Von PETER BERGER, 02.09.05, 07:00h
Hongkong - Noch hat Oasis Airlines weder eine Flugbetriebserlaubnis noch die Flugrouten-Lizenzen für vier Ziele in Europa und zwei in den USA. Doch der Chef des Unternehmens, Raymond C. Lee, der als der finanzstärkste Unternehmer von Hongkong gilt, geht davon aus, dass er ab März 2006 Billigflüge von und nach Europa anbieten wird. „Wir werden mit London-Gatwick beginnen. Köln wird sehr kurz darauf folgen“, sagte er. Der Preis für Flüge von und nach Köln soll bei durchschnittlich 300 Euro (Hin- und Rückflug) liegen. Oasis will zunächst fünf Maschinen vom Typ Boeing 747-400 leasen, „keine brandneuen, aber sie werden in einem sehr guten Zustand sein“, heißt es bei Oasis.
Michael Garvens, Geschäftsführer des Kölner Flughafens, sieht in der möglichen Direktverbindung nach Asien große Marktpotenziale sowohl im Geschäftsflieger als auch im touristischen Bereich: „China ist ein derart schnell wachsender Markt, es entsteht gerade eine neue Mittelschicht, die das Reisen mit Sicherheit entdecken wird.“ Köln-Bonn sei als Drehkreuz der europäischen Billigflieger hervorragend geeignet, weil „die Passagiere von hier aus Anschlüsse zu 67 Zielen in Europa haben.“
Zu schwach ausgelastet
Just an dem Tag, als die Kölner Delegation in Hongkong ihre Gespräche über die Flugroute nach Köln konkretisierte, gab der Ferienflieger LTU bekannt, dass er Ende Oktober seine Linienflüge von Düsseldorf nach Schanghai und Peking einstellen wird. Die Auslastung habe bei 60 Prozent gelegen, 75 seien für einen profitablen Betrieb erforderlich. Warum aber sollte in Köln funktionieren, was in Düsseldorf gescheitert ist? Für Garvens kein Widerspruch. „Das zeigt deutlich, dass eine Charterfluggesellschaft nicht in der Lage ist, solche Marktpotenziale zu erschließen.“ LTU sei offenbar nicht in der Lage, sich gegen die Linienflieger zu behaupten. Kölns Oberbürgermeister Fritz Schramma wird heute Gespräche mit der Stadtregierung von Hongkong über das Oasis-Projekt führen.
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