
Von Angelika Calmez, 22.02.10, 17:30h, aktualisiert 23.02.10, 09:03h
„Köln ist Karneval“, sagt Beni Vamosi vom Kölner Jugendzentrum „Jachad“. Und schließlich liege die Jewrovision dieses Jahr ziemlich genau zwischen zwei fröhlichen Festen, zu denen sich die Menschen kostümieren: Karneval und Purim. Sein Team hat im vorigen Jahr gewonnen, also ist Köln dieses Jahr Gastgeber. Der Songcontest ist nur der Höhepunkt einer ganzen Wochenendfreizeit. So empfängt „Jachad“ knapp 500 Kinder und Jugendliche zwischen zehn und 19 Jahren, so viele wie bei keiner Jewrovision zuvor. „Hey, was geht ab? - Wir feiern die ganze Nacht“, rocken die Jungs aus Duisburg 800 Zuschauer, die aus 28 jüdischen Gemeinden angereist sind. Moderator Oliver Polak hat es leicht: Unter den Jugendlichen, ihren Fans, Freunden und Verwandten brodelt die Stimmung von selbst. „Das wird ein Hexenkessel hier, ganz ohne Alkohol und Drogen“, kommentiert eine Mutter den ausgelassenen Jubel.
Vor der Bühne haben sich die Duisburger Fans versammelt, klatschen und singen mit. Überall im Saal schwenken Jugendliche mit glänzenden Augen Leinwände mit den Namen ihrer Städte. Sogar ein „Kölle Alaaf“ lässt sich vernehmen. Als die Jury gegen zwei Uhr morgens ihre Wertung verkündet, rastet wahrhaftig der Bär aus: Gewinner ist Berlin. „Die Jewrovision kann man einfach mit nichts vergleichen“, schwärmt eine Tänzerin aus der Hauptstadt, „auf der Bühne war es fantastisch. Aber das wichtigste ist die Freundschaft, das Kennenlernen.“
Die Berliner Künstler dürfen ihren preisgekrönten Act jetzt bei der europäischen Jewrovision 2010 in Stockholm präsentieren. Wer nicht im Fanbus mitfährt, bastelt am Motto für 2011.