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Meiste Todesfälle: So gefährlich sind unsere Landstraßen

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60 Prozent der Verkehrstoten in Deutschland sind 2012 auf Landstraßen ums Leben gekommen. Foto: ACE
Viele Autofahrer unterschätzen die Unfallgefahr auf Landstraßen. 60 Prozent aller tödlichen Unfälle passieren dort. „Landstraßen sind schön, aber gefährlich“, warnt Sven Rademacher vom Deutschen Verkehrssicherheitsrat (DVR) in Bonn.
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Die idyllische Landschaft entlang der Straße gebe dem Fahrer oft ein sicheres Gefühl. Nach Daten des Statistischem Bundesamtes ereigneten sich jedoch 2012 ungefähr 60 Prozent aller tödlichen Unfälle auf Landstraßen – der Wert hat sich im Vergleich zum Vorjahr kaum verändert. Mehr als die Hälfte der Unfalltoten in Deutschland sind 2012 auf Landstraßen verunglückt. 2441 Menschen von insgesamt 4009 Unfalltoten kamen auf Landstraßen ums Leben.

Sven Rademacher vom DVR empfiehlt: „Die Geschwindigkeit anpassen, Tempolimits einhalten und das Fahrverhalten den Witterungsbedingungen anpassen.“ Seien maximal 70 km/h vorgeschrieben, müssten Autofahrer bei Nebel oder Glätte natürlich trotzdem deutlich langsamer fahren.

Die Idylle der Landschaft täuscht: Landstraßen sind oft unfallgefährliche Strecken.
Die Idylle der Landschaft täuscht: Landstraßen sind oft unfallgefährliche Strecken.
Foto: ACE

Unangemessene Geschwindigkeit sei der Hauptgrund für Unfälle auf Landstraßen. Außerdem sollten Autofahrer nur überholen, wenn die Gegenspur ausreichend weit einsehbar ist. „Beim kleinsten Zweifel das Überholen lieber bleiben lassen“, rät Sven Rademacher.

Die meisten schweren Unfälle auf Landstraßen gehen auf riskante Überholmanöver, die Missachtung der Vorfahrt oder Kontrollverlust über das Fahrzeug zurück. Oft kommen Autos von der Fahrbahn ab und prallen an Straßenbäume. Tempoüberwachungsanlagen, Überholfahrstreifen und Überholverbote können allerdings laut Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt) die Verkehrssicherheit steigern.

Blitzer und Überholspuren helfen

Nach der Disco vor den Baum: Hier stellt der ADAC einen typischen Unfall auf Landstraßen nach.
Nach der Disco vor den Baum: Hier stellt der ADAC einen typischen Unfall auf Landstraßen nach.
Foto: ADAC

In einer Studie untersuchte die BASt insgesamt zehn Strecken, auf denen entweder begrenzte Überholspuren oder Geschwindigkeitsüberwachungsanlagen eingerichtet wurden. Verglichen wurde die Unfallstatistik drei Jahre davor und danach. Durch die Überwachungsanlagen sank die Zahl der Unfälle auf den jeweiligen Strecken um 52 Prozent. Bei den Überholspuren reduzierte sich die Unfallzahl um 64 Prozent.

Die Verkehrsteilnehmer waren in einer Befragung der Bast mit den Maßnahmen mehrheitlich einverstanden: Bei den Überholspuren lag die Zustimmung bei mehr als 90 Prozent. Bei den Blitzern lag sie zwischen 75 und 95 Prozent – abhängig davon, an welcher Teststrecke gefragt wurde.

Landstraßen führen oft durch Waldgebiete. Wechselndes Wild ist besonders in der Dämmerung eine Unfall-Ursache.
Landstraßen führen oft durch Waldgebiete. Wechselndes Wild ist besonders in der Dämmerung eine Unfall-Ursache.
Foto: dpa

Darüber hinaus beklagen Automobilclubs immer wieder den Zustand der Fahrbahnen auf Landstraßen. Unbefestigte Straßenränder, viele Schlaglöcher, tiefe Bodenwellen und geflickte Risse in der Fahrbahn tragen zum erhöhten Unfallrisiko bei. Zudem reizen langsame landwirtschaftliche Fahrzeuge zu riskanten Überholmanövern und tragen Schmutz auf die Fahrbahn. Ein weiteres Unfallrisiko ist häufiger Wildwechsel auf Teilstrecken in Waldstücken. (dpa, ACE)

Das Überholen auf Landstraßen ist ein großer Risiko-Faktor. Lesen Sie in unserer Bildergalerie Tipps des ADAC zum sicheren Überholen.

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