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Nummernschilder: 50 neue Kennzeichen ausgegeben

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50 Kennzeichen wurden ausgegeben. Foto: Stephan Everling
Der Andrang war riesengroß: Die Eifeler Autofahrer standen am Sonntag Schlange, um sich ein heiß begehrtes SLE-Nummernschild zu sichern. Der Schleidener Bürgermeister Udo Meister kam mit seinem privaten Porsche 944.  Von 
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Mit einem derartigen Andrang hatte niemand gerechnet. Die Fahrzeughalter standen am Sonntag dicht gedrängt in der Schalterhalle der VR-Bank Nordeifel in Schleiden, um für ihren fahrbaren Untersatz ein SLE-Kennzeichen zu besorgen. Wartezeiten von anderthalb Stunden waren keine Seltenheit, doch Aufregung blieb aus. Stattdessen gab es viele glückliche Gesichter, wenn die Menschen das neue Kennzeichen an ihrem Fahrzeug montieren und stolz von dannen fahren konnten.

„Am Freitagabend hatten sich schon knapp 600 Leute ein neues Kennzeichen geben lassen“, sagte Josef Latz, Leiter der Abteilung Straßenverkehr beim Kreis Euskirchen, zu den abgearbeiteten Anträgen der letzten vier Wochen. Im Laufe des Sonntags kamen noch einmal rund 50 neue Kennzeichen hinzu. Für die erste Sonntagsöffnung des Straßenverkehrsamtes hatten die Verantwortlichen einen Pendeldienst eingerichtet, der die frisch gedruckten Nummernschilder vom Rathaus holte.

Richtig Ärger gab es allerdings auch. Eine Dame aus Heimbach wollte ebenfalls ihren Wagen auf SLE umrüsten. Sie war leider nicht davon zu überzeugen, dass die Stadt Heimbach, die einst zum Kreis Schleiden gehörte, heute im Kreis Düren liegt und somit außerhalb des Zuständigkeitsbereichs der Euskirchener Beamten.

Die VR-Bank, die ihre Schalterhalle spontan zur Verfügung gestellt hatte, versüßte mit Kaffee und Kuchen den Wartenden die Zeit. „Wir haben heute auch unsere Dienstfahrzeuge umgemeldet“, berichtete Wolfgang Merten, Vorstandsmitglied des Geldinstituts. Ähnliche Pläne hat die Stadt Schleiden.

SLE-Fest
Auch Bürgermeister Udo Meister hat seinen privaten Zweitwagen mit einem Schleidener Nummernschild versehen.
Foto: Stephan Everling

Genugtuung für Hergarten

„Wir haben uns die Nummern SLE-SV 1 bis 100 reservieren lassen“, erzählte Bürgermeister Udo Meister, der mit seinem privaten, auch mit Schleidener Kennzeichen ausgerüsteten Porsche 944 auf den Markt gekommen war.
Sein Amtsvorgänger Ralf Hergarten konnte seine Genugtuung nur schlecht verhehlen. „Es ist mir ein innerer Vorbeimarsch“, gestand er. Als das Bundesverkehrsministerium die Möglichkeit eröffnet hatte, alte Ortskennzeichen wieder einzuführen, hatte er für den Vorschlag, SLE-Nummern wieder zu ermöglichen, sehr viel Häme einstecken müssen.

Viele der Menschen, die gekommen waren, sehen sich als überzeugte Eifeler und sind froh, dies auch am Auto demonstrieren zu können. „Als wir 1972 EU an das Auto machen mussten, sind wir nicht gefragt worden“, erinnerte sich Tom Dohmen, der vor dem Franziskus-Hospital das neue Schild an sein Auto montierte. „Das ist wichtig für die Region“, meinte seine Frau Ute, „das schafft ein Zusammengehörigkeitsgefühl und Stolz auf die Eifel.“

Sven Schreiber und Stefan Lorenz, beide in den 1980er Jahren geboren, haben diese Erinnerungen nicht. Doch eine Heimatverbundenheit spüren auch sie. „Wir sind doch Schleidener“, sagen sie, während sie in der nicht kürzer werdenden Schlange anstehen. Doch wie Manfred Poth, allgemeiner Vertreter des Landrates, weiß, locken gerade die jüngeren Autofahrer die vielen freien Möglichkeiten auf Nummernkombinationen. Auch er staunte über den Andrang und lobte den Einsatz der Mitarbeiter der Zulassungsstelle, die ihren freien Tag opferten.

Bei der anschließenden Verlosung konnte der Verein „IG Florian“ abräumen. Die Mitglieder kümmern sich um das alte Mercedes-Feuerwehrauto aus dem Jahr 1950, das in Wolfert steht. Der Vorsitzende Ernst Mertens konnte nicht nur den Preis für das älteste Auto mit SLE-Kennzeichen gewinnen, sondern hatte auch bei der Verlosung von 250 Euro für alle Fahrzeuge mit SLE-Kennzeichen das meiste Losglück.

AUTOR
Stephan Everling
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