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„Wilde Horde“: Fußballfan zu Geldstrafe verurteilt

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Nicht überall gern gesehen: die "Wilde Horde"  Foto: Rainer Dahmen
Ein Mitglied der „Wilden Horde“ ist wegen eines Verstoßes gegen das Sprengstoffgesetz zu einer Geldstrafe verurteilt worden. Es wurde vermutet, dass er auch bei dem Angriff auf einen Gladbach-Fan-Bus beteiligt war. Das konnte der Mann widerlegen.  Von 
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Schleiden-Gemünd

Die Mitgliedschaft bei der „Wilden Horde“, einem als „Ultra“ bekannten Fanclub des 1. FC Köln, hat einem in der Eifel aufgewachsenen FC-Fan einen Polizeibesuch beschert.

Bei einer Hausdurchsuchung des Angeklagten fanden die Polizisten neben unzähligen Fan-Artikeln auch eine Sturmhaube, eine Gesichtsmaske und zwei Softair-Pistolen sowie Feuerwerkskörper, die in Deutschland von offizieller Seite nicht zertifiziert waren.

Aufgrund dieser Tatsache erhielt der 25-Jährige von Richterin Claudia Giesen am Donnerstagmorgen im Gemünder Amtsgericht wegen Verstoß gegen das Sprengstoffgesetz eine Strafe von 30 Tagessätzen zu je 20 Euro. Der Eifeler, der seit einem Jahr in Köln lebt, rückte durch die Geschehnisse am 4. März 2012 in den Fokus der Polizei. Damals wurde ein Bus, der mit 30 Borussia-Mönchengladbach-Fans besetzt war, von vermummten Mitgliedern der „Wilden Horde“ mit Autos auf der Autobahn 3 abgedrängt und genötigt, von der Autobahn abzufahren.

Überfall mit Ketten

Auf dem Rastplatz Siegburg gingen rund 40 Mitglieder der „Wilden Horde“ auf den Bus mit Ketten, Schlagstöcken und Steinen los. Der Busfahrer startete damals durch, fuhr wieder auf die A 3, wobei er erneut von den Fahrzeugen der vermummten Fußballanhänger verfolgt wurde. Der Busfahrer behielt mit seinem großen Fahrzeug die linke Spur bei, so dass er nicht erneut von der Autobahn abgedrängt werden konnte. Die herbeigerufene Polizei sorgte für Ordnung. Am Bus entstand ein Sachschaden von rund 25 000 Euro.

Der Angeklagte konnte vor Gericht glaubhaft beweisen, dass er am Tag, an dem der Bus angegriffen wurde, nicht am Tatort zugegen war. Unter anderem eine Tankrechnung diente als Alibi. Auch stellte sich heraus, dass es sich bei dem Schlagstock, den die Polizei im Kofferraum des Wagens fand, den der FC-Fan damals fuhr, nicht um eine verbotene Waffe handelte. Zu den fünf Feuerwerkskörpern, die die Beamten im damaligen Jugendzimmer im Haus der Eltern des Mannes fanden, sagte der Verteidiger des Angeklagten: „Solche in Deutschland nicht zertifizierten Feuerwerkskörper kann jeder im nahen Ausland, etwa in Losheim, käuflich erwerben.“

Schlagstock übergeben

Die Feuerwerkskörper, die der Angeklagte in seinem Zimmer hortete, beinhalteten jeweils acht bis zehn Gramm Explosionsmasse. Der Verteidiger sagte dazu: „Zugelassene Knallkörper, die man in Deutschland zum Jahreswechsel in jedem Supermarkt kaufen kann, beinhalten bis zu 600 Gramm Explosionsmasse.“

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Der aktuell arbeitslose FC-Fan übergab den Schlagstock dem Gericht zur Vernichtung. Zu dem Verstoß gegen das Sprengstoffgesetz sagte die Richterin: „Wenn man ein T-Shirt besitzt, auf dem steht »Ich - Du - Wir sind Kölner FC-Fans mit Feuer und Flamme« müsse man sich nicht wundern, in eine bestimmte Ecke gesteckt zu werden.“

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