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Stadtrat: Einstimmiges Votum für Kletterwand

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Bei der Installation eines Beuchet-Stuhls geraten die optischen Dimensionen scheinbar aus den Fugen.  Foto: Franz-Albert Heinen
Das Gremium segnete etliche, bislang äußerst kontrovers diskutierte Themen ab. Im Fokus standen nicht nur die Kletterwand in der Dreifachturnhalle, sondern auch die Fußgängerbrücke über die Urft und der Beuchet-Stuhl in Olef.  Von
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Eine ganze Reihe alter Themen war jetzt so weit zur Entscheidungsreife gelangt, dass der Stadtrat sie am Donnerstag endlich vom Tisch bringen konnte. Einstimmig winkte der Rat beispielsweise die Kletterwand in der Dreifachturnhalle durch – ein Projekt, an dem sich Schulen, Politik und Stadtverwaltung zwei Jahre lang abgearbeitet hatten, obwohl die Kletterwand mit gespendetem Geld finanziert werden sollte.

Zwischenzeitlich hatte es am Rathaus sogar eine lautstarke Demo der Schüler gegeben. Zudem schieden über dieses Projekt zwei der drei grünen Stadtverordneten wutentbrannt aus dem Rat aus.

Touristisches Projekt

Insgesamt drei Behörden rauften sich in den letzten Monaten zusammen, um ein für den Ort Gemünd wirklich wichtiges touristisches Projekt zu stemmen: eine Urftbrücke für Fußgänger, die es erstmals ermöglicht, im Bereich der Flussaue am Rand des Nationalparks einen leicht zu begehenden Rundweg zu etablieren.

Und das an einem der interessantesten Teile des Schutzgebietes. Die Brücke bekommt die Stadt auch noch geschenkt, denn als Bauherr tritt der Wasserverband Eifel-Rur auf, die Nationalparkverwaltung ist ebenfalls mit im Boot.

Während Bürgermeister Udo Meister (FDP) sich freute, dass es gelungen sei, mehrere Behörden unter einen Hut zu bringen, verwies SPD-Chef Wolfgang Heller darauf, dass die Stadt ihre Brücken schon jetzt nicht instand halten könne. Er warf die Frage auf, ob beispielsweise nach einem Unwetter mit Totalschaden der Brücke die Stadt das Bauwerk anschließend erneuern müsse.

CDU-Chef Jochen Kupp war diesbezüglich optimistischer: „Wir reden über eine neue Brücke, die den Tourismus ein ganzes Stück voranbringen wird. Wir sollten glücklich sein über das Angebot.“ Ein Vertagungsantrag von Eduard Arbach (Grüne) wurde mit 18 Stimmen der CDU/FDP-Koalition abgelehnt. Anschließend stimmte der Rat mit 21 Stimmen ohne Gegenstimme bei sieben Enthaltungen für den Bau der Brücke.

Argumente vergessen

Dann ging es um ein in Olef heiß und kontrovers diskutiertes Thema: die Frage, ob ein Spender der Stadt einen so genannten Beuchet-Stuhl stiften und ihn auf dem Olefer Dorfplatz als neue Touristenattraktion aufstellen darf. Ernst Jany (CDU), Einwohner von Olef, forderte die Zustimmung des Rates: „Die Bürger haben eindeutig entschieden. Die Argumente, die dagegen gesprochen haben, kann man einfach vergessen.“

Janys Fraktionschef Jochen Kupp hielt die Bürger-Einwände zwar für berechtigt, glaubt allerdings, dass der Beuchet-Stuhl zu einer Attraktivierung der Stadt beitragen könne. Daher beantragte er namens der CDU-Fraktion die Aufstellung des Stuhls.
Vorsichtiger gab sich Arbach, ebenfalls Einwohner von Olef. Er befürchtet, dass hinterher Zwietracht im Dorf herrsche, und riet zum Abwarten.

Ähnlich sah das auch Alfred Kirch (FDP), ebenfalls aus Olef: „Ich will keinen Streit im Dorf.“ Anders hingegen der ebenfalls in Olef lebende Winfried Hergarten, der dazu riet, die Installation zumindest probeweise zuzulassen: „Ich glaube nicht, dass in Olef die Welt untergeht, wenn das Objekt mal probeweise aufgestellt wird.“

Diese Einschätzung teilte die Mehrheit des Rates. Einstimmig bei vier Enthaltungen wurde die Aufstellung zur Probe beschlossen.

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