24.08.2016
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Trainersuche beim FC: Stöger bekommt keine Freigabe

Peter Stöger

Peter Stöger.

Foto:

Bongarts/Getty Images

Köln -

Auf der Meisterfeier von Austria Wien vor rund zwei Wochen kämpfte er mit den Tränen. Er war am Ziel seiner Träume angelangt. Nun will Peter Stöger den nächsten Schritt setzen – in Deutschland. Der Kandidat auf den Trainerposten des 1.FC Köln hat schön früher gesagt: „Mein Blick geht über die Grenze in ein Land, wo ich meine Sprache und Kommunikation anwenden kann.“

Das ist in Köln gegeben. Und hier passt er  ins  Schema: In Wien formte er eine neue Mannschaft, gespickt mit jungen Spielern. Ihm eilte der Ruf voraus, ein  menschlicher Trainer zu sein – einer,  der stets versucht, einen guten Draht zu den Spielern herzustellen, und akribisch daran arbeitet, einen guten Geist in der Mannschaft zu verbreiten mit  viele Freiräumen für die Spieler.  In Österreich wird er als Motivator gefeiert,  der seine Leute auf ein Ziel fokussieren kann.  Das war in Österreich der Titel,  in Köln wäre es der Aufstieg.

In Wien gelang ihm der Coup durch eine klare Marschrichtung. Er ließ ein 4-1-4-1-System spielen, bei dem die Außenspieler im Mittelfeld äußerst offensiv agierten – wohl offensiver als die Spielweise von Ex-FC-Trainer Holger Stanislawski. Bereits als Spieler war der jetzige Trainer ein Taktik-Fan. In der  Nationalmannschaft und bei den Top-Klubs Austria sowie Rapid Wien war er die Schaltzentrale – und leitete das Spiel seiner Mannschaft.

Doch ob er künftig den FC leiten wird, hängt auch von den Verhandlungen am Freitag ab. Stöger besitzt noch einen Vertrag bis 2014 in Wien. Und am Abend meldete sich aus Wien auch die Austria vehement zu Wort: „Die Lage ist sehr klar. Wir planen langfristig mit ihm, daher wird es keine Freigabe geben“, erklärte Markus Kraetschmer, Finanzchef des Klubs. 

Dennoch kann der FC hoffen, Stöger  aus dem Kontrakt zu lotsen: Der Coach hatte sich vor dem Engagement bei Austria  aus seinem Vertrag beim  SC Wiener Neustadt  freigekauft.  Im Gegenzug, heißt es,  solle man ihn nun ohne Ablöse ziehen lassen.  Der Abschied käme  nicht ohne Vorwarnung. „Für jeden Trainer in Österreich ist es eine Ehre, von der Bundesliga wahrgenommen zu werden“, sagte Stöger dem „Kicker“ nach dem zwischenzeitlichen Interesse von Werder Bremen an ihm.

 Stöger genießt in Österreich große Popularität, nicht nur als Trainer. Er arbeitet als  Experte bei einem österreichischen Pay-TV-Sender, analysiert Fußballspiele und schreibt Zeitungs-Kolumnen.

Er hat augenscheinlich seinen Trainer-Rivalen Roger Schmidt vom Red-Bull-Klub Salzburg als Favoriten bei der Kölner Trainersuche ausgestochen. Dasselbe war ihm auch auf dem Fußballplatz gelungen:  Mit vergleichsweise geringen Mitteln hatte er den Millionenklub  im Kampf um den Titel bezwungen.


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