27.08.2016
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1:1 in Hoffenheim: Neues Jahr beginnt für Bayer mit alten Problemen

Hamad (l.) bejubelt den Führungstreffer, Bellarabi ist wenig begeistert

Hamad (l.) bejubelt den Führungstreffer, Bellarabi ist wenig begeistert

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afp

Sinsheim -

Es wäre Roger Schmidt wohl lieber gewesen, im ersten Bundesligaspiel nach der Winterpause nicht wieder über mangelhafte Chancenverwertung sprechen zu müssen. Doch nach dem 1:1 von Bayer 04 Leverkusen bei der TSG Hoffenheim musste der Trainer der Werkself zugeben, dass das große Manko der Hinrunde auch in der zweiten Saisonhälfte noch nicht völlig behoben zu sein scheint. „Das ist ein bisschen unser Problem“, sagte der Coach nach dem Remis seiner Mannschaft, „es ist halt nicht so eine ganz unwichtige Qualität im Fußball, diese Chancen auch zu verwerten. Das gelingt uns auf hohem Niveau noch nicht konstant.“

Wie in so vielen Spielen der Hinrunde hatte Bayer 04 viele, oftmals auch schön herausgespielte Chancen, ging aber allzu fahrlässig damit um, scheiterte entweder an mangelnder Konsequenz oder am starken TSG-Keeper Oliver Baumann. „Es ist schade, wir haben viele Punkte liegen lassen, wo wir eigentlich hätten gewinnen müssen, wenn wir unsere Chancen gemacht hätten. Das ist bei uns schon auffällig“, sagte Weltmeister Christoph Kramer.

Das Spiel hatte für Leverkusen eigentlich gut begonnen. Bayer 04 hatte das Spielgeschehen unter Kontrolle, erarbeitete sich gute Chancen, unterband die zarten Konterversuche der TSG. Den Hoffenheimer Führungstreffer durch Jiloan Hamad (40.) hätte Chicharito beinahe im Gegenzug ausgleichen können, die Werkself musste sich aber bis zur 75. Minute gedulden, als Ersatzkapitän Ömer Toprak nach einer Ecke den Ball nach einigem Holterdipolter mit einer Willensleistung im dritten Versuch ins Tor köpfte.

Glück in der Schwächephase

Dabei hatte Leverkusen sogar noch etwas Glück: In einer schwachen Phase des Teams von Roger Schmidt hatte Hoffenheim nach der Pause zwei aussichtsreiche Gelegenheiten, das 2:0 zu erzielen – damit wäre Bayer 04 wohl geschlagen gewesen. „In der zweiten Halbzeit hatten wir in den ersten zehn Minuten Glück, dann haben wir es die ganze zweite Halbzeit lang gut gemacht, hatten viele Chancen, haben viele Aktionen im Sechzehner gehabt, wo wir natürlich noch ein Tor hätten machen können“, sagte Christoph Kramer. Letztlich scheiterten aber Chicharito, Kevin Kampl und kurz vor Schluss Stefan Kießling, der völlig freistehend zum Kopfball kam, Baumann aber abermals nicht überwinden konnte. So blieb es bei einem Remis, das beiden Teams mit Blick auf die Tabelle und die angestrebten Ziele – im Fall von Bayer 04 das Erreichen der Champions League, für Hoffenheim der Klassenverbleib – nicht weiter bringt.

Ein Lichtblick nach diesem letztlich enttäuschenden Unentschieden war das Comeback von Tin Jedvaj. Der 20-Jährige zeigte in seinem ersten Startelfeinsatz in dieser Saison ein gutes Spiel und – das ist wohl das wichtigste – war gesund, als Schmidt ihn nach etwas mehr als einer Stunde vom Platz nahm. „Er hat das über eine Stunde sehr, sehr konzentriert und gut gemacht“, sagte Sportchef Rudi Völler, auch Trainer Schmidt zeigte sich zufrieden: „Die drei Wochen Vorbereitung haben ihm gut getan, er hat einen guten Eindruck gemacht. Natürlich fehlt ihm in bestimmten Momenten noch das sichere Gefühl, aber dafür, dass er so lange nicht gespielt hat, hat er eine gute Leistung gebracht.“

Entwarnung gab es bei Ömer Toprak. Der 26-Jährige war bei seinem Ausgleichstreffer mit Niklas Süle zusammengeprallt, wurde frühzeitig ausgewechselt, war in der Kabine noch benommen und hatte laut Schmidt „Probleme mit der Wahrnehmung“. Die Untersuchung am Wochenende ergab aber, dass Toprak keine Gehirnerschütterung, sondern lediglich eine Schulterprellung erlitten hatte.

Zu seinem möglicherweise letzten Einsatz im Trikot von Bayer 04 kam der eingewechselte Gulio Donati, der mit einem Wechsel zu Mainz 05 in Verbindung gebracht wird. Laut Rudi Völler ist zeitnah mit einer Entscheidung zu rechnen: „Wir werden in den nächsten Tagen zusammen mit dem Spieler in aller Ruhe sprechen.“