31.07.2016
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FC-Blog: Toller Endspurt des 1. FC Köln

Fliegen dem Aufstieg entgegen: der 1. FC Köln.

Fliegen dem Aufstieg entgegen: der 1. FC Köln.

Foto:

Bongarts/Getty Images

Köln -

Jetzt kann ich ja zugeben, dass mir zeitweise ein wenig schwindelig geworden ist an diesem 30. Spieltag der letzten Zweitligasaison des großen 1. FC Köln. Denn selbstverständlich hatte ich vor meiner Abreise in die USA einmal oberflächlich durchgerechnet, ob der FC in meiner Abwesenheit würde aufsteigen können. Und war zu dem Schluss gekommen, dass das eher nicht möglich war, auch angesichts der Rückrundenleistungen insgesamt.

Soviel dazu. Tatsächlich hätte es dann doch schon an diesem Wochenende passieren können. Gefallen hätte mir das nicht, denn wenn man sich Dinge antut wie Heimniederlagen gegen Ingolstadt oder Paderborn, ist es nur recht und billig, auch beim traditionellen Platzsturm zum Aufstieg dabeisein zu wollen. Wobei ja erst der dritte Aufstiegs-Platzsturm eine Kölsche Tradition wäre. Und irgendwie kann ich mich gerade nicht erinnern, ob es beim 2:1-Sieg über St. Pauli am übrigens 30. Spieltag der Saison 2002/2003 einen Platzsturm gab. Gegen Mainz gab es sehr, sehr sicher einen. Die Aufstiegs-Entscheidungen 2000 (Hannover!) und 2005 (Aue!) fanden ja auswärts statt. In Hannover war ich, was gut war, denn seit diesem Tag bin ich mir sicher, dass das Leben einen Sinn hat (nach dem 1998er-Abstieg hatte ich zeitweise daran gezweifelt, allerdings war ich da noch sehr jung). Den Aue-Aufstieg habe ich dagegen verpasst, weil ich auf einer Wandertour durch die Dascht-e Kawir weilte, das ist eine Salzwüste im iranischen Hochland. Ich lag damals nach einem langen und sehr staubigen Tag in meinem Zelt, an Telefon-Empfang war nicht zu denken, als der FC in Aue aufstieg, ohne dass ich etwas davon bemerkte. Seitdem weiß ich, dass es gut ohne mich geht. Das hat mich auch in den vergangenen Wochen beruhigt, als ich in Florida weilte. Der Endspurt des FC in dieser Saison ist jedenfalls einer Spitzenmannschaft würdig. Und auch am Freitag bleibt trotz des zwischenzeitlichen Rückstands die Erkenntnis, dass wir auch in Berlin klar besser waren. Daran kann ein einzelner wirklich bemerkenswert schöner Angriff der Berliner nichts ändern.

Dennoch hatte ich mir schon beim Schwarzer-Rauch-Abstiegsmistspiel gegen den FC Bayern vor einer gefühlten Ewigkeit versprochen, zum Wiederaufstieg im Stadion zu sein. Und das werde ich ja jetzt auch. Denn meine Zeit in Florida ist vorüber. Doch obwohl mich der Aufstieg erwartet und meine schöne Heimatstadt und der Frühling und der WM-Sommer und der Pimkie und unser ganzes schönes Leben daheim, tut dieser Abschied doch sehr, sehr weh.

Apropos Abschied (endlich mal wieder eine Apropos-Überleitung!): Zurück zum Aufstieg. Als Kölner sollte man in den vergangenen 15 Jahren und spätestens seit Christoph Daum mit seinem Mittelstürmerkonzept namens McKenna gelernt haben, dass es nicht darum geht, wie man aufsteigt. Sondern darum, dass man überhaupt aufsteigt. Über Stilfragen können wir uns gern in einer fernen Zukunft Gedanken machen, in der wir dann regelmäßig über Pflichtsiege unserer B-Elf in der Champions-League-Gruppenphase diskutieren.

Rechnung mit Bochum offen

Seit uns der VfL Bochum in der Hinserie die schöne Ungeschlagen-Serie zerstört hat, haben wir mit denen sowieso eine kleine Rechnung offen. Die wäre mit einem Sieg dann fein beglichen. Aufstieg zu Ostern – stimmiger geht es eigentlich nicht.

Meine Eltern sind mittlerweile zurück in Deutschland. Am Freitag hatte ich noch die Gelegenheit, mit meinem Vater zusammen zur Mittagszeit unseren Sieg in Berlin sehen zu können. Ich will mich jetzt ungern selbst zitieren, aber selbstverständlich habe ich an dieser Stelle dem Unglaublichen Helmes stets im Rahmen meiner Möglichkeiten die Treue gehalten. Wenn er am Montag noch das entscheidende Tor gegen Bochum macht, ist mein Trikot-Flock für die neue Saison beschlossene Sache.

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