27.08.2016
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Rhein-Energie-Stadion: Miete soll vom Erfolg abhängen

Ausverkaufte Ränge im Rhein-Energie-Stadion.

Ausverkaufte Ränge im Rhein-Energie-Stadion.

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dpa

Köln -

Die Ausgangslage ist klar. Den 1. FC Köln drücken 35 Millionen Euro Schulden, die Einnahmen der Stadt werden bis 2017 um 1,26 Milliarden Euro hinter den Ausgaben zurückbleiben. Vor diesem Hintergrund über einen neuen Stadion-Mietvertrag zu verhandeln erscheint aussichtslos. Der Verein würde den laufenden Vertrag am liebsten schon zum 30. Juni 2013, also ein Jahr früher, auflösen und in die neue Saison mit verbesserten Bedingungen starten.

"Wir brauchen Luft zum Atmen", sagt FC-Geschäftsführer Alexander Wehrle. Deshalb hat der Klub in den Verhandlungen mit der Sportstätten GmbH ein neues Pachtmodell vorgeschlagen. An die Stelle der festen Miete, die in der Zweiten Liga 3,2 Millionen Euro und in der Bundesliga das Doppelte beträgt, soll eine Pacht mit einem Fixum und variablen Teilen treten, die vom sportlichen Erfolg des Klubs abhängig sind.

"Dazu zählen beispielsweise Zuschauereinnahmen und die Platzierung im TV-Ranking", sagt Wehrle. Angesichts der momentanen Situation sei aus Sicht des Klubs klar, dass der feste Mietanteil in der Zweiten Liga deutlich sinken muss. Über die Vertragslaufzeit von zehn Jahren müsse jedoch sichergestellt sein, dass auch die Stadt höhere Einnahmen erziele: "Uns schwebt ein Modell vor, bei dem sie in der Bundesliga überproportional profitiert." Dort seien Mehreinnahmen von 22 Millionen Euro möglich. Der Sportstätten-Aufsichtsrat hat das Pachtmodell am Freitag zur Kenntnis genommen. Jetzt müssten "Vorschläge erarbeitet werden, damit auf beiden Seiten positive Effekte erzielt werden", hieß es. Die Stadt steht nicht unter Druck. Kommt kein neuer Vertrag zustande, gilt der alte bis Ende Juni 2014 weiter.

Ob der Verein den Betrieb des Stadions von den Sportstätten übernimmt, bleibt unklar. "Wir haben um weiteres Zahlenmaterial gebeten", sagt Geschäftsführer Wehrle. Nach dessen Prüfung werde man entscheiden, ob man ein Angebot mache. Sollte der FC zu einer positiven Entscheidung kommen, steht ein vergleichbares Finanzmodell zur Diskussion. Die Stadt würde eine jährliche Fixsumme erhalten und könnte abhängig vom Vermarktungserfolg zusätzliche Einnahmen erwarten.