27.08.2016
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Bayer 04: Fußball nach dem Pyro-Exzess

Sami Hyypiä konzentriert sich voll und ganz auf die Bundesliga.

Sami Hyypiä konzentriert sich voll und ganz auf die Bundesliga.

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dpa

Leverkusen -

Die Veranstaltung wirkt, als sei sie eine direkte Folge der Ereignisse vom letzten Samstag. Alles, was mit dem Thema Fans zu tun hat im deutschen Profi-Fußball, hat zwei Tage lang in der Leverkusener BayArena getagt. Veranstaltungsleiter, Sicherheitsbeauftragte, Fanbeauftragte der Vereine, Vertreter der Bundes- und Landespolizei sowie der Fanprojekte. Was die direkte Aufarbeitung der Pyro-Exzesse Frankfurter Hooligans beim Spiel in Leverkusen hätte sein können, war die zweite von vier Regionalkonferenzen zum Thema Sicherheit. DFL-Geschäftsführer Andres Rettig wollte das penibel vorbereitete Treffen nicht als große Aktions-Show für die Öffentlichkeit verkaufen, aber als wichtigen Schritt in der Sache. "Hier sitzen alle Parteien an einem Tisch, erstmals auch die Vereine der 3. Liga und die Deutsche Bahn. Das sind praxisnahe Gespräche in einer ganz neuen Qualität", sagte Rettig dem "Kölner Stadt-Anzeiger". Leverkusen war die zweite Station nach Hannover, es folgen Konferenzen in Berlin und München, erst danach soll ein Fazit gezogen werden. "Wir werden das Ei des Kolumbus nicht finden, aber wenn alle Parteien die Ergebnisse in ihre Bereiche tragen, ist es ein großer Fortschritt", sagt Andreas Rettig.

Den Leverkusenern schlägt es dieser Tage aufs Gemüt, dass sie Teil des Skandals geworden sind und in der kommenden Woche für ihre Gutmütigkeit als Hausherr vom Deutschen Fußball-Bund wohl bestraft werden. "Wir sind hier zu einer Plattform für dieses Thema geworden", sagt Bayer-Kommunikationschef Meinolf Sprink, "damit müssen wir jetzt leben." Immerhin ist man fest entschlossen, nicht den nächsten Gast für das Versäumnis büßen zu lassen, die als aggressiv bekannten Eintracht-Fans den verhassten Ganzkörperkontrollen zu unterziehen. Der nächste Gast heißt am 3. Februar immerhin Borussia Dortmund und kommt mit Tausenden seiner Fans.

Sprink sieht zumindest keinen Automatismus für ein härteres Vorgehen: "Ich persönlich habe jedoch keine besonderen Auffälligkeiten im Zusammenhang mit Dortmund in Erinnerung. Das Spiel wird ganz normal wie jedes andere Bundesligaspiel im Vorfeld sicherheitsmäßig besprochen, und dann wird man sehen."

Hyypiä interessiert nur Freiburg

Lieber wäre es den Leverkusenern, sie könnten sich ausschließlich mit ihren Leistungen beschäftigen. Als Tabellenzweiter neun Punkte hinter dem FC Bayern sind sie immer noch die am wenigsten wahrgenommene Sensation der Liga, auch wenn ihr Gastspiel in Freiburg (Samstag, 18.30 Uhr) vom TV-Rechteinhaber zu Recht zum Top-Spiel ernannt wurde. Leverkusens Teamchef Sami Hyypiä macht das nichts aus. Ihn interessiert nur, wie seine Mannschaft das äußerst unangenehm spielende Freiburger Team besiegen kann. "Sie werden viel laufen, also müssen wir auch viel laufen", sagt Hyypiä, "wir müssen trotzdem ruhig bleiben und versuchen, mit unserer individuellen Klasse spielerisch überlegen zu sein."

Verloren hat Hyypiä als Fußballer in Freiburg nie. 2010 gewann er mit der Werkself 5:0. Und am 14. Mai 2011 erlebte der Finne an der Dreisam das letzte Spiel seiner Karriere, einen 1:0-Sieg, mit dem sich Bayer 04 den direkten Weg in die Champions League sicherte. Hyypiä: "Ich erinnere mich daran, dass ich auf der Bank saß." Ein Ereignis, das ihn offenbar bis heute ein wenig schmerzt. Ein Anreiz mehr für einen Sieg am Samstag: "Dann habe ich eine neue schöne Erinnerung an Freiburg."