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Stadtmarketing: Auch ohne Slogan selbstbewusst

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Die Kommunalpolitiker haben den kindischen Slogan "Sankt Augustin - wieso, weshalb, darum" verworfen. Foto: Ralf Johnen
Die Kommunalpolitiker haben den kindischen Slogan "Sankt Augustin. Wieso, weshalb - darum!" verworfen. Eine Kölner Agentur hatte ihn vorgeschlagen. Das neue Stadtmarketing-Konzept soll auch ohne Slogan die Pluspunkte herausstellen.  Von
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Sankt Augustin

Aus acht Dörfern wurde eine Stadt. Das ist jetzt mehr als 40 Jahre her. Seitdem befindet sich Sankt Augustin auf der Suche nach einer eigenen Identität. Schließlich verbindet die Birlinghovener nicht viel mit den Meindorfern. Die Buisdorfer verschlägt es nur selten nach Menden. Und seit das aus der Retorte entstandene Stadtzentrum in die Jahre gekommen ist, besitzt auch das nur noch wenig Strahlkraft.

Um die Identität der Bürger mit ihrem Wohnort zu erhöhen und den Auftritt der Stadt nach außen zu verbessern, hat die Verwaltung ein Stadtmarketingkonzept entwickeln lassen. Dieses sollte neben einem neuen Internetauftritt unter anderem ein Logo beinhalten. Nicht zuletzt galt es, eine Alternative für den Slogan "Wissensstadt Plus" zu finden.

Auf die Umsetzung solcher Zielvorgaben hat sich eine Vielzahl von Marketing-Agenturen spezialisiert. Den Auftrag für die Positionierung der Stadt Sankt Augustin haben die beiden Kölner Firmen "Markenmut" und "Cima" erhalten. Neben einem knapp hundertseitigen Papier, das allerlei Handlungsempfehlungen für die Zukunft birgt, haben die Kreativen auch einen Slogan aus dem Hut gezaubert: "Sankt Augustin. Wieso, weshalb - darum!".

Von einer blauen Sprechblase umrahmt, sollten die Worte in Zukunft die Briefköpfe der Stadt zieren. Auf den Dienstfahrzeugen wären sie in allen acht Orten zu sehen gewesen. Und auf T-Shirts, die im stadteigenen Merchandising-Laden erhältlich sind, hätten die Bürger den Slogan sogar in die weite Welt hinaustragen können.

Die Politik allerdings hat weiten Teilen dieser Strategie einen Riegel vorgeschoben. Der Vorschlag für den Slogan wurde für untauglich befunden - ebenso wie die Alternative: "Sankt Augustin - Wissen zu Leben". Vorerst nun liegt die Formulierung eines passendes Ersatzes auf Eis.

Den Tatendrang der Verwaltung allerdings mindert die misslungene Kampagne nicht. Ermutigt fühlen sich Bürgermeister Klaus Schumacher (CDU) und der Technische Beigeordnete Rainer Gleß unter anderem von den Ergebnissen einer Befragung aus dem vergangenen Jahr. In deren Rahmen haben 266 Bürger und 79 Unternehmer der Stadt überwiegend gute Note ausgestellt.

Als Wohnstandort konnte sich Sankt Augustin im Vergleich mit Bonn, Hennef, Siegburg und Troisdorf an erster Stelle platzieren. Und als Wirtschaftsstandort sehen die Augustiner ihre Stadt hinter Bonn auf dem zweiten Platz in der Region.

Schumacher und Gleß werten beides als Zeichen dafür, dass in Sankt Augustin so etwas wie Lokalpatriotismus tatsächlich existiert. Und diesen wollen sie stärken, indem sie die Pluspunkte vermehrt in den Fokus rücken. Schließlich hat die zweitgrößte Stadt des Rhein-Sieg-Kreises den ältesten Verkehrslandeplatz Deutschlands für Flieger zu bieten. Sankt Augustin ist Sitz der aufstrebenden Hochschule Bonn-Rhein-Sieg. Und nicht zuletzt beherbergt es vier Fraunhofer-Institute, das Deutsche Kinderherzzentrum sowie die Steyler Mission. Mit ein wenig Glück kommt in wenigen Jahren auch noch ein neuer Huma-Einkaufspark hinzu.

Wie Schumacher sagt, geben ihm all diese Faktoren ausreichend Selbstvertrauen für den immer schärfer werdenden Wettbewerb der Kommunen. Diesem allerdings wird sich die Stadt ohne spezielle Mittel stellen müssen, denn die Finanzen sind knapp. Schumacher gibt sich unbeeindruckt: Auch mit den vorhandenen Köpfen in Verwaltung und Wirtschaftsförderungsgesellschaft werde es gelingen, die wenigen noch verfügbaren Gewerbeflächen so zu vermarkten, dass Sankt Augustin sich noch besser positionieren kann. Diesem Druck, ergänzt er, setzen er und seine Mitarbeiter sich bewusst aus. Mit oder ohne passenden Slogan.

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