28.07.2016
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Kommentar zu Pezzoni: Das richtige Zeichen?

Kevin Pezzoni im FC-Dress mit "Rewe" auf der Brust.

Kevin Pezzoni im FC-Dress mit "Rewe" auf der Brust.

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dpa

Köln -

Die Details der plötzlichen Vertragsauflösung des Spielers Kevin Pezzoni sind etwas weniger eindeutig, als es einem solchen Präzendenzfall guttut. Die Empörung bei Fans, Spieler-Kollegen und Funktionären ist angesichts der offenbar skandalösen Umstände einhellig und aufrichtig. Das ist das Erfreuliche an der Sache. Es ist aber auch erwartbar – wer sollte anderes formulieren als Unverständnis und/ oder Abscheu, wenn er erfährt, dass Leute angepöbelt oder bedroht werden?

Beim FC aber geht einiges durcheinander. Bereits am 28. August hat Trainer Holger Stanislawski die schlechten Kritiken für die schwachen Auftritte des Profi-Spielers Pezzoni so interpretiert: „Kevin wird in Richtung Schlachtbank geführt.“ Ein starker Satz. Die Frage stellte sich: War das so? Die Antwort ist eindeutig: Nein. Wen oder was hat der Trainer also gemeint?

Nach der Trennung und ihrer Vorgeschichte hat sich – ein guter Vorgang! – die Mannschaft zu Wort gemeldet, sich mit Pezzoni solidarisiert und „Fairness und Respekt im Umgang mit jedem einzelnen Spieler“ eingefordert. Bravo. Dann geht es weiter: „Darauf hat auch die Presse durch die Art ihrer Berichterstattung Einfluss. Wir erwarten, dass Berufliches und Privates getrennt bleiben.“ – gab es das? Nein. Wen oder was also meinen die Spieler?

Diese Fragen sind lässlich vor dem Hintergrund des geschilderten Fan-Übergriffes. Sie lenken aber ab von etwas Wesentlichem: Ist es das richtige Zeichen, sich von einem Spieler zu trennen, wenn er bedroht wird?