30.06.2016
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FC-Analyse: 1. FC Köln feiert wichtigen Sieg für das Gemüt

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Torjubel nach einem Treffer von Leonardo Bittencourt in Hannover.

Foto:

Bongarts/Getty Images

Das Wichtigste zuerst

Der 1. FC Köln hat seine Ergebniskrise mit dem 2:0 (1:0)-Sieg bei Hannover 96 gestoppt und kann mit nun 33 Punkten einigermaßen gelassen in das Saisonfinale gehen, das am nächsten Samstag das Spiel gegen den FC Bayern bereithält. 

Der FC holt den ersten Auswärtssieg seit November und bleibt erstmals seit elf Partien ohne Gegentor. Für den Tabellenletzten aus Niedersachsen, Ex-Klub vieler Kölner aus Führung und Mannschaft,  sieht es dagegen nun ganz schwer nach Abstieg aus.

Eine Absichts-Diskussion dürfte unterbleiben,  niemand gab nach dem Spiel irgendetwas zu - das ist die erste, unmittelbar Folge des DFB-Urteils gegen Zlatko Junuzovic und Clemens Fritz von Werder Bremen.

Die Tore

In der 43. Minute bringen die  Kölner ihren ersten wirklich guten, planmäßig vorgetragenen und sauber gespielten Angriff zustande. Yannick Gerhardt serviert den Ball in den Lauf von Marcel Risse, dem eine schöne Mitnahme gelingt.

Der Rechtsaußen dringt seitlich in den 96er-Strafraum ein und sieht am zweiten Pfosten Leonardo Bittencourt. Risses Pass passt, der Kollege kann ohne Mühe einschieben.

In der 61. Minute ist es wieder Gerhardt, der an der Strafraumgrenze Bittencourt schön freispielt. Der Rechtsschuss des Kölners findet, leicht abgefälscht, den Weg ins Tor von Weltmeister Ron-Robert-Zieler.

Mann des Spiels

Leonardo Bittencourt. Der 22-Jährige erzielt eine Woche nach seinem ersten Saisontor gegen Schalke 04 eine Doppelpack und arbeitet wirksam an einer Korrektur seines Image als chronisch ungefährlicher Offensivspieler. Bittencourt bedankte sich hinter ausführlich für das beständige Vertrauen von Trainer Peter Stöger. Der Österreicher nahm die Tor-Explosion des Flügels gelassen: "Eine Debatte weniger in der Kabine."

Moment des Spiels

Die 43. Minute mit dem Kölner Tor zum 1:0. Bis dahin hatte sich die spielerische Blockade, die beim FC in den letzten Partien zu sehen war, fortgesetzt. Hannover war der Führung mehrmals nah gewesen.

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Leonardo Bittencourt muss nur noch einschieben.

Foto:

Bongarts/Getty Images

Mit dem Tor und der ersten FC-Führung  seit dem 1:1 in Hamburg fand Köln zu Stabilität, Selbstvertrauen und besserem Fußball, natürlich auch begünstigt durch einen offensiver auftretenden Gegner.

Moment zum Vergessen

Die Trauer-Arbeit auf den Rängen mit den üblichen Mechanismen und  Schuldzuweisungen: "Außer Zieler könnte ihr alle gehen", "Wir haben die Schnauze voll", "Kind raus" - das Absteigen  zeitigt immer dieselben Reaktionen und ist doch als Prozess zeitlos traurig.

Das war gut

Zuallererst aus Kölner Sicht das Ergebnis. Mit neun Punkten Vorsprung auf den Relegationsplatz und etlichen Teams dazwischen ist die Abstiegsgefahr auf eine mathematische Möglichkeit geschrumpft. Das mit jedem Tor zurückkehrende Vertrauen in das eigene Vermögen war fast mit den Händen zu greifen und sollte den Klub die die Lage versetzen, auch die restlichen, nötigen Punkte zu holen, um bald absolute Planungssicherheit zu haben.

Das war schlecht

Der größte Teil der ersten Halbzeit des FC. Das war kein guter Fußball, das war sogar ziemlich dünn, und Köln brauchte Glück, dass Adam Szalai gleich zwei große Gelegenheiten vergab, Hannover in Führung zu bringen.

Das sagen die Trainer

Thomas Schaaf (Hannover 96)

"Wir sind mega enttäuscht. Es war erneut eine Chance, unsere Situation zu verbessern, und wir bekommen es nicht auf die Reihe. Ich kann den Frust der Fans verstehen. Es tut mit furchtbar Leid, dass wir im Moment nichts anders liefern können."

Peter Stöger (1. FC Köln):

"Ich bin mit dem Ergebnis natürlich zufrieden. Man hat heute gesehen, wie befreiend ein zweites Tor sein kann. Die Psyche ist eben im Fußball ein wichtiger Faktor."

Das sagen wir:

Ein extrem wichtiger Sieg für den FC, der nun recht komfortabel die Saison zuende spielen und getrost behaupten kann, dass die Angst vor einer Krise nur im Umfeld bestanden hat. Wer die Spieler nach der Partie sah und hörte, konnte spüren: Die schwache Rückrunde mit zuvor sechs Punkten aus acht Spielen hatte auch in der Mannschaft Spuren hinterlassen und Zweifel gesät. Die wären bei einer Niederlage beim Tabellenletzten und dem Spiel gegen die Bayern vor Brust durchaus in der Lage gewesen, Peter Stöger und sein Team in die schwerste Situation seit der Zusammenarbeit zu schicken.


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