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Energie: Neuer Stromversorger für Rösrath

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Strommast. Foto: Roland U. Neumann
Die Stadtwerke Aachen AG (Stawag) wird „strategischer Partner“ der Stadtwerke Rösrath im Energiegeschäft. Die beiden Unternehmen wollen die Stadtwerke Rösrath Energie GmbH gründen, die ab 1. Januar 2013 Strom und Gas an ihre Kunden liefern soll.  Von
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Nach einem einstimmigen Beschluss im Verwaltungsrat der Stadtwerke Rösrath hat nun auch der Stadtrat die neue Partnerschaft abgesegnet – ebenfalls einstimmig. Die neue Tochtergesellschaft der Stadtwerke Rösrath soll ausschließlich Strom aus erneuerbaren Energien liefern und den Schwerpunkt auf dezentrale Energieerzeugung legen. Nach Aussagen der Rösrather Partner ist die Stawag in diesem Bereich seit langem profiliert. Außerdem hat die Stawag in einem Bieterverfahren, an dem sich sechs Unternehmen beteiligt haben, das vorteilhafteste Angebot abgegeben: Die in den ersten Geschäftsjahren denkbaren Verluste würden von der Stawag aufgefangen, teilt Ralph Hausmann, Vorstand der Stadtwerke Rösrath, mit. Für die Rösrather Seite bestehe damit „kein finanzielles Risiko“. Zugleich sei damit ein hohes Engagement der Stawag in Rösrath abgesichert, das Unternehmen gehe eine „wirtschaftliche Selbstbindung“ ein. Schließlich werde sogar in jedem Fall ein Gewinn an die Stadtwerke Rösrath ausgeschüttet. Das äußerst vorteilhafte Angebot erklärt Hausmann so: „Wir hatten eine Wettbewerbssituation. Wir waren eine attraktive Braut.“ Sicher wolle die Stawag auch neue Märkte in der Region erschließen.


Auf die Rösrather Bürger kommen damit auch zusätzliche Angebote zur dezentralen Energieerzeugung zu. Neue Energieanlagen ließen sich „bürgerschaftlich organisieren“, sagt Hausmann, Privatleute könnten sich an der Finanzierung beteiligen. Wenn die vor Ort produzierte Energie nicht ausreiche, könnte sich die Stadtwerke Rösrath Energie GmbH auch an Energieanlagen anderswo beteiligen. Denkbar sei der Einstieg bei einer großen Fotovoltaik-Anlage in Süddeutschland. Aktiv um Kunden werben soll das neue Unternehmen laut Hausmann ausschließlich in Rösrath, es werde aber auch Energie an Interessenten aus den Nachbarstädten liefern: „Wenn weitere Kunden zu uns stoßen, wehren wir uns nicht dagegen.“


Die Stadtwerke Rösrath werden in ihrer neuen Tochtergesellschaft die Mehrheit halten, die Geschäftsführung teilen sich Stawag und Stadtwerke Rösrath: Beide Partner stellen einen nebenamtlichen Geschäftsführer, für die Rösrather Seite übernimmt Hausmann diese Aufgabe. Nach seinen Aussagen wird es eine der ersten Aktivitäten der Stadtwerke Rösrath Energie GmbH sein, sich um die Konzession für das Rösrather Stromnetz zu bewerben. Künftige Energiekunden könnten alle Fragen über das Kundenzentrum der Stadtwerke Rösrath und die bekannte Sammelrufnummer abwickeln.


„Es ist gut für Rösrath und gut für die Natur“, sagt Hausmann zu dem neuen, ökologisch ausgerichteten Energieunternehmen. Auch im Stadtrat fand die neue Partnerschaft ein positives Echo. Das Bieterverfahren sei „überraschend“ verlaufen, sagte CDU-Fraktionschef Erhard Füsser, am Ende stehe aber „ein gutes Ergebnis“. SPD-Fraktionschef Dirk Mau lobte das „sehr, sehr gute Angebot“ der Stawag. Auch Friedhelm Weiß (Grüne) und Wolfhagen Beckers (Bürger für Rösrath, BfR) äußerten sich hochzufrieden. Zur Sprache kam auch das Auftreten des Energieversorgers Rheinenergie, der sich erfolglos am Bieterverfahren beteiligt hatte. Wie die Stadtwerke Rösrath bestätigen, hat die Rheinenergie Ende letzter Woche ein verbessertes Angebot vorgelegt – nach dem einstimmigen Beschluss im Verwaltungsrat der Stadtwerke zugunsten der Stawag. Politiker verwiesen darauf, dass das Bieterverfahren zu diesem Zeitpunkt längst abgeschlossen war. „Selbst das nachgeschobene Angebot entspricht immer noch nicht den Regeln“, sagte Mau. Grünen-Fraktionschef Weiß nannte das nach Toresschluss vorgelegte Angebot ein „Störfeuer“, das aber wirkungslos bleibe.

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