24.07.2016
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22 Millionen für Schürrle: Bayer Leverkusen schwimmt im Geld

Darf auf weitere Neuzugänge hoffen: Bayer-Coach Sami Hyypiä.

Darf auf weitere Neuzugänge hoffen: Bayer-Coach Sami Hyypiä.

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dpa

Leverkusen -

Es war die seit Tagen erwartete Meldung eines Vollzugs: André Schürrle wechselt zum FC Chelsea. Obwohl auch die Zahlen seit Wochen bekannt sind, muten sie jetzt, da die Tinte trocken ist, gewaltig an. Bayer 04 Leverkusen bekommt rund 23 Millionen Euro für den 22-Jährigen, der an der Stamford Bridge am Dienstag einen Fünf-Jahres-Vertrag unterschrieben hat. Bei einem Jahresgehalt von viereinhalb Millionen Euro beläuft sich die Investition des Londoner Milliardär-Klubs in den Deutschen auf rund 45 Millionen Euro.

Das ist ein erstaunlicher Betrag für einen Spieler, der den internationalen Durchbruch noch gar nicht geschafft hat. Schürrle, der mit seinen Managern seit einem Jahr an diesem Transfer gearbeitet hat, freute sich jedenfalls riesig. "Es ist eine Ehre für mich, für diesen Verein zu spielen", erklärte er bei der Präsentation, bei der auch sein Trikot vorgestellt wurde: Die Nummer 14 mit dem Schriftzug Schurrle. Ohne die Umlaut-Punkte.

Nach diesem Deal schwimmt Bayer Leverkusen im Geld. Obwohl der Werksklub von den Schürrle-Millionen etwas an den Ex-Klub Mainz abgeben muss, hat er dank der Verkäufe von Carvajal (6,5 Millionen Euro), Kadlec (5 Millionen), Hosogai (1,5) und der Champions-League-Antrittsprämie (rund 15 Millionen) knapp 50 Millionen Euro eingenommen. Ein Teil dieses Geldes ist schon wieder reinvestiert, zum Beispiel in den Südkoreaner Heung Min Son (Ablöse: Zehn Millionen Euro) und Giulio Donati (drei Millionen). Dennoch hat das Team nach den vielen Abgängen vor allem im Abwehrbereich noch ziemliche Lücken.

Geschäftsführer Wolfgang Holzhäuser verspricht baldige Abhilfe. "Wir werden zwar Geduld haben müssen, weil die Preise steigen, wenn andere Klubs wissen, dass wie bei uns Geld da ist, aber ich denke, bis zum Beginn des Trainingslagers wird der Kader annähernd komplett sein." Mit anderen Worten: In weniger als drei Wochen, da die Werkself am 12. Juli nach Kaprun aufbricht.

Länger wird die Suche nach einem neuen Sponsor dauern. "Es kann gut sein, dass wir ohne Schriftzug auf der Brust in die Saison gehen", sagt Holzhäuser, der zwar Angebote vorliegen hat, aber nach dem Debakel mit dem Pleite-Unternehmen Teldafax und dem vorzeitigen Ausstieg von SunPower seinen Partner genau aussuchen will. "Wir wollen nicht mit jedem", sagt der Geschäftsführer, "preislich sind wir flexibel, aber nicht bei der Seriosität."