„Windows on America“

Schüler dürfen in die USA

Von Clemens Schminke, 29.08.08, 20:25h

Die amerikanische Botschaft lädt eine junge Gruppe der Henry-Ford-Realschule in die Vereinigten Staaten ein. Zum ersten Mal nehmen Schüler aus Köln am Botschaftsprogramm „Windows on America“ teil.

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In der Residenz von Matthew G. Boyse (4. v. l.) trafen William R. Tinken und seine Frau Sue (l.) mit den Kölnern zusammen. (Bild: Hennes)
Innenstadt Zu den vielen Anhängern, die der demokratische US-Präsidentschaftskandidat Barack Obama in Deutschland hat, zählt auch eine junge türkische Kasachin aus Köln. Sie ist 16 Jahre alt, heißt Iclal Sevencan und besucht die Henry-Ford-Realschule in Niehl.

Vor mehr als 40 Jahren kamen die ersten Kasachen mit der Gastarbeiterwelle nach Köln. Die Abstammung erklärt sich damit, dass Tausende von Kasachen, die in den östlichen Gebieten des heutigen Kasachstan und im Westen Chinas lebten, in früheren Zeiten über Tibet, Indien und Pakistan, wo sie mehrere Jahre Zwischenstation machten, in die Türkei emigrierten, die sie großzügig aufnahm; schließlich handelte es sich um Angehörige eines Turkvolks. Die Sprache ist ähnlich; und Türken und Kasachen sind in der großen Mehrzahl muslimischen Glaubens.

Und welchen Bezug hat Iclal Sevencan zu Obama? „Ich bin auch für ihn, er ist irgendwie sympathisch.“ Über diese Sympathiebekundung geht es jedoch hinaus. Denn die 16-Jährige hat bald Gelegenheit, den Präsidentschaftswahlkampf etwas näher zu verfolgen als andere Deutsche: Sie gehört zu den zehn Jugendlichen der Henry-Ford-Realschule, die im Oktober am Austausch-Programm „Windows on America“ teilnehmen. Das Programm hat die Botschaft der USA im Jahr 2006 in Berlin ins Leben gerufen mit dem Ziel, Schülern, deren Familien ausländischer Herkunft sind und die sonst kaum ein Möglichkeit hätten, nach Amerika zu reisen, die Vereinigten Staaten näherzubringen. Aus zehn Städten sind die Teilnehmer bisher gekommen; Köln ist zum ersten Mal dabei.

Die Jugendlichen, die unter anderem aus der Türkei, Russland und Eritrea stammen, wurden jetzt von US-Generalkonsul Matthew G. Boyse in seiner Residenz in Düsseldorf empfangen; dabei waren der Botschafter der Vereinigten Staaten, William R. Timken, und seine Frau Sue, die „Windows in America“ initiiert haben, zudem Mitglieder von Migrantenorganisationen sowie Vertreter deutscher und amerikanischer Firmen, durch deren Spenden die Verwirklichung des Projekts erst möglich wird. Zu Gast waren ebenso die Teilnehmer der ersten Stunde, eine Gruppe von Düsseldorfer Hauptschülern.

Die Kölner Jugendlichen fliegen am 3. Oktober mit zwei Lehrerinnen für zehn Tage in die USA. Sie besuchen Washington D.C., New York und wohnen anschließend bei Familien in Cleveland, Ohio. „Ich bin gespannt, wie die leben“, sagte Iclal Sevencan. Und sie sei neugierig, ob es in den Schulen so zugehe, wie man es aus Spielfilmen kennt.


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