26.07.2016
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FC gegen St. Pauli: Stanislawski unter Erfolgsdruck

Aufgepasst! Holger Stanislawski (r.) und Christian Clemens.

Aufgepasst! Holger Stanislawski (r.) und Christian Clemens.

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Rainer Dahmen

Köln -

Die Lage ist ernst, Holger Stanislawski hat seinen Humor aber nicht verloren. „Wenn wir nicht gewinnen, können sich alle abmelden“, sagt er – die ironisch gemeinte Ansage des Trainers an seine Profis vor dem Spiel des 1. FC Köln beim FC St. Pauli kann die Besonderheit des Ereignisses am Montagabend (20.15 Uhr) trotzdem nicht kaschieren.

Stanislawski wird zum ersten Mal überhaupt als Gast den Rasen seines früheren Wohnzimmers, des Millerntorstadions, betreten. Und das auch noch mit dem Druck im Nacken, mit seinem neuen Arbeitgeber nicht noch mehr Punkte auf den ersehnten Relegationsplatz zu verlieren: „Ich freue mich zurückzukommen, aber die Freude ist nicht so groß, dass wir drei Punkte da lassen wollen“, sagt Stanislawski. Auch ein Unentschieden wäre zu wenig für den 1. FC Köln und sein großes Aufstiegsziel.

Spieler, Manager und Trainer beim Kiez-Klub

Der gebürtige Hamburger Stanislawski war von 1993 bis 2011 ununterbrochen Teil des Kiez-Klubs, als Spieler (bis 2004), als Manager (bis 2006) und als Trainer (bis 2011). „Die Verbundenheit zu diesem Verein währt ewig, gerade die letzten dreieinhalb Jahre als Trainer mit dem Aufstieg in die Bundesliga 2010 waren herausragend gut“, sagt der 43-Jährige. „Zu meiner Zeit war der Verein ja klinisch tot, da mussten wir alle zusammen anpacken, um den Klub wieder in die Spur zu bringen – das war einfach das Besondere an dieser Zeit“, beschreibt er die Phase, in welcher der Verein aufgrund von Lizenzproblemen kurz vor dem Abstieg in die Oberliga stand.

In der Gegenwart habe sich der Klub auch mit dem Umbau des Stadions, das jetzt ungefähr 8000 Zuschauer mehr fasst als zuvor, „wirtschaftlich angepasst“, sagt er. Die Spielweise des aktuell von Michael Frontzeck trainierten FC St. Pauli habe „nicht mehr viel“ mit dem zu tun, was Stanislawski zu seiner Zeit der Hamburger Mannschaft eingeimpft hatte. „Der eine denkt eher offensiv, der andere eher defensiv – es ist schwer zu vergleichen.“

Ob der schlechte Rückrundenstart des FC St. Pauli (0:0 gegen Cottbus, 1:4 in Sandhausen) eher ein Vor- oder ein Nachteil für die Kölner darstellt, ist für Holger Stanislawski „schwer zu sagen. Pauli wird das natürlich jetzt korrigieren wollen, weil sie in einer gefährlichen Situation stecken.“ Auf den Abstiegs-Relegationsplatz 16 haben die Hamburger nur noch fünf Punkte Vorsprung. „Für uns ist es genauso wichtig, oben dran zu bleiben. Es wird die Mannschaft gewinnen, die den stärkeren Willen hat“, meint Stanislawski.

Beim FC ist derweil der Einsatz von Thomas Bröker fraglich. Ein Bluterguss an der Wade, den er sich im Spiel bei Energie Cottbus zugezogen hatte, schmerzte den Offensivspieler so sehr, das er am Freitag das Training abbrechen musste. Ob es für das Spiel am Montag reicht, kann erst am Sonntag entschieden werden.

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