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Pannenset muss mit: Packen für die große Radtour

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So wenig wie möglich, so viel wie nötig: Für mehrtägige Radtouren richtig zu packen, setzt gute Planung voraus.
So wenig wie möglich, so viel wie nötig: Für mehrtägige Radtouren richtig zu packen, setzt gute Planung voraus.
Foto: dpa-tmn

Jedes Kilo zählt. Wenn es auf den letzten Kilometern der Tagesetappe noch einmal richtig bergauf geht, spätestens dann verflucht der Radfahrer allen Ballast. „Beim Gepäck sollte man sich beschränken“, rät Wolfgang Richter, Tourismusreferent beim Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Club (ADFC). „Einsteiger nehmen oft viel zu viel mit, dabei braucht man unterwegs relativ wenig.“ Ein bisschen Ausrüstung muss es für eine Mehrtagestour aber schon sein.

Wie viel Equipment nötig ist, hängt davon ab, durch welche Region eine Tour geplant ist. „Am Donauradweg zum Beispiel hat fast jede Kneipe eine Luftpumpe und Flickzeug“, sagt Gunnar Fehlau vom Pressedienst Fahrrad (pd-f). Wer dagegen über die Alpen fahre, müsse sich selbst gut wappnen.

Ein Kriterium für Equipment und Gewicht sei neben Terrain und Tourenlänge auch die persönliche Grundhaltung, meint Fehlau. Der Radfahrer müsse entscheiden, in welchem Maße er sich selbst helfen wolle. Manche Probleme ließen sich schließlich mit der Kreditkarte lösen. „Ich kenne Leute, die ohne Flickzeug losfahren und bei einem Platten mit dem Taxi zum nächsten Gasthaus fahren.“ Dort lösen sie das Problem dann in Ruhe.

Fahrrad vor der Tour checken lassen

Ungeachtet solcher Vorlieben empfiehlt Fehlau, ein Pannenset zusammenzustellen und einzupacken. Das enthält einen Multifunktionsschlüssel zum Schrauben, ein Kettenschloss für den Fall eines Kettenrisses, einen Reifenheber, Dichtmilch oder Pannenspray, ein Ventiladapter, Kettenöl oder ein Multipflegemittel, eine Minipumpe sowie Flickzeug und einen passenden Ersatzschlauch. Vor der großen Tour empfehle sich grundsätzlich, das Fahrrad im Fachhandel checken zu lassen.

Aber auch der Fahrer muss die Radtour durchhalten. Dabei hilft ihm die richtige Kleidung, die am besten nach dem Zwiebelprinzip ausgewählt wird: Ins Gepäck gehören mehrere Lagen, die je nach Wetterlage an- oder abgelegt werden können. Funktionskleidung sei vorteilhaft, sagt ADFC-Referent Richter. Sie transportiere Schweiß nach außen. Ansonsten reichten zwei, drei T-Shirts: „Man kann unterwegs auch mal ein T-Shirt durchwaschen.“

Von einfachen Bermuda-Shorts rät Richter ab, da sie durch Reibung auf dem Sattel zu Beschwerden beim Sitzen führen könnten. Vor allem Einsteigern ohne Tourenerfahrung empfiehlt der Radreise-Experte wegen der Druckbelastung eine Hose mit Polstereinsatz. Für den Abend im Gasthaus genüge ein Alltags-Outfit - etwa Jeans mit Polohemd.

Als Hilfsmittel zur Orientierung unterwegs kann die klassische Landkarte mit Radwegen dienen. Im Trend seien jedoch GPS-Navigationsgeräte, sagt Stephan Schreyer vom Zweirad-Industrie-Verband. „Viele sagen: Mensch, das probiere ich mal aus.“ Meist handle es sich um 2-in-1-Geräte, die sowohl Radfahrer als auch Wanderer nutzen können.

„Je spezieller ein Radweg ist, umso wichtiger wird ein Navi“, sagt Gunnar Fehlau. Bedienung und Genauigkeit von Routing-Geräten seien aber nicht so gut, wie man das vom Autonavi her kenne. Alternativ können Radfahrer vor der Tour eine festgelegte Strecke auf das Gerät laden - auf Kosten der Flexibilität.

Von Radkarten, Sonnencreme und Proviant

Deshalb rät Fehlau auch zu einer Radkarte zum Falten im Maßstab 1: 50 000 oder 1:100 000. „Allein mit GPS würde ich nicht fahren.“ Einen Überblick verschafft sich der Radwanderer, indem er vor der Tour oder Tagesetappe die Route händisch auf der Faltkarte markiert. So kann er die geplante Strecke unterwegs verlassen und findet trotzdem leicht wieder zurück.

Schwerer als Navi und Kartenmaterial wiegt der Proviant - doch der ist unentbehrlich: „Natürlich müssen Radfahrer unterwegs ausreichend trinken“, sagt Wolfgang Richter. „Ein Liter ist da eher das Minimum.“ Aber auch hier kann gewichtsbewusst gepackt werden. Plastik- oder Aluflaschen haben ein geirngeres Eigengewicht. Und für den Fall, dass die Kräfte aufgrund fehlender Festnahrung schwinden, rät Fehlau, eine Notration Schokoriegel mitzunehmen.

Was noch obendrauf kommt: Sonnencreme, Handy, Geld und Papiere. Liegt die Ausrüstung zusammen, muss sie noch gut verstaut werden. Verbandssprecher Schreyer rät, das Gepäck gleichmäßig auf Gepäckträger-, Sattel- und Lenkertasche zu verteilen. „Oft laden die Leute 30 Kilo hinten drauf, obwohl der Gepäckträger nur 20 Kilo aushält.“ Die Nutzlast stehe in der Bedienungsanleitung des Fahrrads und oft auch am Gepäckträger.

Bevor es für mehrere Tage auf große Tour geht, empfiehlt Schreyer eine etwa zehn Kilometer lange Probefahrt mit voller Beladung. Oft schätzten Radfahrer das Fahr- und Bremsverhalten ihres Velos in beladenem Zustand falsch ein. Der letzte Hinweis lautet also: Auch Radwanderern kann eine Generalprobe nicht schaden. (dpa-tmn)

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