Kölner Stadt-Anzeiger

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Oberkommissar hielt Rednerin persönlich das Mikrofon hin

Von RALF ROHRMOSER-VON GLASOW, 10.03.03, 07:02h

Gegen einen Krieg im Irak demonstrierten gut 100 Menschen am Internationalen Frauentag.

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Mit selbst gemalten Transparenten demonstrierten die Teilnehmer vor dem Stadtmuseum gegen einen Irakkrieg. BILD: ROHRMOSER-VON GLASOW
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Mit selbst gemalten Transparenten demonstrierten die Teilnehmer vor dem Stadtmuseum gegen einen Irakkrieg. BILD: ROHRMOSER-VON GLASOW
Gegen einen Krieg im Irak demonstrierten gut 100 Menschen am Internationalen Frauentag.

Sankt Augustin / Siegburg - „Es hat immer Menschen gegeben, die gegen den Krieg waren, und ich stehe an ihrer Seite“. Mit leidenschaftlichen Worten wandte sich Christa Pfeiffer an die Kriegsgegner, die sich am Samstagmittag auf dem Karl-Gatzweiler-Platz versammelt hatten. Seit 40 Jahren ist sie Mitglied in der Deutsche Friedensgesellschaft / Vereinigte KriegsgegnerInnen (DFG / VK), die gemeinsam mit Friedensgruppen und dem antirassistischen Arbeitskreis von ver.di nrw.süd zu der Kundgebung aufgerufen hatte.

Ein wenig mehr Zulauf hatten sich die Veranstalter schon gewünscht, doch Christa Pfeiffer weiß aus langer Erfahrung, dass die Deutschen lange Vorbereitung brauchen - und die gab es nicht. Das Megaphon gab den Geist auf, doch Polizeieinsatzleiter Edgar Leitner stellte die Außenlautsprecher seines Streifenwagens zur Verfügung. Während ein gestandener Polizeioberkommissar das Mikrofon hielt, konnte die Seniorin ihre Rede halten. Und als die Anlage nicht mehr wollte, wandte sich Andreas Buderus von der Mendener Friedensinitiative ohne Verstärkung an die Zuhörer und klagte die USA der offenen und zynisch betriebenen Kriegstreiberei an.

Über die B 56 zogen die Demonstranten dann zum Siegburger Marktplatz, unter ihnen auch die gerade einmal vier Wochen alte Lea, die auf dem Bauch ihrer Mutter schlief. Vor dem Museum gab es eine Abschlusskundgebung. Uschi Geuer vom Deutschen Kinderschutzbund wehrt sich ebenso gegen diesen Krieg („Die Auswirkungen von Kriegen erlebe ich täglich in meiner Arbeit“) wie ver.di-Gewerkschaftssekretär Achim Steffen: „Wir wollen nicht, dass die Menschen im Irak abgeschlachtet werden für Öl.“ Für den Tag X, bei einem Angriff auf den Irak, riefen die Veranstalter dazu auf, sich um 18 Uhr am Denkmal auf dem Siegburger Marktplatz zu treffen.