30.07.2016
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Analyse nach der Pleite: Darum verlor der 1. FC Köln gegen Hertha BSC

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Enttäuschung nach dem Spiel: Kölns Dominic Maroh (l-r), Anthony Modeste und Dominique Heintz.

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dpa

Köln -

Vor geraumer Zeit hat Peter Stöger beschlossen, sich nach Spielen des 1. FC Köln nicht mehr über die Leistung des jeweiligen Schiedsrichters zu äußern. Zum Teil war das eine aus Resignation gewachsene Entscheidung, sie diente aber auch dem Selbstschutz. „Ich habe gemerkt, dass es mir persönlich nicht weiter hilft“, sagte der Trainer im November. Bislang hat er sich – von dezenten Hinweisen im Subtext mancher Aussage abgesehen – an sein Vorhaben gehalten. Auch am Freitagabend.

Der FC hatte soeben die vierte Heim-Niederlage der Saison hinnehmen müssen, die Kölner unterlagen Hertha BSC mit 0:1. Der nächste Rückschlag eine Woche nach der Derby-Niederlage in Mönchengladbach. Stöger machte, als er das Geschehene analysierte, nicht den Eindruck, als falle es ihm schwer, wieder nicht über den Schiedsrichter zu sprechen. Dabei hatte sich der Österreicher während des Spiels offensichtlich über bestimmte Entscheidungen von Tobias Stieler geärgert.

Aber nein, kein Wort dazu. Der Trainer beschrieb recht nüchtern die Situation seiner Mannschaft nach dem Auftakt in diese als richtungsweisend für den weiteren Saisonverlauf deklarierte Englische Woche, die am Dienstag in Ingolstadt weitergeht und am darauf folgenden Samstag gegen Schalke enden wird: „Es ist schon okay, dass wir da stehen, wo wir stehen“, sagte Stöger. „Für mehr ist es möglicherweise in verschiedenen Bereichen einfach nicht genug.“

Dieses Resultat der Selbstreflexion wird manch einen Fan des Klubs womöglich betrüben, klang vor allem angesichts der schaurigen ersten Halbzeit der Kölner aber plausibel. Allerdings konzentrierten sich nicht alle Beteiligten bei der Ursachensuche nur auf sportliche Aspekte – dafür war manchen der Ärger über den Schiedsrichter und die Gegenspieler zu groß.

„Spielen in der größten Handball-Arena Deutschlands“

Wieder einmal sah sich der FC benachteiligt, diesmal in Bezug auf zwei Vorgänge: Zum einen spielte Berlins Per Skjelbred den Ball in der 73. Minute im eigenen Strafraum elfmeterreif mit der Hand. In einer Mischung aus Süffisanz und Missmut erklärte dazu etwa Jörg Schmadtke: „Wir haben ein bisschen das Gefühl, dass wir in der größten Handball-Arena Deutschlands spielen.“ Der Geschäftsführer führte diesen Gedanken aus: „Wir haben in den letzten Wochen häufig Entscheidungen, die im Zweifelsfall gegen uns sind, die uns benachteiligen. Ob wir darüber reden oder nicht, ist egal, das ändert nichts.“

Zum anderen empfanden die Kölner das Verhalten der Hertha-Spieler bei Unterbrechungen als Verzögerungen jenseits der Grenzen sportlicher Fairness. „Was die Berliner an Zeitspiel gemacht haben nach dem 1:0, das hatte nichts mit Fußball zu tun“, sagte etwa Dominique Heintz, Verteidiger des FC. Und Kapitän Matthias Lehmann erklärte: „Am Ende kann man wieder alles aufzählen – Zeitspiel, den nicht gegebenen Elfmeter, den Pfostenschuss. Aber am Ende zählt das Resultat – und das ist zum Kotzen.“

Lesen sie auf der nächsten Seite, wie die FC-Profis die eigene Leistung einschätzen.

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