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Nach Pleite in Freiburg: FC-Trainer Stöger freut sich über Subotic-Comeback

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Neven Subotic im Zweikampf mit Freiburgs Nils Petersen

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dpa

Freiburg -

Dass das Freiburger Schwarzwald-Stadion ein verwunschener Ort sein kann, wer wüsste das besser als der 1. FC Köln? Seit nunmehr 21 Jahren fahren die Rheinländer in immer wieder neuen Konstellationen, mit immer wieder neuen Spielern und anderen Trainern in den Breisgau, nur um jedesmal erneut festzustellen: Hier gibt es nichts zu holen. Das war bei der 1:2-Niederlage an diesem kalten Sonntagabend nicht anders, als das Licht der Flutlicht-Masten die nebelige Szenerie nur mit Mühe auszuleuchten vermochte und selbst der kräftige Vollmond über dem Schauinsland mehr zu ahnen als zu sehen war.

Zu den Freiburger Fußball-Mythen gehört diese Geschichte: Als gegen Ende der 90er Jahre Volker Finke den Fußball beim chronisch unterfinanzierten Sportclub seiner System-Revolution – Vorsprung durch Taktik – unterzog, galt das Freiburger Publikum als das fachkundigste überhaupt. Und, so geht die Sage, wenn das laufintensive Prinzip der Überzahl am Ball dazu führte, dass gegnerische Spieler am entgegengesetzten Ende des Feldes unbewacht blieben, dann formierten sie einen Chor und gaben aus tausend Kehlen präzise taktische Instruktionen: „Verschieben!“

Eine Ahnung davon gab es am Sonntag gegen Ende der ersten Halbzeit, als die Freiburger mal wieder über die Mitte auf die flexible Kölner Deckung zuliefen und dabei übersahen, dass auf der linken Spielfeld-Seite zwei Akteure anspiel- und sprintbereit auf ein Zuspiel warteten, um den an diesem Tag schwächelnden FC-Verteidiger Frederik Sörensen in ein Tempoduell zu verwickeln. „Seitenwechsel!“, schrie die Haupttribüne, „In die Gasse!“, forderte die Nordtribüne und am Spielfeldrand stand SC-Trainer Christian Streich und sagte ungefähr dasselbe, allerdings mit rudernden Armbewegungen. Und ebenso vergeblich. Der Angriff verpuffte.

Zu diesem Zeitpunkt stand es 1:1 durch die Tore von Grifo (32.) und Modeste nach einem Abpraller (39.), beide Treffer entsprangen raren Unaufmerksamkeiten in den Defensivreihen. Nach der Pause drückten die Kölner, Modeste hatte aus einer nicht gepfiffenen Abseitsstellung heraus die größte Chance zur Führung, die er aber nicht nutzte – Freiburgs Trainer Streich war froh darüber: „Ob wir dann noch mal zurückgekommen wären, weiß ich wirklich nicht.“

„Unser Vorteil war, dass sie schwere Beine hatten vom Pokalspiel“, erzählte nachher Freiburgs Maximilian Philipp, dem nach Freistoß von Grifo das Siegtor zum 2:1 (77.) und der 49999. Treffer der Bundesliga-Geschichte gelungen war, „das haben wir gut zu nutzen gewusst, sind mehr und intensiver gelaufen und wollten den Sieg einfach viel mehr. Am Ende wollten sie das 1:1 verwalten, wir haben aber auf das 2:1 gedrängt.“

Diesen Eindruck bestätigte der Kölner Trainer Peter Stöger in seiner Bilanz: „In der Phase, in der sie Druck gemacht haben, haben sie Ecken und Freistöße bekommen; das bringt Gefahr, das wussten wir.“ Aber wenn die Luft nicht reicht und die Wege zu lang werden, dann sind die Folge genau jene Standards für den Gegner, die man unbedingt vermeiden will.

Subotic mit ordentlichem Comeback

Im Abwehrzentrum debütierte bei den Kölnern Neven Subotic, der im Winter aus Dortmund gekommen war. Nach einjähriger Verletzungspause war sein Comeback-Auftritt als Teilzeit-Libero und Kommandozentrale im Kölner Strafraum und knapp davor ganz in Ordnung. Peter Stöger mochte sich in seiner Bewertung mit kritischen Details nicht aufhalten, ihm ging es im Fall Subotic um etwas Größeres und Wichtigeres und Schöneres: „Subotic ist ein guter Typ, der eine beschissene Zeit hinter sich hat. Es ist eine gute Sache, dass man diesen Fußballer wieder auf dem Platz sieht. Das ist eine der positiven Sachen, die ich heute mitnehme.“ Na bitte.

Als ganz am Ende alle Bälle gespielt und alle Bilanzen verlesen waren, brach sich der Mond über dem Schwarzwald doch noch Bahn. Die Nacht sah jetzt so kalt aus, wie sie war. Und es war dabei geblieben: Wer aus Köln des Fußballs wegen hierherkommt, für den gibt es nichts zu holen.