24.07.2016
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Trainingsauftakt: 1. FC Köln spricht von Aufstieg

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Rainer Dahmen

Köln -

Fußball-Spieler können auch im kalten Nieselregen auf einem matschigen Platz viel Spaß haben. Und zwar besonders dann, wenn sie zwei Wochen lang nicht gekickt und ihr Spiel arg vermisst haben.

Diesen Eindruck vermittelten jedenfalls die blendend gelaunten Profis des 1. FC Köln, als sie am nasskalten Freitagnachmittag das Training für die restlichen 15 Saisonspiele in der Zweiten Fußball-Bundesliga aufnahmen. Der Platz am Geißbockheim war tief, dennoch war die Stimmung gelöst, es wurde viel gelacht.

Auch FC-Coach Holger Stanislawski freute sich, nach den Weihnachtsferien auf dem Platz zu stehen und seine Jungs wiederzusehen: "Ich habe ausgespannt, das war gut. 14 Tage Pause haben aber gereicht", befand er nach der Einheit, die vor etwa 200 Zuschauern stattfand.

FC-Spieler erwartet hartes Programm

Lukas Kübler musste sich am Freitag ein bisschen schonen, da ihm eine Blinddarmnarbe zu schaffen machte. Bis auf den verletzten Adil Chihi waren alle anderen Kölner Profis einsatzbereit. "Es war ein lockerer Einstieg, ein bisschen Fußball spielen, ein bisschen reinkommen", berichtete Stanislawski.

Die Lockerheit soll sich aber möglichst auf den Tag nach den Ferien beschränken. Stanislawski will umgehend in den ernsten Modus umschalten. Am Samstag, Sonntag und Montag lässt er jeweils zweimal trainieren.

Am Dienstag startet das Kölner Team in sein neuntägiges Trainingslager in Belek in der Türkei. "Wir haben ein knackiges Programm vor uns", sagte der 43-Jährige. "Wir müssen jede Einheit optimal nutzen. In Belek werden wir viel im körperlichen Bereich machen können, aber auch im taktischen." Die Zeit ist knapp, schon am 2. Februar (13 Uhr) empfängt der FC Erzgebirge Aue im Rhein-Energie-Stadion.

Verstärkungen noch möglich

Mit nach Belek reisen werden die Nachwuchsleute Reinhold Yabo (20) und Fabian Schnellhardt (18), die zuletzt nicht bei den Profis spielten. Auch die 18-jährigen Kölner A-Junioren Yannick Gerhardt und Jannik Müller nimmt der Trainer mit an die türkische Riviera.

"Sie haben die Qualität, die nächsten Schritte zu machen", erklärte Stanislawski. "Es sind talentierte Perspektiv-Spieler, die wir belohnen wollen, ohne Druck aufzubauen, ohne den Jungs irgendwelche Flausen in den Kopf zu setzen. Sie sollen ganz frei Fußball spielen und alles kennenlernen."

Womöglich wird sich der FC aber auch eine externe Verstärkung leisten können. Stürmer Chong Tese, den der Klub vom Training freigestellt hat, wird mit hoher Wahrscheinlichkeit nach Südkorea wechseln - für eine Ablösesumme von geschätzten 300.000 Euro. Es ist somit möglich, dass die Kölner bis zum Ende der Transferperiode am 31. Januar eine Verstärkung präsentieren werden. Stanislawski: "Wir beobachten den Markt auf allen Positionen, es kann sein, dass noch jemand zu uns stößt. Es kann ein Stürmer sein, muss aber nicht."

Aufstieg als Ziel

Auch in der Innenverteidigung, so der Coach weiter, könne das Team eine Verstärkung gebrauchen. "Wir sind gespannt wie die Flitzebogen." Den direkten Wiederaufstieg in die Bundesliga hält der Trainer des Tabellen-Zehnten weiter für praktikabel, allerdings nur noch über den Umweg Relegation, da Braunschweig (18 Punkte vor Köln) und Hertha BSC (16) zu weit entrückt sind.

Der Tabellendritte Kaiserslautern liegt dagegen nur sechs Punkte vor den Kölnern. "Alle Mannschaften, die noch eine realistische Chance haben, werden Jagd machen auf Platz drei. Wir wollen uns dieses Ziel setzen." Ihre erste Hürde auf dem Weg dorthin nahmen die Kölner Spieler am Freitag mit vorbildlicher Professionalität.

Sie wurden vor dem Training gewogen - das Ergebnis: Niemand hat über Weihnachten zu viel geschlemmt.