29.08.2016
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Schnee und Eis: Winter hält Helfer in Atem

Räumdienst

Nachts um drei Uhr begann für den Räumdienst der Technischen Betriebe die Arbeit auf Leverkusens Straßen. (Bild: Ralf Krieger)

Leverkusen -

Für Joachim Pawellek begann die Arbeitswoche mitten in der Nacht. Von seinem Büro in der Fixheide aus schickte er die Räumfahrzeuge zum Einsatz gegen den Schnee. „Wir haben nachts um drei Uhr angefangen“, erzählte der Sachgebietsleiter bei den Technischen Betrieben Leverkusen (TBL).

Seit dem ersten Schneefall am Freitag haben die Mitarbeiter der TBL 400 Tonnen Salz auf den Straßen verteilt. Nachschub ist schon bestellt, so Pawellek: „Zwei unserer vier Silos sind schon leer.“ Mit sieben großen und fünf kleineren Fahrzeugen seien die Mitarbeiter im Einsatz, „in Schichten von zwölf bis 15 Stunden“. Geräumt wurde der Schnee am Montagmorgen nur auf den Hauptstraßen, teilweise sogar mehrmals.

Trotz des stundenlangen Einsatzes der Räumfahrzeuge stand das Telefon bei den Technischen Betrieben nicht still. Anwohner beschwerten sich über nicht geräumte Straßen, „aber die Nebenstraßen werden nicht angefahren, dazu sind wir auch nicht verpflichtet“, erklärte Pawellek.

Busse steckten fest

Wozu das führt, konnten die Anwohner der Sackgasse Am Mittelberg in Schlebusch erleben. Ein Müllwagen steckte im Schnee fest. „Durch die Rangiererei war die Straße so glatt, dass wir Anwohner Schwierigkeiten hatten, mit unseren Autos loszufahren“, schilderte Horst Obladen die missliche Lage. Erst nach drei Stunden sei ein Streufahrzeug gekommen. „Das kann doch nicht sein“, ärgerte sich Obladen.

Probleme bereitete der mehrere Zentimeter hohe Schnee auch der Wupsi. „Verspätungen auf allen Linien“ verkündete zur Mittagszeit eine Sprecherin. Von einem Morgen mit Sorgen konnte Wupsi-Busfahrer Gero Hochkeppel berichten: „Es war überhaupt nicht geräumt und gestreut.“ Um 5.20 Uhr hatte sein Dienst begonnen, der ihn unter anderem nach Lützenkirchen und Steinbüchel führte. Räumfahrzeuge seien ihm nicht begegnet, dafür aber einige Gelenkbusse, die nicht vom Fleck kamen und auf den Winterdienst warteten.

„Das war nicht schön“, erzählte Hochkeppel. Seine Bilanz: Ein bisschen schliddern, viel Verspätung und noch mehr verärgerte Fahrgäste. Letztere verdarben ihm aber nicht die Laune: „Als Busfahrer ist man immer der Südenbock.“

Handwerker Friedrich Paas freute sich derweil darüber, dass er zurzeit mit Innenausbau beschäftigt ist. Sein Arbeitsplatz: die Rathaus-Galerie. „Sonst habe ich auch an der Fassade gearbeitet, im Moment montiere ich drinnen Fensterbänke“, erzählte Paas. Seine Kollegen, die draußen schuften, leisteten ihm bei Temperaturen um den Gefrierpunkt regelmäßig Gesellschaft. „Die kommen alle 20 Minuten mal rein und wärmen sich kurz auf“, so der Burscheider. Während ihn der Schnee bei der Arbeit nicht störte, wurde die weiße Pracht auf dem Weg dorthin zum Problem. Zwei Stunden war Paas am Morgen mit dem Auto nach Wiesdorf unterwegs.

Positive Nachrichten gab es indes von der Feuerwehr. Zwei zusätzliche Wagen sind für den Rettungsdienst im Einsatz, um Verzögerungen bei den Fahrten durchs verschneite Leverkusen zu vermeiden.


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