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„Kunst im Fluss“: Kunstwerke bei Freilichtschau zerstört

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Auch dieses Kunstwerk mit den bunten Bändern, die durch das Fließen des Baches ständig in Bewegung gehalten werden, fiel der Zerstörungswut eines Jugendlichen zum Opfer.  Foto: Franz-Albert Heinen
Unbekannte haben mehrere Kunstwerke zerstört, die bei der Schleidener Freiluftschau „Kunst im Fluss“ ausgestellt worden sind. Die Veranstalter haben jetzt eine Belohnung ausgesetzt. Auch der Bürgermeister zückte das Portemonnaie.  Von
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Große Bestürzung löst die Zerstörung mehrerer Kunstwerke im Rahmen der Aktion Kunst im Fluss aus. Aber die Schleidener sind es mittlerweile leid, immer nur zu jammern. Auf Facebook und in anderen Diskussionsforen finden die Macher dieses Kunstprojektes große Unterstützung, eine offenbar breite Woge der Empörung schwappte aus der Kunstszene über auf ganz viele andere.

Diesmal wollen die Initiatoren nicht tatenlos bleiben, sondern versuchen, die Übeltäter mit Hilfe der Polizei zu ermitteln. Zu diesem Zweck wurde gestern eine Belohnung ausgesetzt.

Wert von rund 40 000 Euro

Maf Räderscheidt, die Initiatorin der Aktion Kunst im Fluss, erstattete gestern bei der Polizei Anzeige wegen der Zerstörungen. Betroffen sind Werke, die auf dem Kunstmarkt immerhin zusammen einen Wert von rund 40 000 Euro hätten. Sie waren jedoch nicht versichert und meistens nur ausgeliehen.

Neu ist das Phänomen in Schleiden nicht. Was immer man in der Stadt öffentlich und unbewacht zugänglich macht, wird regelmäßig zerstört. Selbst die stabilen Skater-Installationen im neuen Sturmiuspark wanderten schon vor der offiziellen Eröffnung in die Olef. Die weitere Liste solcher Zerstörungen ist endlos lang. Erst am vergangenen Wochenende wurde beispielsweise die tolle Aktion „Kunst im Fluss“ eröffnet, schon wenige Tage danach lagen mehrere Kunstwerke teilweise total zerstört in der Olef.

Übeltäter nicht ermittelt

In deutlichem Kontrast zu dieser Häufung von Übergriffen gegen Sachwerte und öffentliche Anlagen steht die Anzahl der Übeltäter, die nach solchen offensichtlich mutwilligen Zerstörungen ermittelt wurden. Jetzt hat die Empörung allerdings ein solches Ausmaß erreicht, dass auch die für die Kunstaktion Verantwortlichen in die Offensive gehen wollen.

Mittel dazu soll die Belohnung sein, die für Hinweise auf die Täter ausgesetzt ist. Erst waren es Räderscheidt und ihre Bekannten, die spontan das Portemonnaie zückten. Bei einem Gespräch mit Bürgermeister Udo Meister stockte der die Summe auf 150 Euro auf, dann kam weiteres Geld, sodass am Freitag 210 Euro bereit lagen. „Mehr soll es nicht sein, wir wollen ja keine Hexenjagd“, so Räderscheidt, „aber wir wollen die beim Wickel kriegen, die hier wirklich alles zerstören.“
Die Zerstörung von Kunstwerken bei der Aktion in der Olef hatte sogar bereits vor der offiziellen Eröffnung begonnen. Kaum standen die ersten Installationen, da waren sie auch schön lädiert oder umgekippt. Das betraf zunächst das große Wasserrad von Alex Rix unter der Olefbrücke an der Blankenheimer Straße. Rix baute die Installation dann mit Freunden neu auf.

Reparatur lohnt sich nicht

Nach der Eröffnung wurde der von der Realschule gebaute bunte Leuchtturm neben der Veranstaltungsmuschel am Olefstrand im Park zertreten und beschmiert, schließlich flog er auch noch in die Olef. Der städtische Bauhof half inzwischen beim Transport des Leuchtturms zur Realschule, wo die Schüler sich inzwischen an die Reparatur gemacht haben. Ein Baumarkt gewährte dazu spontan einen Gutschein über 100 Euro.

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Das besonders zart und poetisch anmutende Kunstwerk der nächtlich leuchtenden Lichtangeln, das ebenfalls zur Ausstellung gehörte, wurden vollkommen zerstört, so dass eine Reparatur unmöglich ist.

Tatsache ist, dass sich am Wochenende eine Reihe Künstler zum Besuch angemeldet hatten. Die werden nun vor den Trümmern der Ausstellung stehen. Und Räderscheidt ist sich sicher: „Die werden mir gewiss nichts mehr leihen.“

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