26.07.2016
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Marcel Risse verletzt: Sorge um Stögers neuen Trumpf

Vollspann im Wasser: Marcel Risse, als er sich noch nicht am Fuß verletzt hatte.

Vollspann im Wasser: Marcel Risse, als er sich noch nicht am Fuß verletzt hatte.

Foto:

Rainer Dahmen

Windischgarten -

Die Dana-Arena des SV Modehaus Hofbaur Windischgarsten ist eher übersichtlich. Zwar hat der Klub nicht bloß die Namensrechte am Stadion, sondern gleich noch am Gesamtverein veräußert. Einen modernen Mehrzweckpalast hat sich der Fünftligist dennoch nicht geleistet. Die Zuschauer genießen einen speziellen Charme - sie sitzen mehr auf als neben dem Spielfeld und können die Spieler des 1. FC Köln reden, witzeln und granteln hören.

Am Freitag erfahren sie auf diese Weise das Geheimnis der Schusstechnik Marcel Risses. "Das liegt alles nur am Tape-Verband. Genauso muss er immer sein", ruft er und zeigt auf seinen Knöchel. Zuvor hatte Risse den Ball aus 20 Metern in den Winkel gezirkelt und sich den ersten Applaus der 30 FC-Fans verdient. Physiotherapeut Klaus Maierstein teilte die Freude, nicht aber die Vorfreude auf tägliche Extra-schichten: "Dann lassen wir ihn für immer dran."

Nur wenige Stunden später war die Begeisterung dahin und der Verband entfernt. Er hatte in seiner Kernfunktion versagt - Risse verdrehte sich den linken Knöchel, verließ humpelnd den Platz und wurde zu weiteren Untersuchungen ins Hotel gefahren. Dort wurde zur Erleichterung aller nur eine Kapselreizung diagnostiziert, der Einsatz im Testspiel gegen SV Ried in Bad Wimsbach am Samstag (3:3) fiel aus.

Zentrum der offensiven Planspiele

Peter Stöger schmerzt die Verletzung ebenfalls. Risse ist das Zentrum der offensiven Planspiele Stögers. Der Versuch, seine Begeisterung für den ehemaligen Mainzer zu verbergen, glückte nur bedingt. "Ich bin immer vorsichtig mit übertriebenem Optimismus. Nicht weil ich nicht daran glaube, sondern weil ich ihn nicht unter Druck setzen will", beginnt er. Doch dann besiegen die Emotionen das Kalkül: "Aber ich glaube, er könnte eine echte Waffe für uns werden."

Im Trainingslager in Windischgarsten fiel Risse bislang nicht bloß durch seine grellgelb-neonorange Schuhe auf. Tempodribblings, Schüsse und Seitenwechsel aus dem Fußgelenk - das Repertoire des Flügelspielers ist groß. Stöger fühlt sich und seinen Trainerstab durch seinen wohl prominentesten Zugang gefordert: "Unsere Aufgabe wird es sein, ihn so zum Einsatz zu bringen, dass er seine Stärken ausspielen kann", sagt er.

Daran zweifelt Risse nicht. Er wartete mit der Unterschrift bis zum Ende der Kölner Trainersuche - und unterschrieb nach der Verpflichtung Stögers. "Ich musste natürlich abwarten, wer der neue Trainer wird, weil es ja auch eine Entscheidung für die nächsten Jahre ist. Aber seine offensive Philosophie gefällt mir. Wir haben eine gute Saison vor uns."

Mit dem Wechsel aus der Bundesliga in die Zweitklassigkeit erfüllte sich der gebürtige Kölner einen lang gehegten Wunsch, obwohl er die fußballerische Ausbildung beim rheinischen Rivalen Bayer 04 Leverkusen genossen hat und dort 2008 unter Trainer Michael Skibbe in der Bundesliga debütierte. "Ich hätte weiter in der Ersten Liga spielen können", sagt der 23-Jährige, der aus Köln-Kalk stammt, "aber ich habe mich bewusst für den FC entschieden. Ich möchte helfen, etwas aufzubauen. Ich bin endlich zu Hause."


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