30.07.2016
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Analyse zum 3:1-Sieg gegen Frankfurt: Ein Abend zum Feiern für den 1. FC Köln

Yannick Gerhardt (l.) bejubelt seinen Treffer mit Filip Mladenovic und Matthias Lehmann.

Yannick Gerhardt (l.) bejubelt seinen Treffer mit Filip Mladenovic und Matthias Lehmann.

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imago/mika

Köln -

Der 1. FC Köln holt gegen Eintracht Frankfurt den ersten Sieg in der Rückrunde. Unsere Analyse.

Das Wichtigste zuerst:

Am Samstagabend ist dem 1. FC Köln der erste Pflichtspiel-Sieg des Jahres gelungen. Gleichzeitig bedeutet das 3:1 gegen Eintracht Frankfurt das Ende der unschönen Serie von zehn erfolglosen Partien unter Flutlicht nacheinander. Durch den Heimsieg hat die Mannschaft von Trainer Peter Stöger den neunten Tabellenplatz der Bundesliga vor dem wiederbelebten VfB Stuttgart verteidigt.

Die Aufstellungen:

Als würde Peter Stöger sich einen Spaß daraus machen, immer wieder aufs Neue mit seiner Aufstellung zu verblüffen: Der Österreicher entsandte jene Formation auf den Rasen, die sich beim 1:1 in Hamburg sehr ordentlich präsentiert hatte. Das bedeutet: Der unantastbare Matthias Lehmann ist jetzt nicht mehr unantastbar – der Kapitän musste nach abgesessener Gelbsperre zunächst einen Platz auf der Bank einnehmen.

Stöger zum Sieg gegen Eintracht Frankfurt
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In der Drei-Mann-Abwehr begannen erneut Mergim Mavraj, Dominic Maroh und Dominique Heintz und auf der linken Seite durfte wieder Winter-Zugang Filip Mladenovic starten. Jonas Hector lief abermals im zentralen Mittelfeld auf, diesmal wieder neben Yannick Gerhardt. Weil Yuya Osako kurzfristig wegen Magen-Darm-Beschwerden ausfiel, blieb ein Platz auf der Kölner Bank leer. Eine Randnotiz: Milos Jojic schaffte es nicht ins Aufgebot.

1. FC Köln: Horn – Risse, Maroh, Mavraj, Heintz, Mladenovic (77. Vogt) – Gerhardt, Hector – Bittencourt (83. Sörensen), Zoller (13. Lehmann) – Modeste

Frankfurt:  Hradecky – Regäsel, Russ, Abraham, Oczipka – Hasebe (60. Seferovic) – Aigner, Stendera, Fabian (73. Ben-Hatira), Huszti – Meier

Die Tore:

24. Minute – 1:0 für Frankfurt:Mavraj leistet sich einen üblen Fehlpass und ermöglicht der Eintracht eine Flanke, nach der vor dem Kölner Tor chaotische Zustände herrschen. Zunächst gelingt es der FC-Defensive in Gemeinschaftsarbeit aber doch, den Ball zu klären. Ein paar Meter vor dem Strafraum kommt allerdings Huszti an den Ball, flankt und findet – wen sonst? –  Alexander Meier, der den Ball per Direktabnahme ins Tor verlängert. Warum Meier nicht im Abseits stand? Mavraj hatte nicht aufgepasst und den Moment, in dem die Abseitsfalle greifen sollte, versäumt.

29. Minute – 1:1, der FC gleicht aus:Nach einer Flanke aus dem linken Halbfeld können zwei Frankfurter den Ball am eigenen Strafraum nicht kontrollieren. Von Fabian prallt die Kugel zu Anthony Modeste, der mit feinem Auge serviert für Yannick Gerhardt. Wenige Meter vor dem Eintracht-Tor wahrt der 21 Jahre junge Mittelfeldmann im Duell mit Frankfurts Keeper Hradecky die Coolness – der Ausgleich.

57. Minute – 2:1 für Köln:Ein Foul an Marcel Risse zieht auf der rechten Seite einen nicht unumstrittenen Freistoß nach sich. Mladenovic zirkelt den Ball mit viel Tempo in den Strafraum, Dominique Heintz kann ungestört springen und platziert den Ball unhaltbar im Tor.

73. Minute – 3:1 für Köln:Leonardo Bittencourt, Yannick Gerhardt und Anthony Modeste bescheren den Kölner Fans eines der schönsten FC-Tore dieser Saison: Bittencourt zieht aus dem rechten Halbfeld ins Zentrum und passt im richtigen Augenblick perfekt in den Lauf von Gerhardt, der den Ball im Strafraum kontrolliert, einen Meter vor Hradecky die Ruhe bewahrt und querlegt für Modeste. Der Franzose hat den Ball bloß noch im leeren Tor unterzubringen, schafft das und jubelt vor der Südkurve über seinen zehnten Saisontreffer.

Das war gut:

Wie die Kölner auf den zum Zeitpunkt der Entstehung verdienten Führungstreffer der Frankfurter reagierten: ruhig, diszipliniert, entschlossen. Der Sieg hätte ja durchaus höher ausfallen können. Die Formation mit der dynamischen Mittelfeld-Variante Hector/Gerhardt ermöglicht dem FC im Gegensatz zur Hinrunde mit Lehmann/Vogt im Zentrum neue Möglichkeiten der Gestaltung und rasantes Umschaltspiel. Ein wichtiger Faktor ist Filip Mladenovic, der den Umzug von Hector durch seinen guten Einstand in Köln überhaupt erst möglich macht und aktiv gegen die Meinung ankämpft, dass Winter-Zugänge nur selten zielführend sind.

Das war schlecht:

Schiedsrichter Felix Zwayer, der bei seinen Entscheidungen keine klare Linie fand und mehrfach daneben lag. Dass das Spiel trotzdem einen verdienten Sieger fand, wird den FC trösten – die abstiegsbedrohten Frankfurter eher nicht.

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