Erstellt 10.08.04, 07:10h, aktualisiert 10.08.04, 10:06h
Ruppichteroth - Auf den ersten Blick hat die Feuerwehr natürlich nicht sonderlich viel mit Indianern zu. Andererseits aber kann ein wenig Kontrolle in einem Zeltlager nach Tradition der nordamerikanischen Ureinwohner ja auch nicht schaden, denn das Zündeln gehört schließlich zum Standardprogramm eines jeden Möchtegernhäuptlings. Und wenn die uniformierten Herren aus nachvollziehbaren Gründen schon kein Feuerwasser in die Zeltstadt mitgebracht hatten, so konnten sie die Kids wenigstens mit Löschwasser erfreuen. Und das in rauen Mengen, denn am Wochenende haben die Einsatzkräfte des Löschzugs Ruppichteroth der Freiwilligen Feuerwehr die Ventile ihrer Schläuche kräftig geöffnet.
Die Bewohner der Zeltstadt waren bei Temperaturen von über 30 Grad dankbar für die unverhoffte Erfrischung. Die 54 Kinder im Alter von sechs bis zwölf Jahren, die von Freitag bis Sonntag auf dem Gelände des Bürgervereins Schönenberg kampierten, hatten nämlich derart mit der Hitze zu kämpfen, dass einige von ihnen nachts sogar die Zelte verschmähten, und kurzerhand unter freiem Himmel schliefen. Mit Kojoten, Weißhäuten oder anderen Feinden der Indianer war im Hügelland von Ruppichteroth schließlich nicht zu rechnen, und deshalb ging das auch seitens der Betreuer in Ordnung.
Wie Wilfried Trapp, Vorsitzender des Ortsvereins der Arbeiterwohlfahrt, die das Zeltlager für die Daheimgebliebenen bereits zum zehnten Mal ausrichtete, erklärt, glänzten die Kinder auch sonst mit Einfallsreichtum. So haben sie einen nahen Bach, der am Campinggelände vorbeiführt, zu einem kleinen Badesee umfunktioniert, indem sie das kühle Wasser mit einer Mauer aus Steinen aufgestaut haben. Doch auch wer lieber trockene Füße behalten wollte, konnte seine Geschicklichkeit unter Beweis stellen, indem er typisch indianische Bastelarbeiten verrichtete. Und so kam es, dass die Jungindianer nicht nur ein gelungenes Wochenende in Erinnerung behalten, sondern als Souvenir auch ein wenig Federschmuck oder ein Lederbändchen mit nach Hause nehmen konnten. (rjo)