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Improvisationstheater: Springmaus-Künstler mit viel Potential

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Improvisationstheater in seiner besten Form zeigten vier Mitglieder des Bonner Springmaus-Ensembles bei der Vorpremiere in Rösrath.  Foto: Christopher Arlinghaus
Mit ihrem neuen Programm „Helden gesucht“ haben vier Springmäuse in Rösrath das Publikum in der fast ausverkauften Aula der Rösrather Freiherr-vom-Stein-Schule begeistert. Der kreative Fundus des Ensembles schien unerschöpflich.  Von
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Improvisationstheater ist eine Kunst für sich: Spontan aus vom Publikum gelieferten Begriffen ganze Spielszenen zu machen, die auch noch unterhaltsam sind, dafür braucht es eine Menge kreatives Potential. Reichlich mit eben diesem gesegnet sind die vier sympathischen Mitglieder des Bonner Improvisationstheaters Springmaus: Vera Passy, Gilly Alfeo, Norbert Frieling und Alexis Kara. Von seinem aktuellen Programm „Helden gesucht“ gab der komödiantische Vierer nun eine Vorpremiere in der fast ausverkauften Aula der Rösrather Freiherr-vom-Stein-Schule. Die Grundlage für die gewitzte Achterbahnfahrt lieferten fünf Besucher mit Hintergrundinformationen zu ihren Berufen sowie Details aus ihrem Leben. Unter ihnen der Kölner Projektmanager Fabian Brüggemann, der auf die Frage, welche Musik er denn gerne höre, Hip Hop antwortete. Sogleich legte Vera Passy einen erstklassigen Freestyle-Rap über Projektmanager hin, der den Saal bereits zu Beginn zum Toben brachte. „Das hätte ich nicht gedacht, dass in der so eine Motherfuckerin steckt“, lobte Alfeo die Reimkunst Passys. Aber auch Alfeo zeigte, dass er ein erstklassiger Musiker ist: mit einer spanisch gefärbten Akkordeon-Version von „Marmor, Stein und Eisen bricht“.

Die Künstler machten ihrem Namen alle Ehre.
Die Künstler machten ihrem Namen alle Ehre.
Foto: Christopher Arlinghaus

Schon früh war klar, dass die „Freiwilligen“ nicht für krude Scherze herhalten mussten, dass sie nicht zur Zielscheibe zotigen Humors werden würden. Passy, Alfeo, Frieling und Kara bohrten nicht – wie so manche Improvisations-Kollegen – mit dem Finger in Schwachstellen herum, sondern gingen respektvoll um mit ihren fünf „Alltagshelden“ und deren Geschichten. Der Schüler Miguel Pablo etwa erzählte, sein Großvater sei Spanier und zudem Theologe, der kurz vor der Priesterweihe seine Großmutter auf einer Party kennengelernt habe. Aus dieser Steilvorlage kreierten die vier Improvisationskünstler ein rund 45-minütiges, wunderbar augenzwinkerndes Stück, das einfallsreicher kaum hätte sein können – und bei dem sich wohl so mancher Besucher wünschte, auch seine Ahnengeschichte einmal in einer Springmaus-Version zu sehen. Der kreative Fundus des Ensembles schien unerschöpflich. Selbst aus milden Vorlagen wie Gesundheitstipps für Bürokräfte („Man darf den Bildschirm nicht so hoch stellen“) und studienbedingten Umzügen von Köln nach Bochum zauberten die perfekt aufeinander eingespielten Darsteller ein würziges, humoristisches Festmahl. Durchhänger gab es in dem zweistündigen improvisatorischen Kraftakt keine, dafür viele zündende und intelligente Gags, frei von Fremdschäm-Mentalität. So und nicht anders sollte Improvisationstheater sein. „Das war mal wieder eine richtig schöne Kulturveranstaltung“, sagte am Ende des Abends eine Besucherin zur anderen. Dem ist nichts hinzuzufügen.
www.springmaus.com

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