24.07.2016
Aktuelle Nachrichten aus Köln und der ganzen Welt
fc-banner

1. FC Köln-Geschäftsführer Alexander Wehrle: „Wir werden in den nächsten Jahren mehr investieren“

Alexander Wehrle spricht im Interview über die Pläne des 1. FC Köln.

Alexander Wehrle spricht im Interview über die Pläne des 1. FC Köln.

Foto:

Rainer Dahmen

Herr Wehrle, am Samstag beginnt für den 1. FC Köln die Rückrunde mit dem Heimspiel gegen den VfB Stuttgart. Obwohl es bei Ihrem ehemaligen Verein finanziell nicht gut läuft, gab es in diesem Winter kein Gerücht über Ihre Rückkehr. Sind Sie gekränkt?

Ich habe meinen Vertrag beim FC im Sommer bis 2021 verlängert. Die Frage stellt sich also gar nicht – und das wird auch in den nächsten Jahren so sein.

Im vergangenen Winter haben sich die Stuttgarter um Ihre Rückkehr bemüht.

Aber ich habe damals eine bewusste Entscheidung für den FC, nicht gegen Stuttgart getroffen. Wir haben hier viele spannende Projekte und viel Potenzial. Meine Aufgabe hier ist noch lange nicht zu Ende und ich habe riesige Lust, hier weiterzumachen.

Wie erleben Sie Spiele gegen den VfB?

Ich freue mich, dass es wieder losgeht. Es ist für mich ein besonderes Spiel. Aber zwei Herzen in einer Brust? Völliger Blödsinn! Von der ersten bis zur letzten Minute wird mein Blick nur auf den Erfolg des FC gerichtet sind. Danach kann Stuttgart von mir aus alle 16 Spiele gewinnen.

„Kontinuität ist auf den Führungsebenen extrem wichtig“

Neben Ihnen haben Jörg Schmadtke und jetzt auch Trainer Peter Stöger einen langfristigen Vertrag unterschrieben. Bestärkt Sie das in Ihrer Entscheidung?

Peter Stöger passt zu dieser Stadt und diesem Verein. Das Trainerteam macht insgesamt einen überragenden Job, und funktionierende Konstellationen sollte man bewahren. Kontinuität ist auf den Führungsebenen extrem wichtig. Die Zusammenarbeit mit den Trainern, aber auch von Jörg Schmadtke und mir mit dem Vorstand ist von großem Vertrauen ineinander und in das Gesamtprojekt geprägt.

Wo sehen Sie die Gefahren für dieses Projekt?

Ich glaube, wir sind so geschlossen, dass wir mögliche Stürme überstehen werden. Aber der Fußball ist ein so wechselhaftes Geschäft. Es wäre töricht, davon auszugehen, dass wir in den nächsten Jahren so weiterwachsen, dass wir dann Vierter, Dritter und Zweiter werden. Wir planen für den besten, den wahrscheinlichen und den schlimmsten Fall. Jeder Fußballverein hat die Gefahr, dass Einnahmen wegbrechen, weil es sportlich nicht mehr läuft.

So wie in Stuttgart. Wie blicken Sie heute auf Ihren Ex-Klub?

Die letzten drei Jahre waren nicht einfach, der VfB hat jedes Jahr gegen den Abstieg gekämpft. Aber der Klub hat so viel Substanz und Wirtschaftskraft durch die ansässigen Unternehmen – ich mache mir keine allzu großen Sorgen. Der VfB kämpft mit einem nicht unüblichen Problem: Nach der sensationellen Meisterschaft sind in den Jahren danach die erhofften internationalen Einnahmen weggebrochen, aber zeitgleich hatte der Verein noch hohe Transferaufwände und Abschreibungen. Damit lässt sich der finanzielle Verlust simpel erklären.

„Wir werden mehr investieren“

Wie werden Sie sich dagegen absichern, falls Sie sich für das internationale Geschäft qualifizieren?

Solange Jörg Schmadtke und ich in der Geschäftsführung sind, werden wir immer so planen, dass die Einnahmen und die Ausgaben in einem gesunden Verhältnis stehen. Bisher ging es darum, sportlich erfolgreich zu sein, aber dabei vor allem die Konsolidierung voranzutreiben. Das wird sich in den nächsten Jahren verschieben und wir werden mehr investieren, weil wir wirtschaftlich ein stabileres Fundament haben. Wir würden eine einmalige Qualifikation für einen internationalen Wettbewerb aber nicht überbewerten, sondern die Transferpolitik nur im Rahmen der neuen Einnahmen umsetzen.

Was sind Ihre Ziele für das Jahr 2016?

Zunächst geht es darum, möglichst früh den Klassenerhalt zu sichern. Danach kann man sich mit anderen Zielen beschäftigen. Darüber hinaus sind wir mitten in der Planung für die nächste Saison. Die Infrastruktur hier am Grüngürtel wird uns natürlich beschäftigen. Wichtige Punkte sind auch die Internationalisierung und unsere Online-Strategie.

Lesen Sie auf der nächsten Seite, wie der FC seine Vermarktung international vorantreiben will.

nächste Seite Seite 1 von 2