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Winter-Camper: Der Grill ist immer einsatzbereit

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Ein paar passionierte Wohnwagenbesitzer trotzten der nass-kalten Jahreszeit und verbringen auch in den Wintermonaten ihre Freizeit auf dem Platz in Rösrath. Foto: Christopher Arlinghaus
Ein paar passionierte Wohnwagenbesitzer trotzen der nass-kalten Jahreszeit und verbringen auch in den Wintermonaten ihre Freizeit auf dem Platz in Rösrath - mit Weihnachtsbaum und Adventskaffeetrinken.  Von
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Der Campingplatz in Rösrath wirkt verlassen. Die Liegestühle sind mitsamt ihren bunten Bezügen bis zum nächsten Frühjahr weggeschlossen, die Grills abgedeckt und in einer Ecke neben dem Wohnmobil verschwunden. Wer jedoch genau hinschaut, der sieht, dass nicht der gesamte Platz verlassen ist. Hier und da brennt ein Licht hinter den Gardinen, und entlang der Sülz parken ein paar vereinzelte Autos. Eine Handvoll passionierter Camper aus Rösrath und Umgebung verbringt auch die kalte Jahreszeit in ihrem Heim auf vier Rädern.

Zu ihnen gehören Willi Manegold und Elisabeth Theissen aus Frechen. Das Paar hat auf seinem Grundstück sogar einen kleinen Tannenbaum aufgestellt und ihn mit bunten Weihnachtskugeln bestückt. „Das Schmücken habe ich übernommen“, erzählt Theissen. Manegold betätigt sich dagegen lieber als Grillmeister. Auch im Winter ist sein Standgrill immer einsatzbereit, und die milden Temperaturen lassen in dem gebürtigen Kölner die Hoffnung aufkeimen, dass er in diesem Jahr vielleicht doch noch das ein oder andere Würstchen brutzeln kann. „Wir Camper sind da ja sehr flexibel“, sagt er lachend.

Auch den Heiligen Abend hat das Paar auf dem Platz verbracht. Am ersten und zweiten Weihnachtsfeiertag haben Manegold und Theissen dann ihre Kinder besucht. „Aber zu Silvester sind wir wieder hier“, sagt Manegold, der schon seit rund sieben Jahren eine Parzelle auf dem Rösrather Campingplatz gemietet hat. Er schätzt vor allem die Ruhe, die hier im Winter herrscht. „Außerdem ist es in unserem Wagen sehr gemütlich, und man ist immer schnell an der frischen Luft.“

Elisabeth Theissen hat zwar noch nicht ganz so viele Winter wie ihr Partner auf dem Campingplatz verbracht, aber auch sie genießt diese Zeit im Jahr sehr. Manegold: „Manchmal habe ich das Gefühl, dass wir häufiger auf dem Platz sind als zuhause.“ Natürlich hätten winterlichere Temperaturen oder gar Schnee das Gefühl von Gemütlichkeit über die Weihnachtstage noch verstärkt. So erinnert sich Peter Herkenrath, Platzwart und Vorstandsmitglied des Vereins Campinggemeinschaft Rösrath, immer wieder gerne an den Winter vor zwei Jahren. „Da lag hier alles unter einer dicken Schneedecke, und auch die Sülz war zugefroren.“ Dieses Jahr rauscht sie munter an den zum größten Teil verlassenen Wohnwagen vorbei, und die Wege zu den „Zweitwohnsitzen“ der Camper sind nicht schnee-, sondern matschbedeckt.

Damit vor Weihnachten dennoch ein wenig Weihnachtsstimmung aufkam, veranstalteten Herkenrath und die Schriftführerin des Vereins, Gitta Schmidt, am vierten Adventswochenende ein Kaffeetrinken für alle anwesenden Anlieger. Es fand im Vereinsheim auf dem Platzgelände statt, wo Herkenrath und Schmidt zuvor mit Lametta und kleinen Dekorationsartikeln für die richtige Stimmung gesorgt hatten. „»Stille Nacht« wird dabei aber eher selten gesungen“, so Herkenrath. „Bei uns Campern ist das alles etwas lockerer.“

Stattdessen erklingen in der Weihnachtszeit ab und an auch schon einmal Karnevalslieder. „Früher haben wir auch immer Nikolausfeiern für unsere kleinen Camper veranstaltet“, erinnert sich Schmidt. Momentan finde im Verein aber ein Generationswechsel statt. „Es fehlt uns, wie so vielen Vereinen, an Nachwuchs“, sagt Herkenrath. Beide hoffen, dass sich die Situation vielleicht im kommenden Jahr ändert. Denn dann begeht der Verein sein 40-jähriges Bestehen. Die Vorbereitungen für die Feierlichkeiten laufen bereits.

Gabi Cramer aus Rösrath muss nicht erst noch auf den Geschmack gebracht werden. Sie ist bereits seit mehreren Jahren begeisterte Camperin. „Ich kann gar nicht sagen, welche Jahreszeit ich lieber mag, Sommer oder Winter“, sagt die gebürtige Aachenerin, deren Wohnwagen ein künstlicher Weihnachtsmann in der Größe eines Kleinkindes schmückt. In dem Wagen hat sie gemeinsam mit ihrem Lebensgefährten auch den Heiligen Abend verbracht. Die beiden haben es sich über die Festtage richtig gemütlich gemacht. Sogar einen reich geschmückten Tannenbaum hat das Paar sich aufgestellt.

Für Cramer war es das mittlerweile vierte Weihnachtsfest auf dem Campingplatz. „Wir sind aber auch in den übrigen Monaten des Jahres sehr oft hier“, sagt die Frau mit den brünette Haaren. „Bestimmt jedes Wochenende“, vermutet sie. Wie Manegold und Theissen haben auch Cramer und ihr Freund Weihnachtsbesuche bei Familie und Freunden gemacht. Doch danach ging es wieder zurück auf den Platz nach Rösrath. „In der Wohnung fühlt man sich so eingesperrt“, findet Cramer. „Hier macht man die Tür auf und ist draußen.“

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