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Huma-Pläne: Tunnel beendet Teilung der Stadt

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Zu einem lebendigen Mittelpunkt der Stadt soll der Marktplatz werden. Straßengastronomie lädt zum Verweilen ein.  Foto: Jost Hurler
Die südlichen Stadtteile Sankt Augustins werden ohne Schienen-Barriere an die nördlichen angeschlossen, durch einen Straßentunnel unter der Bahnlinie 66. Das und ein Parkplatz-Konzept sind mit der neuen Version des Huma-Projekts verbunden.  Von 
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Die südlichen Stadtteile werden erstmals ohne Barriere an die nördlichen angeschlossen. Endlich sind die Grundlagen für ein vernünftiges Parkkonzept im Stadtzentrum vorhanden. Und die Aufstockung von 90 auf 140 Geschäfte bei gleichzeitiger Reduzierung der Verkaufsfläche wird dazu führen, dass der neue Huma einen persönlicheren Charakter bekommt.

So fasst der Technische Beigeordnete Rainer Gleß die positiven Aspekte der Neuplanung für den Einkaufspark zusammen. Pendler allerdings werden künftig umdenken müssen: Die Tage, da sie ihren Wagen kostenlos auf dem Parkplatz des Einkaufszentrums abstellen können, um mit der Linie 66 in Richtung Bonn oder Siegburg zu fahren, sind gezählt. Sämtliche Parkplätze auf dem Gelände sollen in Zukunft bewirtschaftet werden. Das heißt: Es werden Gebühren fällig. Dafür aber werden nicht mehr überall in der Innenstadt Freiflächen zugeparkt.

Wer künftig durch das Zentrum von Niederpleis oder Buisdorf nach Menden oder in die Kinderklinik fahren möchte, muss ab 2017 nicht mehr die Gleise der Stadtbahnlinie 66 überqueren. Das nach acht Monaten Planungsstillstand in der vergangenen Woche vorgestellte Konzept sieht in der Nähe der Bahnhaltestelle „Mitte“ eine Ost-West-Spange vor: Einen Tunnel mit direktem Anschluss an den Kreisverkehr beim Technologiepark.

Kunden schließlich können sich auf ein Einkaufszentrum freuen, das sich laut Gleß spürbar von vergleichbaren Bauten abhebt. Lichtdurchflutete Baukörper, die in eine grüne Umgebung eingebettet sind, folgen ebenso wie die Mieterstruktur einem zeitgemäßen Ansatz. Im neuen Huma nämlich sollen nicht nur die gängigen Ketten ihr Warensortiment anbieten, sondern auch zahlreiche eigentümergeführte Geschäfte. Dabei handelt es sich um etablierte Mieter wie die Bücherstube, aber auch um selbstständige Neumieter.

Als „bedauerlich“ hingegen bezeichnet Gleß den Verzicht auf das Bürgerforum – eine Art Kulturzentrum, dessen Bau Hurler in seinem ersten Entwurf aus eigener Tasche übernehmen wollte. Um die oftmals verwaiste Marktplatte gestalterisch aufzuwerten und mit Leben zu erfüllen, sei nun die Kreativität von Politik und Verwaltung gefragt. Ihm selbst schwebe vor, die neue urbane Mitte zum Austragungsort für Konzerte, Kleinkunst und ähnliches zu machen. Immerhin aber sei sichergestellt, dass der Zugang zur Marktplatte durch einen neuen Aufzug barrierefrei werde.

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Abgesehen davon sieht der Projektleiter Nachbesserungsbedarf vor allem bei Kleinigkeiten: „Wenn hier schon zweieinhalb Hektar Dachfläche geschaffen werden, sollten diese auch begrünt werden“, meint Gleß. Außerdem gelte es, an manchem Ort noch die Fassadengestaltung anzugleichen. Auch in der Politik stoßen die neuen Pläne weitgehend auf Zustimmung. CDU-Fraktionschef Georg Schell freut sich darüber, dass der neue Huma einen wesentlichen Beitrag dazu leiste, dauerhaft Kaufkraft in Sankt Augustin zu binden. Allerdings gelte es mit gebotener Sorgfalt das nunmehr zwei Gutachtern vorgelegte Verkehrskonzept zu prüfen – und dazu zähle auch die Entwicklung eines Parkraumkonzepts, das die Pendler nicht außen vorlasse.

SPD-Fraktionschef Marc Knülle sieht das ähnlich positiv, möchte aber zusätzlich ein Fußwegesystem zur umliegenden Wohnbebauung, zur Hochschule und zum Rhein-Sieg-Gymnasium sichergestellt wissen.

Damit auch die Nachbarkommunen Siegburg, Troisdorf, Bonn und Königswinter über den neuesten Stand der Planungen informiert sind, will Gleß zeitnah zu einem runden Tisch einladen.

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