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Vermisste Sigrid P. aus Königswinter: Leiche jahrelang im Keller versteckt

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Foto: Ralf Rohrmoser von Glasow
Jahrelang war die Leiche von Sigrid P. im Keller des Hauses in Königswinter versteckt, in dem sie bis Februar 2008 mit ihrem Ehemann Gerd L. gelebt hatte. Nach der Durchsuchung ist der Ehemann nun vorläufig festgenommen worden.  Von
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Königswinter

Die vermisste Sigrid P. ist tot. Polizisten der Technischen Einsatzeinheit aus Brühl fanden ihre Leiche im Keller des Hauses, in dem sie bis Februar 2008 mit ihrem Ehemann Gerd L. gelebt hatte. Seitdem war sie nicht mehr gesehen worden. Ihr Mann habe angegeben, dass sie „freiwillig das familiäre Umfeld verlassen habe“, so die offizielle Lesart der Polizei. Erst im Januar 2013, nach der Ausstrahlung eines Fernsehbeitrages, wurde aus ihrem Verschwinden ein Fall.

Freundlich, aber distanziert

Die Ermittlungen führten schließlich zur Öffentlichkeitsfahndung und einem Beitrag in der Sendung „Aktenzeichen XY“. Im Anschluss daran ging ein Hinweis bei der Mordkommission unter Leitung von Kriminalhauptkommissar Dietmar Kaiser ein, dass der 51 Jahre alte L. nach dem Verschwinden seiner Frau den Garten umfangreich neu gestaltet habe. Die weiteren Nachforschungen der Kripo erhärteten schließlich die Anhaltspunkte, welche die Einleitung von Ermittlungen gegen den Ehemann rechtfertigten.

Mit einem richterlichen Durchsuchungsbeschluss erschien am Mittwoch gegen 7.30 Uhr die Mordkommission an der ruhigen Straße in Ittenbach. L. wurde zur Befragung ins Polizeipräsidium nach Bonn gebracht. Spürhunde durchsuchten die Räume in der Doppelhaushälfte, sie schlugen an.

Polizeibeamte schleppten schweres Gerät, darunter Bohrhammer und Scheinwerfer, ins Haus. Bald schon dröhnten Bohrgeräusche nach draußen. Die Vernehmung hatte wohl Ergebnisse gebracht, denn die Beamten begannen mit ihren Arbeiten gezielt im Keller, im Garten dagegen wurden sie nicht aktiv. Doch Oberstaatsanwalt Robin Faßbender machte keine Angaben zu den Aussagen des Beschuldigten.

Um die Mittagszeit wurde aus dem Verdacht schreckliche Gewissheit: Der Leichnam war entdeckt worden. Gerichtsmedizinerinnen kamen hinzu.

Über den genauen Fundort schwieg sich Polizeipressesprecher Frank Piontek aus. Offenbar aber war im Untergeschoss keine Zwischenwand eingezogen worden, wie spekuliert wurde. Kaiser und Staatsanwältin Henrike Baumgarten verließen den Fundort und kehrten zurück ins Präsidium.

Ein Bestatter holte am Nachmittag den Leichnam ab und brachte ihn in die Rechtsmedizin nach Bonn. Die Mordkommission geht mit hoher Wahrscheinlichkeit davon aus, dass es sich um die Vermisste handelt. Die zweifelsfreie Identifizierung steht noch aus. Der verdächtige Ehemann, gegen den wegen eines Tötungsdeliktes ermittelt wird, wurde vorläufig festgenommen.

Tochter löste Suche aus

Der 49 Jahre alte Sohn der Vermieterin zeigte sich geschockt. Nie habe er damit gerechnet, sagte er, als er von dem Fund erfuhr. Er wohnt schräg gegenüber. Von ungewöhnlichen Arbeiten in dem Haus habe er nichts mitbekommen, sagte er. Das Paar sei harmonisch aufgetreten, Hand in Hand durch den Ort gegangen. Den Garten hätten sie sehr gepflegt. L. sei jedoch distanziert gewesen. Eine solche Tat aber hätte der 49-jährige Nachbar dem Mann nie zugetraut.

Andere Nachbarn berichten, dass sie ihm regelmäßig beim Hundespaziergang begegneten. Der 51-Jährige sei freundlich, indes unnahbar aufgetreten. Vor etwa drei Wochen hat er seine neue Lebensgefährtin geheiratet. Seine Tochter – mit P. hatte er auch noch einen Sohn – wohnt nach einer gescheiterten Ehe ebenfalls wieder in dem Haus. Ein Notfallseelsorger kümmert sich jetzt um sie. Sie war es übrigens, die sich schon 2011 an einen Fernsehsender gewandt und so die Suche nach ihrer Mutter in Gang gesetzt hatte.

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Bei den Nachforschungen in diesem Jahr fanden die Ermittler keinerlei Lebenszeichen der Frau, die heute 45 Jahre alt wäre. Sie hatte ihre Krankenkassenkarten nicht mehr benutzt, obwohl Untersuchungen angestanden hätten, hatte sich nirgendwo angemeldet – warum, ist jetzt auf schreckliche Weise deutlich geworden.

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