28.08.2016
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Neuer Linksverteidiger des 1. FC Köln: Stöger und die „Herausforderung“ wegen Filip Mladenovic

Filip Mladenovic (r.) legte sich bei seinem Debüt für den 1. FC Köln mit Schiedsrichter Manuel Gräfe an

Filip Mladenovic (r.) legte sich bei seinem Debüt für den 1. FC Köln mit Schiedsrichter Manuel Gräfe an

Foto:

Bongarts/Getty Images

Köln -

Das Debüt war ordentlich, Filip Mladenovic ließ sein Potenzial durchaus erkennen. Der einzige Winter-Neuzugang des 1. FC Köln, der für etwa 1,5 Millionen Euro vom weißrussischen Meister Bate Borissow kam, durfte bei der 1:3-Niederlage gegen den VfB Stuttgart ab der 66. Minute auf der linken Seite für den verletzten Leonardo Bittencourt ran – und machte trotz des ungünstigen Spielverlaufs einigermaßen positiv auf sich aufmerksam. Mladenovic bemühte sich um Offensivaktionen, zeigte einige dynamische Vorstöße und schlug ordentliche Flanken. „Wir sind zufrieden, dass wir ihn geholt haben, das kann ich nach drei Wochen sagen“, lässt dann auch Trainer Peter Stöger wissen.

Dass der Champions-League-erprobte Mladenovic nicht den Eindruck erweckt, in der Bundesliga eine lange Anlaufzeit zu benötigen, stellt das Trainerteam vor eine „Herausforderung“, wie Stöger sagt. Denn Mladenovic ist nicht bloß nach Köln gekommen, um sich hinter Jonas Hector anzustellen und zaghaft auf Einsatzminuten zu hoffen. Der Serbe wird eher früher als später den Anspruch haben, regelmäßig zu spielen. „Filip hat mit Jonas Hector unseren einzigen deutschen Nationalspieler vor der Nase, was auf Dauer nicht einfach ist“, sagt Stöger. „Aber wir haben ganz klar gesagt, dass es auch unsere Aufgabe ist, vielleicht etwas zu finden, wie die beiden gemeinsam funktionieren können.“

Hector und Mladenovic zusammen?

Eine Lösung könnte jene sein, die schon in der letzten halben Stunde des Spiels gegen Stuttgart geprobt wurde: Hector oder Mladenovic als Linksverteidiger und der jeweils andere davor auf der offensiven Außenbahn. Stöger erinnert daran, wie vor eineinhalb Jahren Pawel Olkowski, der als Rechtsverteidiger zum FC wechselte, zunächst nicht an Miso Brecko vorbeikam und deshalb mehrfach auf der offensiven Außenbahn spielte. So kann es nun auf der linken Seite auch mit Mladenovic laufen: „Filip kann das. Er hat die Schnelligkeit, die Dynamik. Er kann kicken, er kann Flanken schlagen, er versucht, zum Abschluss zu kommen“, sagt Stöger.

Zudem ist Mladenovic ein Kandidat, um etwas gegen das Image der (zu) braven Kölner Mannschaft zu unternehmen. Stöger selbst bezeichnete seine Spieler während der Hinrunde als „Ministranten“ – und Mladenovic macht nicht den Eindruck, ein solcher zu sein. Im Gegenteil wirkt er relativ temperamentvoll und könnte sich als ein Spieler herausstellen, der die Emotionalität im Kölner Spiel ankurbelt. „Das schadet uns nicht", sagt Stöger.

Was wird aus Bittencourt?

In der Hinrunde war Leonardo Bittencourt auf der linken offensiven Außenbahn gesetzt. Der ehemalige U-21-Nationalspieler überzeugt zwar stets durch Attribute wie Leidenschaft und Kampfbereitschaft, aber kein Tor und nur zwei Vorlagen lassen viel Luft nach oben, was die Effizienz seiner Aktionen angeht.

Durch Mladenovic sieht sich also auch Bittencourt einem verschärften Konkurrenzkampf ausgesetzt. Denn wie sagt Stöger über den neuen Mann? „Bei den Spielern, von denen wir glauben, dass sie uns weiterhelfen, ist er ganz weit vorn.“ Und es klingt so, als seien der Trainer und der Linksfuß in einer Ansicht durchaus konform: Wenn er die bisherigen Eindrücke bestätigt, dann wird Filip Mladenovic beim 1. FC Köln mittelfristig kein Ersatzspieler sein.