27.08.2016
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Mittelfeldspieler des 1. FC Köln: Milos Jojic und seine lange Suche nach einem Ausweg

Milos Jojic

Milos Jojic ist beim 1. FC Köln noch nicht angekommen.

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Dahmen

Köln -

Die Beziehung zwischen Milos Jojic und dem 1. FC Köln begann mit großen Worten und noch größerer Vorfreude. Als Versprechen für eine erfolgreiche Zukunft voller kreativer und überraschender Augenblicke auf dem Rasen kam der Serbe am 5. Juli vergangenen Jahres aus Dortmund – „Milos wird sicherlich eine neue, sehr variable Komponente für unser Offensivspiel sein“, wurde Trainer Peter Stöger damals zitiert.

Es gab, wenn überhaupt, dann nur einen Grund, an dieser Annahme zu zweifeln: Jojic hatte während der vorangegangenen sechs Monate lediglich neun Minuten gespielt. Aber das war auch den schwierigen Umständen bei der Borussia während des letzten Jahres unter Jürgen Klopp geschuldet. Und dass überdurchschnittliche Fähigkeiten in ihm ruhen, hatte der Mittelfeldspieler längst nachgewiesen. Die Fans des BVB erinnern sich an sein Bundesliga-Debüt, als er 17,84 Sekunden nach seiner Einwechslung gegen Frankfurt traf. Und auch, nur ein weiteres Beispiel, an seine grandiose Performance beim 2:0-Sieg im Champions-League-Viertelfinalspiel der Saison 2013/14 gegen Real Madrid – leichtfüßig präsentierte sich Jojic, dynamisch, ideenreich und mit Zug zum Tor.

Sieben Monate nach seiner Ankunft ist die Euphorie in Köln jedoch einer immer nachhaltigeren Ernüchterung gewichen. Es gibt Tage, an denen Jojic im Training vieles gelingt, er wie die personifizierte Leichtigkeit daherkommt und mehr als nur aufblitzen lässt, was irgendwo in ihm steckt. Und dann gibt es eben Tage, an denen er verunsichert bis behäbig wirkt.

„Den Weg aus dieser Situation muss er selbst finden“

Abseits des Rasens lacht Jojic viel, gemeinsam mit den Mitspielern, an der Integration scheitert es nicht. Manchmal wirkt es aber, als fehle ihm nicht nur Selbstvertrauen, sondern auch das Vergnügen an seiner Arbeit. Als würde er mit sich hadern – und keinen Ausweg aus der vertrackten Lage finden.

Vielleicht ist das ein wesentlicher Punkt. „Mal sehe ich, dass er richtig unterwegs ist. Mal sehe ich, dass er extrem hadert. Mal sehe ich ihn sehr positiv eingestellt, dann wieder etwas negativer“, sagt Stöger auf Nachfrage des „Kölner Stadt-Anzeiger“ – und schildert damit recht treffend, was sich regelmäßig beobachten lässt. „Es kann sein, dass er sich selbst blockiert. Manchmal hat er einen guten Tag, noch einen guten Tag – und am übernächsten Tag ist es plötzlich nicht mehr so gut“, sagt Stöger. „Ich verstehe das ein Stück weit und wir beschäftigen uns sehr viel mit ihm. Aber den Weg aus dieser Situation muss er in erster Linie selbst finden.“

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