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Karnevalszeit: Wie Narren sicher fahren

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Goldene Regel für Narren: Wer an Karneval fährt, trinkt am besten überhaupt keinen Alkohol. Foto: dpa

Trinkfreudige Narren lassen ihren Wagen im Karneval besser ganz stehen. Wer nüchtern bleibt und fährt, sollte es mit Verkleidung hinterm Steuer nicht übertreiben. Hier lesen Sie die Spielregeln, um gut durch die tollen Tage zu kommen.

Im Straßenverkehr haben Feierlustige keine Narrenfreiheit. Masken, Pappnasen, Bärte und andere Utensilien können bei der Fahrt mit dem Auto oder Fahrrad schnell die Sicht versperren. Auch sollte man darauf achten, dass Gehör und Bewegungsfreiheit durch Masken und starre, unhandliche Kostüme nicht eingeschränkt werden.

Masken dürfen Sicht nicht behindern

In Paragraf 23 derStraßenverkehrsordnung heißt es: „DerFahrzeugführer ist dafür verantwortlich,dass seine Sicht und dasGehör nicht durch die Besetzung,Tiere, die Ladung, Geräte oderden Zustand des Fahrzeugsbeeinträchtigt werden.“ Wer dagegenverstößt, muss mit einemVerwarngeld von zehn Eurorechnen. Bei einem Unfall kann außerdem der Versicherungsschutz gefährdet sein, warnt der Auto- und Rieseclub Deutschland (ARCD).

Verkleidet zu fahren ist nicht verboten, aber Bart und Hut dürfen die Sicht nicht behindern – und eine Augenklappe trägt besser nur der Beifahrer.
Verkleidet zu fahren ist nicht verboten, aber Bart und Hut dürfen die Sicht nicht behindern – und eine Augenklappe trägt besser nur der Beifahrer.
Foto: ampnet

Nach einer feuchtfröhlichen Feier sollte man sich keinesfalls hinters Steuer setzen, denn schon geringe Mengen an Bier, Wein oder Schnaps verringern die Reaktionsfähigkeit. Außerdem wird Fahren unter Alkoholeinfluss bei einer Kontrolle geahndet: Wenn der Fahrer Fahrauffälligkeiten zeigt und zum Beispiel Schlangenlinien fährt, kann schon ab 0,3 Promille der Führerschein weg sein, und es drohen Punkte und Bußgeld.

Strafen für Alkohol am Steuer

Bei 0,5 Promille Blutalkohol drohen bereits 500 Euro Bußgeld, vier Punkte im Flensburger Verkehrszentralregister und ein Monat Fahrverbot. Die Grenze der absoluten Fahruntüchtigkeit liegt bei 1,1 Promille. Wer in diesem Zustand Auto fährt, macht sich strafbar. Autofahrer, die einen Unfall verursachen, müssen mit einer hohen Geld- oder mehrjährigen Freiheitsstrafe rechnen.

Für Fahranfänger unter 21 Jahren gilt ein absolutes Alkoholverbot. Mindestens 250 Euro Bußgeld, zwei Punkte und eine Verlängerung der Probezeit auf vier Jahre sind die Folgen, wenn man mit Alkohol am Steuer erwischt wird.

Radfahren ist keine Alternative

Das Fahrrad ist keine gute Alternative, wenn man getrunken hat. Ab 1,6 Promille können Radler bei einer Kontrolle ihren Führerschein verlieren, Bußgeld und die Auferlegung einer medizinisch-psychologischen Untersuchung (MPU) zur Fahreignung drohen außerdem. Auch wer deutlich weniger getrunken hat und mit dem Fahrrad unter Alkoholeinfluss einen Unfall baut, kann wegen einer Verkehrsstraftat belangt werden.

Volltrunkene Fußgänger riskieren Führerschein

Selbst wer zu Fuß geht, kann seinen Führerschein verlieren. Zwar kann ein betrunkener Fußgänger keine Verkehrsstraftat begehen, da er kein Kraftfahrzeug führt. Wenn ein Fußgänger aber so betrunken ist, dass er sich auffällig verhält und deshalb kontrolliert wird, kann der Führerschein entzogen werden, wenn Tatsachen dafür sprechen, dass der Fußgänger alkoholabhängig ist oder zumindest ein Alkoholmissbrauch vorliegt.

Auch das Fahrrad ist für Narren mit Promille tabu. Wer betrunken radelt, riskiert den Führerschein.
Auch das Fahrrad ist für Narren mit Promille tabu. Wer betrunken radelt, riskiert den Führerschein.
Foto: ADAC

Bestehen Fahreignungszweifel aufgrund der Gesamtsituation, kann auch dem Fußgänger gegenüber eine Medizinisch-Psychologische Untersuchung (MPU) angeordnet werden. So wurde einem Fußgänger, der mit 3 Promille aufgegriffen wurde, randalierte und auch im nüchternen Zustand keine Einsicht zeigte, eine entsprechende MPU auferlegt. Auch der Versicherungsschutz der privaten Unfallversicherung gerät in Gefahr, wenn der Fußgänger alkoholisiert in einen Unfall verwickelt wird.  

Restalkohol nicht unterschätzen

Keinesfalls sollte man außerdem am nächsten Morgen den Restalkohol unterschätzen, denn pro Stunde baut der Körper gerade einmal zwischen 0,1 und 0,15 Promille Alkohol im Blut ab. Schlaf, Kaffee, Duschen oder Tabletten, die den Alkoholabbau im Körper beschleunigen sollen – nichts davon beschleunigt diesen Prozess.

An Karneval sicher parken

Probleme kann es an Karneval auch mit dem Parken geben. Versperrt ein Fahrzeughalter mit seinem Wagen den Weg für Narrenumzüge, wird er abgeschleppt. Deshalb ist es schlau, sein Auto weit genug abseits von Umzügen und Großveranstaltungen zu parken – auch wegen möglicher Schäden am Wagen.

Für Glasbruch oder mögliche Brandschäden kommt die Teilkaskoversicherung auf. Für alles andere – etwa ein eingetretenes Rücklicht oder ein abgebrochener Spiegel – brauchen Autofahrer eine Vollkaskoversicherung. (dmn, ampnet, ADAC, dpa)

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