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Mallorca: Politiker will „Ballermann“ abschaffen

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Ein Bild, das bald der Vergangenheit angehören soll: Sangria-Besäufnis am "Ballermann". Foto: dpa
Für viele dürfte es wie ein Alptraum klingen: Ein mallorquinischer Politiker will den Ballermann abschaffen und die Partymeile zu einer Art St. Tropez umbauen. Volltrunkene Deutsche wolle man nicht mehr haben. Die Zeit der öffentlichen Besäufnisse sei vorbei.
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Palma de Mallorca

Es gab Zeiten im Sommerloch, da diskutierte man eifrig darüber, ob Mallorca als weiteres Bundesland in die deutsche Republik integriert werden sollte. Wie zu erwarten war, ist daraus nichts geworden. Die Spanier stemmten sich vehement gegen die Ansprüche bierseliger Kegelclubs, Damenchöre und Abiturienten, die zum Graus der Iberer aus dem sechs Kilometer langen Küstenstreifen an der Playa de Palma über Jahrzehnte den Ballermann geformt haben, gleichsam die Mutter aller Partymeilen.

Jetzt klafft erneut das Sommerloch, die Ferien in Deutschland haben soeben begonnen, und nun ereilt uns diese doch verstörende Nachricht von der Balearen-Insel: Mallorca will den „Ballermann“ abschaffen: Der Vize-Bürgermeister von Palma de Mallorca, Alvaro Gijon, kündigte in der „Bild„-Zeitung vom Montag einen radikalen Umbau der durch Alkoholexzesse bekannt gewordenen spanischen Partymeile um die Kult-Kneipe an. „In den nächsten fünf bis sechs Jahren werden wir das Erscheinungsbild an der Playa de Palma um 180 Grad drehen. Den Ballermann wird es in dieser Form nicht mehr geben“, sagte der Tourismus-Dezernent dem Blatt. Wer sich betrinken wolle, solle dies nicht mehr vor aller Leute Augen tun, sondern dafür in eine Diskothek gehen, sagte der Politiker.

Leergetrunkene Sangria-Eimer am Strand von Arenal.
Leergetrunkene Sangria-Eimer am Strand von Arenal.
Foto: dpa

„Sauf-Tourismus ist nicht mehr zeitgemäß“

Laut Gijon sollen künftig vor allem wohlhabende Touristen angelockt werden: „Viele Hotels werden auf vier und fünf Sterne hochgerüstet, der Strand komplett neu gestaltet mit hochklassiger Gastronomie und Sportangeboten.“ So sollten mehr Touristen etwa aus China und Dubai angezogen werden. Vorbilder für die Neugestaltung seien St. Tropez, Miami und Las Vegas. „Dieser Sauf-Tourismus ist nicht mehr zeitgemäß“, urteilte Gijon.

Die Insulaner haben bereits begonnen, das Ende des Paradieses für Flatrate-Trinker und Urlaubs-Exhibitionisten einzuläuten. In der aktuellen Saison gilt für einen Abschnitt der Promenade bereits ein Alkoholverbot von 22 bis 1 Uhr.

Doch so ganz will Gijon auf die Deutschen dann doch nicht verzichten. Sie sollten eben nur von einem anderen Schlag sein. „Ich bin mir sicher, dass andere deutsche Touristen an unseren neuen Strand kommen. Die Deutschen sind nach wie vor unsere wichtigsten Urlauber", sagte der Politiker dem Boulevardblatt. (ccp)

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