25.08.2016
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FC und die Stadt Köln: FC will das Stadion selbst vermarkten

FC-Präsident Werner Spinner

Wir haben da eine Idee: FC-Präsident Werner Spinner.

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Rainer Dahmen

Köln -

Dass Not erfinderisch macht, belegt der 1. FC Köln in diesen Tagen nicht nur mit der Umstellung auf Hauruck-Fußball im Kampf um Platz drei in der Zweiten Liga. Mit dem Ausgang dieses Kampfes eng zusammen hängt die wirtschaftliche Lage beim Klub: Zu den 30 Millionen Euro Schulden, die der FC mit in die Saison 2012/13 genommen hatte, sind in der laufenden Spielzeit weitere fünf Millionen Unterdeckung hinzugekommen. Ganz neu sei das nicht, sagt FC-Geschäftsführer Alexander Wehrle, „als ich am 17. Januar hier angefangen habe, gab es diese Zahlen schon.“ Das macht es nicht besser: Auch alte schlechte Zahlen sind schlechte Zahlen.

Verhandlungen mit der Stadt Köln

Um dagegen nicht nur aktionistisch-kurzfristig, sondern perspektivisch etwas zu unternehmen, verhandelt der FC in diesen Tagen mit der Stadt Köln, die ja selber ein erhebliches Finanzproblem hat: Ihre Einnahmen werden nach den neuesten Berechnungen bis zum Jahr 2017 um 1,26 Milliarden Euro hinter den Ausgaben zurückbleiben. Die Stadt hat also nichts zu verschenken, im Gegenteil: Jede Million, die zusätzlich gespart werden kann, ist von enormer Bedeutung. Und da setzt der Plan des FC ein.

Zurzeit ist die Sache so geregelt: Der Klub hat die Vermarktung des Stadions an die Firma IMG vergeben – was den FC und den Fußball betrifft. Die Sportstätten GmbH, eine hundertprozentige Tochter der Stadt Köln, der das Stadion gehört, vermarktet alles, was kein Fußball ist: Konzerte, Kongresse, Feiern, Hochzeiten usw. Dieses Geschäft ist den vergangenen Jahren stetig gewachsen und erbrachte bei 300 Veranstaltungen 2012 einen Gewinn von 1,7 Million Euro. Hinzu kommen 3,5 Millionen jährlich vom FC an Stadion-Miete in der Zweiten Liga (in der ersten Liga beträgt die Miete sechs Millionen/Jahr). Noch, muss man sagen: Vor allem der Zweitliga-Rabatt ist vielen Politikern ein Dorn im Auge. Die kommunalen Vermarkter haben ein weiteres Problem: Sie können die nächstliegenden Kunden – die 700 Premium-Partner des 1.FC Köln – zwecks Vermarktung nicht ansprechen, weil das Sache des Klubs (und der IMG) ist.

Einnahmen sollen drastisch erhöht werden

Der FC schlägt nun vor, diese Vermarktung von der Stadt zu übernehmen und die Einnahmen derart drastisch zu erhöhen, dass am Ende für die Stadt mehr übrig bleibt, als die derzeit 1,7 Millionen (plus Stadionmiete) und der Klub ebenfalls einen satten Gewinn erzielt. Experten bestätigen: Allein durch bessere Vermarktung der Arena unter jenen rund 700 Partnern und Sponsoren des Klubs ließen sich deutlich höhere Erlöse erzielen. Über deren Kontakte seien zusätzliche Umsätze zu erwarten.

Mit der Organisation wäre der Klub derzeit überfordert. Sollte der FC das Stadion aber selbst betreiben, könnte er auf das Know-how der gut arbeitenden Kernmannschaft der Sportstätten GmbH zurückgreifen. Diese GmbH wäre dann überflüssig und könnte aufgelöst werden, was die Stadtkasse entlasten würde.

Der Pachtvertrag mit der Stadt läuft im Jahr 2014 aus. FC-Geschäftsführer Wehrle hofft, dass – „wenn alles optimal läuft“ – Stadt und Klub sich schon vorher auf dieses (oder ein vergleichbares) Modell einigen können. Der Finanzausschuss der Stadt tagt am 15. März – dann könnte der Klub seinen Vorschlag vorstellen.