30.07.2016
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Clemens geht: Suche nach der Zukunft beim FC

Trainingseinheit beim 1. FC Köln.

Trainingseinheit beim 1. FC Köln.

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Rainer Dahmen

Köln -

Montagmorgen am Geißbockheim. Die Sonne scheint auf den bestens präparierten Rasen, die Spieler sind nach ihrem freien Sonntag längst auf dem Gelände angekommen, die Bedingungen für die zweite Trainingseinheit des 1. FC Köln unter dem neuen Trainer Peter Stöger sind makellos.

Etwa 100 Fans warten darauf, die Mannschaft auf dem Platz und in Aktion beobachten zu dürfen. Und dann? Kein Training. Zumindest kein öffentliches. Eine Dreiviertelstunde nach dem angesetzten Beginn wird bekannt, dass sich jene kleine Gruppe aus Spielern, die nicht mehr im Urlaub verweilen, in der Halle ertüchtigt. Stabilisationsübungen und Krafttraining.

Man konnte Sascha Bigalke nach der ersten Einheit des Tages durchaus ansehen, dass doch "etwas mehr als nur Gymnastik" auf dem Programm gestanden hatte. Der Mittelfeldspieler hatte die Kabine gerade erst verlassen, als er ein erstes Resümee der Arbeit unter Peter Stöger wagte: "Er scheint sehr offen zu sein, sehr kommunikativ. Er hat eine klare Philosophie, die er uns nach und nach aufzeigen wird", sagte Bigalke dem "Kölner Stadt-Anzeiger". Sein Fazit: "Bisher alles sehr positiv."

Stögers Vorgänger Holger Stanislawski und der Kölner Kaderplaner Jörg Jakobs hatten Bigalke im vergangenen Sommer vom Drittligisten Unterhaching nach Köln geholt, am 31. August, dem letzten Tag der Transferfrist. Der FC hatte die Vorbereitung zu diesem Zeitpunkt schon hinter sich, die Zweitliga-Saison war bereits drei Wochen alt, Bigalke ergänzte ein bereits formiertes Team.

Während seiner ersten Saison in Köln hat Bigalke lediglich 16 Ligaspiele für den FC absolviert, ein Treffer zum 3:2-Sieg in Regensburg war der persönliche Höhepunkt seines ersten Jahres beim FC. Während der Rückrunde setzte Stanislawski den ehemaligen Junioren-Nationalspieler kaum noch ein. "Ein neuer Trainer bietet eine Chance, die Karten werden neu gemischt", erklärt Bigalke nun - und gibt sich zuversichtlich: "Ich hoffe, dass wir es diesmal schaffen, von Anfang an oben mitzuspielen." Aber: "Natürlich müssen wir uns noch verstärken."

Zumal der FC nach der zweiten Trainingseinheit am Nachmittag - dann auch mit Ballkontakten - den Abschied von Christian Clemens vermeldete. Der U-21-Nationalspieler wird erwartungsgemäß zum FC Schalke 04 wechseln und dort einen Vierjahresvertrag erhalten. "Dieser Herausforderung will ich mich unbedingt stellen. Ich hoffe, ihr könnt dafür Verständnis aufbringen", ließ Clemens via "Facebook" wissen.

Mit Marcel Risse und Maxi Thiel hat der FC bereits zwei Spieler geholt, die den besten Kölner Spieler der vergangenen Saison ersetzen sollen. Die Kaderplanungen befinden sich dennoch weiterhin im Anfangsstadium. Denn die Ablöse für Clemens - sie dürfte bei etwa drei Millionen Euro liegen - möchte der Zweitligist zügig in die Verpflichtung eines neuen Stürmers investieren.

"Das wird passieren, zumindest hoffe ich das", sagt Stöger. Und: "Wir haben über viele Kandidaten diskutiert - es werden noch gute Leute kommen." Denn auch der neue Trainer kennt die alten Probleme: "43 Treffer sind zu wenig, um aufzusteigen", sagt Stöger, der gerne offensiv spielen lässt. In den nächsten Tagen soll es deshalb nicht nur um Passspiel und Balleroberung gehen. Sondern - natürlich - auch um den Torabschluss.