Spielplatz auf dem ehemaligen Stollwerck-Gelände fühlt sich niemand mehr verantwortlich. Die Anlage verwahrlost zunehmend. Eine Sanierung scheiterte bislang an den komplizierten Eigentumsverhältnissen.  Von
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Neustadt-Süd

Seit acht Jahren wohnt die junge Mutter auf dem ehemaligen Stollwerck-Gelände. Mit ihrem Sohn war sie trotzdem noch nie auf dem Spielplatz, der in der Mitte der weitläufigen Hofanlage liegt. Kein Wunder, besonders einladend sieht der Spielplatz auch nicht aus. Im Sandkasten wächst Gras, die Funktion der Spielgeräte ist nicht mehr zu erkennen. Die Balken einer Holzkonstruktion sind morsch, ein großes Stück in der Mitte des einen ist herausgebrochen.

Wie kann ein Spielplatz in einer kinderreichen Siedlung derart verwahrlosen? Schwer vorzustellen, dass hier kein Interesse an Rutschen, Schaukeln und Kletterburgen besteht.

„An Kindern herrscht hier wirklich kein Mangel.“ Jürgen Hufen sitzt für die SPD-Fraktion in der Bezirksvertretung Innenstadt. Seine Fraktion brachte in der Juni-Sitzung einen Antrag ein, in dem die Verwaltung gebeten wird, für den Erhalt des Spielplatzes tätig zu werden. Er wohnt um die Ecke und kennt die Vorgeschichte. „Das ist sehr kompliziert“, sagt er.

Anlage stammt aus den 80er Jahren

Hufen erinnert sich, dass die Bezirksvertretung bereits im Jahr 2003 eine Sanierung erreichen wollte – ohne Erfolg. Als die Gebäude der Stollwerckfabrik Anfang der 1980er Jahre zu Wohnhäusern umgebaut wurden, mussten die Bauherren auch einen Spielplatz anlegen. Bei Neubauten mit mehr als zwei Wohnungen sind sie dazu laut Stadtverwaltung verpflichtet. Das ist Teil der Baugenehmigung. Also entstand ein Spielplatz in der Siedlung zwischen Karl-Korn- und Annostraße, über der Tiefgarage für die Bewohner.

Eigentümer der Tiefgarage und damit des Spielplatzes ist aber mittlerweile eine Gemeinschaft von Einzeleigentümern. Im Verlauf der vergangenen Jahre, so erzählt Hufen, haben sie die Stellplätze, die sie mit ihren Wohnungen gemietet haben, gekauft. Offenbar fühlt sich inzwischen niemand mehr für den Spielplatz zuständig. Die Stadtverwaltung verweist auf die Pflichten des privaten Eigentümers, für die Sicherheit zu sorgen und den Spielplatz zu pflegen. Abgebaute Geräte müssten ersetzt werden

Eine Anfrage des „Kölner Stadt-Anzeiger“ bei der Hausverwaltung Foncia Immonova GmbH, die sich im Auftrag der Eigentümer um die Tiefgarage kümmert, blieb unbeantwortet.

Bezirksvertreter bemängeln allgemeine Pflege

Bezirksvertreter Hufen beklagt ganz allgemein den Zustand des Innenhofes. Die sichtbaren Überreste der Schokoladenfabrik, eiserne Maschinen und der Stumpf eines Schlotes, werden offensichtlich ebenfalls nur noch sporadisch gepflegt. „Einige der Eigentümer kümmern sich immer weniger um die Häuser hier“, sagt er und zeigt den unteren Abschnitt einer Hauswand, den die Bewohner laut Hufen eigenhändig neu gestrichen haben.

„Das ist eine besondere Mischung hier. Viele Wohnungen sind Sozialwohnungen“, betont er und fürchtet, dass sich das Viertel ohnehin stark verändern wird, wenn 2015 die Mietpreisbindung für die Wohnungen ausläuft. Ob es bis dahin wenigstens wieder einen Spielplatz geben wird? „Für die Kinder wäre es schön“, hofft Hufen.

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